Ein Hüne im Sturm: Wie Felix Schmiederer das D/A-Spiel verändert

Die SV Drochtersen/Assel ist überzeugt: Mit dem Oberliga-Top-Torjäger soll das Offensivspiel des Fußball-Regionalligisten treffsicherer werden – dafür steht allein schon Schmiederers Größe.

Am 3. Januar steigt die SV Drochtersen/Assel nach der kurzen Weihnachtspause wieder ins Training ein. Felix Schmiederer wird dabei sein. D/A sah eigentlich gar keinen Bedarf für eine Neuverpflichtung. Aber einen Mann mit Schmiederers Qualitäten wollten sich die Kehdinger nicht entgehen lassen.

In 17 Spielen traf der Mittelstürmer 16 Mal für den Oberligisten SC Spelle-Venhaus. Vielleicht werden die Drochterser mit ihm im Kader ab Januar vermehrt Standardsituationen trainieren.

D/A verpflichtet Top-Torjäger: Neue Statik im gegnerischen Strafraum

Felix Schmiederer ist 1,96 Meter groß. Naturgemäß gehört das Kopfballspiel zu seinen Stärken. „Außerdem kann er Bälle fest machen und verlängern. Er ist für Standards sehr interessant“, sagt der sportliche Leiter der SV D/A, Sören Behrmann. Behrmann schaute sich Videos an, die die Qualitäten des Neuzugangs aufzeigen.

„Er weiß, wo das Tor steht und bleibt sehr ruhig vor dem Tor“, sagt Behrmann. Erfährt das D/A-Spiel mit einem wie Schmiederer im gegnerischen Strafraum eine ganz neue Statik?

Felix Schmiederer erzielte in 17 Oberligaspielen 16 Tore für den SC Spelle-Venhaus. Foto: Werner Scholz

Erfolgreiche Standardsituationen gehörten bislang nicht gerade zur Kernkompetenz des Tabellensechsten der Fußball-Regionalliga. Felix Schmiederer war in den vergangenen Wochen nicht ganz untätig und analysierte die Spiele seines künftigen Vereins am TV-Bildschirm. Und er sah, dass D/A solch ein Spielertyp wie er es ist, noch fehlt. „Vielleicht kann ich vorne zu einem anderen Element werden“, sagt er.

Das und die Tatsache, dass er bisher bei jedem Club ohne lange Anlaufzeit sofort Torgefahr ausstrahlte, machen Schmiederer optimistisch, dass er den Sprung von der Oberliga in die Regionalliga schaffen wird. 26 Jahre alt, Erfahrung, „richtig Bock, nochmal den Schritt zu gehen“. Physisch, sagt Felix Schmiederer, sei bei ihm aber noch Luft nach oben. Groß ist er schon. Kräftiger könne er noch werden. „Und in der Luft stabiler.“

Wie Felix Schmiederer bei der SV Drochtersen/Assel landete

Weil Felix Schmiederers Freundin und angehende Lehrerin in Buchholz in der Nordheide einen Referendariatsplatz an einer Schule bekommen hat, nahm Schmiederers Berater Kontakt zu D/A auf. Schmiederer und seine Freundin leben in Osnabrück und werden Anfang des Jahres nach Buchholz ziehen. In Spelle zu spielen und ein halbes Jahr zu pendeln, sei keine Option gewesen.

„Mit D/A habe es sofort gepasst. Ich hatte gleich ein gutes Gefühl und angenehme Gespräche“, sagt Schmiederer. Der 26-Jährige wird in Drochtersen nicht ausschließlich vom Fußballspielen leben. Der gelernte Steuerfachangestellte mit einem dreijährigen Studium in Wirtschaftsrecht wird in Stade in einer Steuerberater-Kanzlei arbeiten. „Ein Glücksfall“, sagt Schmiederer.

Felix Schmiederer lernte das Fußballspielen in der Jugend des BV Cloppenburg. Für seinen Heimatverein spielte er bereits einige Partien in der Regionalliga, bevor er 2016 zum TV Dinklage und 2021 schließlich nach Spelle in die Oberliga wechselte. In 102 Landesliga-Spielen und 40 Oberligaspielen erzielte Schmiederer 121 Tore. Eine beeindruckende Bilanz.

Am ersten Spieltag der laufenden Oberligasaison markierte Schmiederer den späten Ausgleich zum 1:1 für Spelle gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf. Für D/A und aufgrund der beruflichen Orientierung seiner Freundin verlässt er den aktuellen Tabellenführer.

(Quelle: Stader Tageblatt // Foto: Stader Tageblatt Bericht)