Defensivmann von der Reith jagt einen D/A-Rekord

Für Nico von der Reith ist das Fußballjahr beendet. Der Defensivspieler der SV Drochtersen/Assel ist verletzt. Aber er hat für den Verein Geschichte geschrieben und wird, wenn alles normal läuft, noch die ein oder andere Geschichte mehr schreiben.

Nico von der Reith, 29, stützt sich am Sonnabend beim letzten Spiel der Hinrunde gegen den TSV Havelse auf Krücken. Im Training am vergangenen Donnerstag stieg er seinem Mannschaftskollegen Lennard Fock auf den Fuß und knickte um. Deltaband im Fuß angerissen, Außenbänder gedehnt und gestaucht. Vier bis sechs Wochen Pause. Nico von der Reith ist jetzt erst mal Dauergast beim Physiotherapeuten anstatt auf dem Fußballplatz.

Spielerisch ist D/A im Umbruch

Drei Spiele wird von der Reith verpassen. Wenn es überhaupt einen guten Zeitpunkt für Verletzungen gibt, dann jetzt so kurz vor der Winterpause. „Ich muss keine Angst haben, den Anschluss zu verlieren“, sagt von der Reith. Denn spielerisch befindet sich D/A seit diesem Sommer im Umbruch. Da ist der Input im Training durch Cheftrainer Frithjof Hansen groß.

Früher, sagt von der Reith, seien die Gegner ungern nach Drochtersen gekommen, weil sie wussten, dass es im Kehdinger Stadion hart wird. Heute kämen sie deshalb immer noch ungern her, aber auch, weil sie wissen, dass sie auf eine spielstarke Mannschaft treffen.

Früher. Nico von der Reith stieg mit der SV Drochtersen/Assel vor siebeneinhalb Jahren in die Regionalliga auf. Er hat bei D/A alles erlebt, ein Kapitel Vereinsgeschichte mitgeschrieben. Von der Reith bestritt 168 Regionalliga-Spiele für seinen Heimatverein, schoss 30 Tore. Nur Mittelstürmer Alexander Neumann stand häufiger auf dem Platz. Aber es war dem Defensivmann vorbehalten, am 25. Juli 2015 gegen den VfL Wolfsburg II das erste Regionalliga-Tor der Drochterser Geschichte zu erzielen; übrigens auch das zweite, am 16. August 2015 gegen Hildesheim.

Variantenreiches 4:4:2-System

Enrico Maaßen, Lars Uder, Lars Jagemann und Frithjof Hansen. Nico von der Reith erlebte seit dem Aufstieg vier Regionalliga-Trainer. Und er verinnerlichte ihre Philosophien. Erfolgreich spielte D/A mit jeder Grundidee. Einst eher defensiv kompakt mit langen Bällen und der Hoffnung, in der gefährlichen Zone des Gegners den Ball zu gewinnen. Jetzt ballbesitzorientiert und viel über die Außen. Das aktuelle 4:4:2-System mit all seinen Varianten steht D/A ganz gut.

„Fußballerisch haben wir einen großen Schritt gemacht. Wir spielen besser von hinten raus und sind schwer durchschaubar“, sagt Nico von der Reith. Aber es liege noch viel vor D/A. Die Taktiken, so der Defensivspieler, haben immer in die Zeit gepasst. D/A habe sich in der Regionalliga etabliert.

Sportlich erhielt D/A ein neues Gesicht. Das Image vom Dorfverein mit Herz und Leidenschaft hat Nico von der Reith mit geprägt. „Dieses Image wird auch immer so bleiben“, sagt er. Sogenannte Feierabendfußballer bestimmen weiter die Mannschaft. Bei der ambitionierten Konkurrenz kicken längst Profis. „Wir probieren auch, so professionell wie möglich zu arbeiten“, sagt Nico von der Reith. Es käme schließlich darauf an, was ein Verein aus seinen Strukturen mache. Baustein bei D/A sei die Chemie im Team. „Wir hatten immer ein Team, das zusammenpasst“, sagt Nico von der Reith.

Von der Reith hängt an D/A

Stand heute kann sich von der Reith „definitiv“ vorstellen, in Drochtersen fußballerisch zu altern. Die SV D/A ohne von der Reith sei sogar für ihn schwer vorstellbar. „Ich habe hier alles miterlebt und mit aufgebaut“, sagt er.

In der Statistik der dienstältesten Spieler könnte sich D/A-Stürmer Alexander Neumann in den letzten drei Spielen des Jahres gegen den SSV Jeddeloh (27. November), SV Werder Bremen II (4. Dezember) und Eintracht Norderstedt (9. Dezember) ein wenig absetzen. Neumann hat 179 Regionalligaspiele für Drochtersen auf der Uhr. Aber Neumann ist von der Reith vier Lebensjahre voraus.

(Quelle: Stader Tageblatt)