D/A-Offensive lahmt beim SSV Jeddeloh ein wenig

Keine Tore. Aber eine starke Defensivleistung des Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel in Jeddeloh. Mit ein wenig mehr Präzision im Angriffsspiel wäre ein Sieg drin gewesen. Aber die Vorbereitung lief alles andere als optimal.

In der Nacht zum vergangenen Dienstag hat es D/A-Trainer Frithjof Hansen „zerrissen“, wie er sagt. Fieber, Husten, Schnupfen. Ein ausgewachsener grippaler Infekt. Wie soll sich ein Verein da auf ein Regionalligaspiel vorbereiten? Hansen hat improvisiert. Er steuerte das Training telefonisch vom Krankenlager. „Kompliment an die Mannschaft. In der Woche waren alle sehr engagiert“, sagt Hansen.

Erst am Wochenende ist das Fieber beim D/A-Coach weg

Bis Sonnabendabend wusste Hansen nicht genau, ob er nach Jeddeloh fahren kann. Sonntagmorgen hatte seine Körpertemperatur schließlich wieder Normalwerte angenommen. Er stieg ins Auto und merkte während des Fußballspiels schnell, dass die vielen Telefonate mit Co-Trainer Markus Zimmermann gefruchtet haben. Jedenfalls, was die Defensivleistung angeht. Zimmermann war während der Woche Chef auf dem Trainingsgelände. Wer hat wie gearbeitet? Einzelkritiken, Fortschritte, sportliche Baustellen – Zimmermann und Hansen standen ständig in Kontakt.

D/A spielt die Konter schlecht aus

D/A präsentierte sich konzentriert in der Anfangsphase und störte früh das Aufbauspiel der Gastgeber. Drochtersen gelangen wichtige Ballgewinne. Nur die Offensivleistung war hingegen anders besprochen. Chancen kreierte D/A nämlich nicht. Das sah gefällig aus, taktisch stark. Aber selten zwingend bei den Offensivaktionen. „Wir wussten, dass wir die Konter und die Umschaltsituationen bekommen. Aber wir haben sie schlecht ausgespielt“, sagt Frithjof Hansen. Da habe am Sonntag die Qualität gefehlt. Hansen: „Das ärgert die Jungs richtig.“

Nach der zweiwöchigen Pause in der Liga schickte Frithjof Hansen Tjorve Mohr und Liam Giwah in die Innenverteidigung. Als Außenverteidiger agierten Arian Khodabakhshian und Jannes Elfers. Das zentrale Mittelfeld besetzten Sebastian Haut und Maximilian Geißen. Auf den Flügeln begannen Jan-Miklas Steffens und Marcell Sobotta. Fabio Parduhn und Dennis Rosin beorderte Hansen in den Angriff. Im Tor gesetzt ist Patrick Siefkes.

In der 13. Minute gelang Maximilian Geißen aus der Distanz der erste Abschluss. Der Ball rollte links am Tor vorbei. Jannes Elfers versuchte es ein paar Minuten später aus der Ferne. Defensiv hatte D/A den Gegner im Griff.

D/A gegen Jeddeloh: Bilanz spricht für Drochtersen

Die Historie der Aufeinandertreffen beider Mannschaft spricht für D/A. Von 16 Duellen gewannen die Kehdinger sieben und verloren nur vier. In der jüngsten Vergangenheit stehen allerdings zwei Drochterser Niederlagen zu Buche. D/A verlor das Auftaktspiel der aktuellen Saison im Kehdinger Stadion mit 2:3 und am Ende der vergangenen Saison mit 0:1.

Mitte der ersten Halbzeit leistete sich D/A-Innenverteidiger Liam Giwah zwei Wackler. Nach einem verlorenen Kopfballduell kam Jeddeloh im Zentrum zum Abschluss. Patrick Siefkes parierte den Schuss stark. Danach missglückte ein Rückpass von Giwah auf Siefkes. Der Ball ging knapp am Tor vorbei. Ecke.

Jetzt agierte Jeddeloh zwingender im Angriff. Vor allem Ex-D/A-Spieler Marcel Andrijanic hatte Lust auf die Partie gegen seine ehemaligen Weggefährten. Zunächst setzte er kurz vor der Halbzeit einen Kopfball knapp neben das Tor. Dann hatte der Mittelfeldregisseur Pech bei einem Distanzschuss.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste. D/A holte sich die Bälle im Mittelfeld, fand aber im Spiel nach vorne kaum Lösungen. Jetzt agierte Top-Torschütze Alexander Neumann im Sturmzentrum für den bereits in der siebten Minute mit Gelb verwarnten Fabio Parduhn. Defensiv stand die Mannschaft sicher. Die frühe Gelbe Karte für Parduhn störte die Statik im Spiel. Der Angreifer musste schließlich 38 Minuten mit angezogener Handbremse verteidigen.

Ashton Götz bringt Spielkultur nach der Pause

Der eingewechselte Ashton Götz sorgte nach 70 Minuten für Spielkultur in der Hälfte der Gastgeber. Eine von Götz eingeleitete Kombination im Mittelfeld schloss Marcell Sobotta ab. Allerdings bekam der Linksfuß beim Schuss keinen Druck hinter den Ball.

Jeddelohs Torwart Felix Bohe musste in 90 Minuten keinen Ball abwehren. D/A-Keeper Patrick Siefkes streckte sich zwei Mal, zuletzt in der Schlussphase, und faustete die hohen Bälle mehrfach abgeklärt aus der Gefahrenzone. Ein typisches 0:0. D/A ordnet sich nach dem Punktgewinn auf dem sechsten Tabellenplatz ein, Jeddeloh bleibt Dritter.

Und Frithjof Hansen? Der hustet noch ein wenig. Verschnupft ist er nicht. Jedenfalls nicht im sprichwörtlichen Sinn. Der D/A-Trainer kann mit dem Remis gegen den SSV Jeddeloh einigermaßen leben.

Die Statistik des Spiels

  • Tore: keine
  • SSV Jeddeloh: Bohe, Gnerlich (63. Minns), von Aschwege, Engel, Schaffer, Temin, Bennert (72. Samide), Durmishi (63. Fredehorst), Andrijanic, Gottschling (84. Sido), Ghawilu (90.+3. Darsow)
  • SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Giwah, Mohr, Elfers, Khodabakhshian (79. Sattler), Geißen, Haut, Steffens (63. Götz), Sobotta (85. Kinitz), Rosin (63. Wulff), Parduhn (46. Neumann)
  • Schiedsrichter: Alexander Herbers, Assistenten: Marc Lübbers und Sebastian Lampe
  • Zuschauer: 341
  • Nächstes Spiel: SV D/A – Werder Bremen II (Sonntag, 4. Dezember, 15 Uhr, Kehdinger Stadion)

(Quelle: Stader Tageblatt)