D/A mit Punkt gegen Werder – Sicherheitsspiel wegen Bremer Ultras

Die SV Drochtersen/Assel hat sich aufgrund einer starken zweiten Halbzeit und drei besonderen Minuten ein 2:2 gegen Werder Bremen II erkämpft. Der späte Ausgleich trübt etwas die Stimmung. Kurzfristig rückte außerdem Polizeipräsenz an.

(Update am 4. Dezember um 20 Uhr: Details ergänzt.)

Das Spiel wurde kurzfristig zu einem Sicherheitsspiel erklärt, weil sich 150 Ultras von Werder Bremen angekündigt haben. Aufgrund der WM-Pause können sie die zweite Mannschaft unterstützen. Somit waren verstärkte Polizeipräsenz und eine höhere Anzahl von Ordnern vonnöten. Vor dem Anpfiff zündelten die Ultras natürlich Pyros, für kurze Zeit war der Gästefanblock in Grün-Weiß gehüllt. Ansonsten unterstützten die Fans ihre Mannschaft fast durchgehend mit Fangesang.

Als der Qualm sich gelichtet hatte, ging’s los. In der dritten Minute fuhr D/A den ersten gekonnten Angriff, der zu einer von noch vielen folgenden Ecken führte. Aus den Ecken konnte D/A zu wenig machen, weil die Bremer die Lufthoheit hatten. In der fünften Minute hatte Jorik Wulff das leere Tor im Visier, doch sein Gegenspieler verhinderte per Handspiel den Abschluss – und sah dafür nur Gelb.

Insgesamt ist das D/A-Spiel zu harm- und kraftlos

In der elften Minute kassierte D/A dann das 0:1. Nach einer Flanke von der linken Außenbahn war Dejan Galjen völlig frei im Zentrum des Strafraums und köpfte wuchtig ein. Zwei weitere Schreckmomente musste D/A bei ähnlichen Szenen noch überstehen, darunter ein Pfostentreffer nach einer Standardsituation. Insgesamt hatten die Drochterser optisch zwar etwas mehr vom Spiel. Doch sie mussten sich ankreiden lassen, gegen eine nicht unbedingt sattelfeste Werder-Abwehr zu wenig aus ihren Angriffsversuchen gemacht zu haben. Das D/A-Spiel war harmlos, irgendwie kraftlos. „Wir haben die gute Trainingswoche nicht auf den Platz bekommen“, sagte D/A-Trainer Frithjof Hansen, die Körpersprache sei in der Kabine geblieben.

Die beste Chance in Hälfte eins hatte Ashton Götz in der 39. Minute. Sein Schuss streifte noch leicht abgefälscht äußerst knapp am Tor vorbei. Kurz nach der folgenden Ecke verletzte Götz sich vermutlich schwer bei einem Tritt auf seinen rechten Fuß. Nur der Schiri erkannte in dieser Szene kein Foul.

D/A präsentiert sich in Hälfte zwei mit mehr Wucht

In der wesentlich temporeicheren zweiten Hälfte erarbeitete sich D/A die Hoheit im Mittelfeld, war griffiger und bissiger. Beflügelt von wilden drei Minuten. In der 61. Minute wird Maximilian Geißen nach einem schönen Spielzug im Strafraum gefoult. Alexander Neumann verwandelt mittig zum 1:1. Nur zwei Minuten später zieht Arian Khodabakhshian mit Tempo in den Strafraum und wird regelrecht gefällt. Wieder Elfer. Dieses Mal entscheidet sich Neumann für die linke Ecke, der Torhüter pariert, doch Neumann verwandelt per Nachschuss zum 2:1.

Zwei Geschenke von Werder. Nun waren auch die D/A-Fans in Stimmung. Die Kinder wurden schon während der Pause vom Weihnachtsmann vor der Haupttribüne beschenkt.

Werder blieb in Standards gefährlich

Nach diesen beiden berechtigten Elfmetern – Werder-Trainer Konrad Fünfstück hatte leichte Zweifel – hatte D/A das Spiel im Griff. Chancen zum 3:1 waren da. Ein Kopfball von Jannes Elfers, ein Heberversuch von Neumann.

Werder war aber bei Standards weiterhin gefährlich. Und dann passierte es. In der 88. Minute konnte D/A eine Ecke nicht klären und Bargfrede traf aus dem Gewusel heraus zum 2:2. „Wir müssen die Führung über die Zeit kriegen – und dann kommt so eine scheiß Standardsituation“, ärgerte sich Hansen. Das Spiel sei ein „Wechselbad der Gefühle“ gewesen, so Hansen. Das Ergebnis stimmte wie in den vergangenen Wochen nicht ganz so glücklich.

Die Fans wurden von den D/A-Verantwortlichen dann mit warmen Worten in die Weihnachtzeit verabschiedet.

Die Statistik

Tore: 0:1 Dejan (11.) Galjen, 1:1 (61. FE) Neumann, 2:1 (63.), 2:2 (88.) Bargfrede

SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Elfers, Mohr, Giwah, Kodabakhshian (82. Serra), Haut, Geißen, Götz (44. Kinitz), Wulff (67. Rosin), Steffens, Neumann (81. Fock)

SV Werder Bremen II: Lord, Dietrich, Schröder, Ehlers, Kim (74. Löpping), Salifou, Gafar (74. Asante), Rosenboom (86. Wang), Galjen (90. Polat), Brandt (46. Kühn), Bargfrede

Schiedsrichter: Adrian Höhns, Assistenten Daniel Gawron, Gerhard Ludolph

Zuschauer: 732

Nächstes Spiel: Eintracht Norderstedt – D/A (Fr., 9. Dezember, 19.30 Uhr)

(Quelle: Stader Tageblatt)