Das D/A-Spiel hat ein neues Gesicht

D/A verliert das letzte Spiel der Hinrunde gegen den TSV Havelse mit 0:1. Die sechste Saisonniederlage trübt die Stimmung und schmälert die Halbzeitbilanz. Spielerisch ordnet ein Leistungsträger die Saison dennoch in die Kategorie „revolutionär“ ein.

Die Drochterser Niederlagen gegen den VfB Lübeck, gegen Weiche Flensburg oder den Bremer SV schmerzen. Nach solchen Spielen, erzählt D/A-Linksaußen Marcell Sobotta, sitzen er und die Kollegen in der Kabine, schauen sich an, und sagen sich: „Das muss nicht unbedingt.“ Nach dem 0:1 gegen den TSV Havelse ist die Stimmung am Sonnabend ähnlich.

Gegentor ist eine „Murmel“

Havelse schießt in der ersten Halbzeit ein Mal übers Tor, in der zweiten Halbzeit ein Mal aufs Tor. Der Ball ist drin. „Eine Murmel“, nennt D/A-Trainer Frithjof Hansen den Treffer von Yannik Jaeschke, der Drochtersen die sechste Pleite im 18 Saisonspiel beschert. D/A steht auf Platz fünf nach der Hälfte aller Ligaspiele. Aber das Tabellenbild ist verzerrt. Die Konkurrenz kann noch nachlegen.

D/A kontrolliert gegen den TSV Havelse vor allem in der ersten Halbzeit das Geschehen. Nicht ganz so stark, wie in vielen anderen Begegnungen, aber doch recht souverän. Was fehlt, sind die glasklaren Chancen, die Abschlüsse aufs Tor.

In der siebenten Minute zieht D/A-Rechtsaußen Ashton Götz im Strafraum ab. Die erste gute Offensivaktion der Gastgeber. Seinen Schuss blockt Havelse zur Ecke. In der 26. Minute sprintet Marcell Sobotta seinen Gegenspielern auf Linksaußen davon und bringt die Flanke in den Strafraum. Fabio Parduhn versucht sich am Torschuss. Ashton Götz steht in seinem Rücken knochenfrei. Parduhn hätte den Ball lieber passieren lassen. Ashton Götz prüft Havelses Torwart Tom Opitz in der Schlussphase der ersten Halbzeit. Opitz pariert den Flachschuss.

Der Jubelschrei liegt den 613 Zuschauern im Kehdinger Stadion in der 79. Minute auf den Lippen. Der eingewechselte Innenverteidiger Tjorve Mohr zieht in Stürmermanier ab, Opitz wehrt den Ball zur Seite ab. Der heranstürmende Jan-Miklas Steffens trifft im Nachsetzen das leere Tor nicht. Aber der Treffer hätte nicht gezählt. Steffens kam aus dem Abseits. In der Nachspielzeit fehlt D/A zwei Mal das Glück.

Gegner sind gegen D/A defensiver eingestellt

Ballgewinne und Flanken in den Strafraum stehen eigentlich genügend in der Statistik. Drochterser Gegner spielen gegen D/A seit dieser Saison kaum noch Hurra-Fußball. Sie lassen D/A kommen. Einige, wie eben Havelse, verteidigen mit einer Fünferkette, weil sie um die spielerische Qualität der Drochterser wissen und der Wucht doch lieber einen zusätzlichen Defensiven entgegenstellen. „Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, ist richtig gut“, sagt Frithjof Hansen. Hart arbeiten müsse die Mannschaft an der Konstanz.

Spielerisch starke Mannschaften wie den Hamburger SV II, Werder Bremen II oder Hannover 96 II hat D/A geschlagen. Und dabei viele Tore erzielt. Das spricht sich in der Szene rum.

„Im Allgemeinen können wir mit der Entwicklung zufrieden sein“, sagt Marcell Sobotta. Spielerisch habe sich die Mannschaft „extrem gut entwickelt“, obwohl sie im Sommer neu aufgestellt wurde. Mit Frithjof Hansen und seinen neuen Ideen als neuer Cheftrainer. „Vieles, was in den letzten Jahren hier gespielt wurde, wurde revolutioniert“, sagt Sobotta.

Sobotta punktet mit Tempo und Torgefahr

Marcell Sobotta selbst ist ein Puzzleteil dieser spielerischen Revolution. Schon aufgrund seiner enormen Schnelligkeit. Frithjof Hansen verlangt Tempo im Spiel. Der 25-Jährige kam im Sommer aus der Südwest-Staffel der Regionalliga vom TSV Steinbach. Dort hatte er aufgrund von Verletzungen kaum gespielt. Bei D/A verpasste Sobotta in dieser Saison kein einziges Regionalligaspiel, stand in allen Partien in der Startelf und wurde nur drei Mal ausgewechselt. Fünf Tore und vier Vorlagen stehen in seiner Statistik. „Ich bin froh, dass ich wieder an mein Leistungslevel gekommen bin“, sagt Sobotta.

D/A hat noch nie so viele Tore geschossen, wie in dieser Saison. 32 in 18 Spielen, 1,8 Treffer im Schnitt. Die neue Statik im Spiel und die Spielidee von Trainer Frithjof Hansen geben das her. Dennoch erklärt Hansen das Kreieren von Chancen und das Nutzen der Tormöglichkeiten vor dem Rückrundenstart in knapp zwei Wochen gegen den SSV Jeddeloh und für die Winterpause zur Baustelle.

Die Statistik des Spiels

  • Tor: 0:1 (71.) Jaeschke
  • SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Elfers, Giwah, Serra (88. Fock), Khodabakhshian (71. Steffens), Götz, Geißen, Haut (78. Mohr), Sobotta, Rosin, Parduhn
  • TSV Havelse: Opitz, Schleef, Kolgeci, Minz, Langfeld (90.+1 Qela), Jaeschke, Engelking (69. Kukanda), Kim (56. Drawz), Rufidis, Oltrogge, Riedel
  • Schiedsrichter: Hendrik Duschner, Assistenten: Christopher de Vries, Søren John
  • Zuschauer: 613
  • Nächstes Spiel: SSV Jeddeloh – D/A (Sonntag, 27. November, 15 Uhr, 53acht-Arena)

(Quelle: Stader Tageblatt)