D/A gewinnt gegen Delmenhorst – und schreibt Vereinsgeschichte

Seit der Saison 2015/2016 spielt die SV Drochtersen/Assel in der Fußball-Regionalliga. Tabellenführer war der Verein noch nie. Zur Wahrheit gehört, dass die ungeschlagene Konkurrenz vom VfB Lübeck an ihrem spielfreien Wochenende naturgemäß nicht punkten konnte. Aber schön ist der Anblick der Tabelle aus D/A-Sicht allemal.

Tabellenführung nur eine Momentaufnahme

„Das ist ein Supermoment“, sagt der Drochterser Trainer Frithjof Hansen. Gerade weil sich seine Mannschaft diesen Anblick so hart erarbeitet habe. Aber es ist eben nur ein Moment. „Es kommen noch so viele schwere Spiele“, sagt Hansen. Genießen werde D/A die Woche dennoch.

Seit langer Zeit steht am Mittwoch mal wieder kein Punktspiel an. „Wir können uns ganz in Ruhe auf das nächste Spiel vorbereiten“, sagt der Trainer. Am nächsten Sonntag kommt Aufsteiger Bremer SV ins Kehdinger Stadion. Womöglich grüßt D/A also noch länger von der Tabellenspitze.

In Delmenhorst hat die SV Drochtersen/Assel am Sonntag immer zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Nach einem starken Pass von Tom Kinitz hatte Marcell Sobotta auf der linken Seite nur noch ganz viel Rasen und den Delmenhorster Torwart Eike Bansen vor sich. Sobotta brachte den Ball in der 29. Minute sicher in der kurzen Ecke unter. Das 1:0 für D/A fiel in einer Phase, in der Delmenhorst auf Augenhöhe agierte und die ein oder andere Gelegenheit verbuchte.

D/A agierte giftig und spielerisch gut aufgelegt. Marcell Sobotta hätte kurze Zeit später sogar seinen vierten Saisontreffer erzielen können, nachdem Sebastian Haut ihn in Szene gesetzt hatte. Das 2:0 war aber einem anderen Spieler vorbehalten.

Jorik Wulff trifft per Freistoß aus 20 Metern

Jorik Wulff markierte vier Minuten vor der Halbzeit das 2:0 für D/A. Aus 20 Metern schlenzte er einen Freistoß sehenswert über die Mauer in die linke obere Ecke. Drochtersen hatte sich diesen aussichtsreichen Standard vorher mit einem schönen Spielzug über Maximilian Geißen durchs Zentrum erarbeitet.

Nach Wiederanpfiff waren die Defensivqualitäten der Drochterser gefragt. Delmenhorst lag in dieser Saison bereits zwei Mal mit 0:2 hinten und kam mit Wucht zurück. „Atlas war voller Elan. Wir sind hinterhergelaufen“, sagt Frithjof Hansen. Einige Male wurde es brenzlig vor dem D/A-Tor. Einen Freistoß parierte Torwart Patrick Siefkes. Die Defensivexperten blockten die Delmenhorster Abschlüsse. Atlas ging volles Risiko. „Wir hätten dieses Risiko bestrafen müssen“, sagt Hansen. Aber D/A spielte die Konter nicht gut aus.

Bis in die 81. Minute. Jorik Wulff wuchtete den Ball an den Innenpfosten und bekam seine zweite Chance mit dem Abpraller. Wulff hatte eine Idee und legte quer auf Alexander Neumann. Der D/A-Kapitän schob aus kurzer Distanz souverän ein. Saisontor Nummer sechs des besten Drochterser Torschützen.

Drochtersen mit der besten Offensive der Regionalliga

Neben der Tabellenführung ist die starke Torausbeute noch so ein Novum in dieser Saison. D/A stellt nach acht Spieltagen mit 21 Treffern die beste Offensive der Liga. D/A spielt kreativ und mit Vorwärtsdrang.

Qualität kommt dabei von der Reservebank. Arian Khodabakhshian ersetzte in der Halbzeit den angeschlagenen Nico von der Reith. Nikola Serra kam für den Gelb-Rot-gefährdeten Tjorve Mohr. Martin Sattler für Jan-Miklas Steffens, Felix Niebergall für Jorik Wulff, Alexander Neumann für Fabio Parduhn. . „Die Bank bringt sofort Schwung“, sagt Frithjof Hansen. Und sie schießt Tore.

Die Statistik des Spiels

  • Tore: 0:1 (29.) Sobotta, 0:2 (41.) Wulff, 0:3 (81.) Neumann
  • Rote Karte: Leo Weichert (89., Delmenhorst)
  • SV Atlas Delmenhorst: Bansen, Matern, Steffen (46. Trianni), Erdogan, Stütz, Cissé (46. Hoffrogge), Touray, Schindler (85. Rohwedder), Stöhr, Weichert, Stefandl
  • SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Mohr (68. Serra), Giwah, von der Reith (46. Khodabakhshian), Kinitz, Haut, Geißen, Steffens (68. Sattler), Sobotta, Parduhn (74. Neumann), Wulff (82. Niebergall)
  • Zuschauer: 986
  • Nächstes Spiel: SV Drochtersen/Assel – Bremer SV (So., 11. September, 15 Uhr)

(Quelle: Stader Tageblatt // Foto: Struwe)