Sieg gegen kleinen HSV – D/A-Spieler überzeugt mit neuer Qualität

D/A hat gegen den Hamburger SV II eine starke Leistung gezeigt. Voller Kampfgeist, Spielwitz und mit der Gier nach Toren. Das 4:1 entzückte die 725 Zuschauer. D/A-Mittelfeldspieler Sebastian Haut hat einen besonderen Grund zum Feiern.

Sebastian Haut wechselte in diesem Sommer vom SV Rödinghausen nach Drochtersen. Zuvor spielte er für den Hamburger SV in der zweiten Mannschaft. Insgesamt stehen 124 Spiele in der Regionalliga Nord und 28 Spiele in der Regionalliga West in der Statistik des 26-Jährigen. Das Toreschießen gehörte nie zu seinen Kernkompetenzen.

An diesem Sonntag zeigte der Mann eben jene neu gewonnene Qualität. Und das gleich in der vierten Minute. D/A drückte in der Anfangsphase gegen den HSV richtig aufs Tempo und nistete sich im generischen Strafraum ein. Der Ball fiel Sebastian Haut 20 Meter vor dem Tor vor die Füße. Mit links zog er ab, volley. Oben links schlug der Ball ein. HSV-Torwart Leo Oppermann war machtlos.

Sebastian Haut verbuchte den zweiten Regionalligatreffer seiner Karriere. Den ersten hatte er vor Jahren im HSV-Trikot erzielt. Gegen wen? Gegen D/A. Das Tor soll ein Grund für seine Verpflichtung gewesen sein. Der Schuss gegen den HSV „war genau so gewollt“, sagt Sebastian Haut. Normalerweise suche er immer den besser postierten Mitspieler. Heute sei keiner da gewesen. Also versuchte er es selbst.

D/A-Trainer Hansen führt viele Einzelgespräche

Nach der 1:3-Niederlage gegen den FC St. Pauli II am vergangenen Mittwoch ließ D/A es im Training ruhig angehen. Trainer Frithjof Hansen führte viele Einzelgespräche, um zu ergründen, warum sich seine Mannschaft in Norderstedt so wenig frisch und mental belastet gezeigt hatte. Hansen versuchte es mit dem Spaßfaktor im Training. Er ließ Volleyschüsse üben und übte gleich mit. Haut soll mindestens 20 Mal aufs Tor gedroschen haben. Das Spezialtraining hat sich gelohnt.

„Heute sind wir gleich in die Zweikämpfe gekommen“, sagt Sebastian Haut über das HSV-Spiel im Vergleich zum müden Auftritt gegen den FC St. Pauli. „Manchmal gehst du halt auf den Platz und weißt: Heute geht alles. Das war heute so ein Tag“, sagt Haut. Warum D/A noch nicht jeden Tag so auflaufen könne, sei so ein Geheimnis, das die Mannschaft noch lüften müsse.

D/A-Trainer Frithjof Hansen schickte fast die gleiche Startelf auf den Platz wie gegen den FC St. Pauli. Taktisch stellte Hansen den spielstarken und torgefährlichen Hamburgern variable Systeme entgegen. „Ich bin stolz, weil die Jungs so geackert haben. Das war bärenstark. Ich bin stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein“, sagt Frithjof Hansen.

Die Gastgeber setzten gegen den HSV auf ein schnelles Konterspiel. Marcell Sobotta suchte zwei Mal den Abschluss. Jan-Miklas Steffens lief allein auf Leo Oppermann zu und schob den Ball links am Tor vorbei. Dem Publikum gefiel der engagierte Auftritt.

Kehdinger verlieren die Spielkontrolle

Allerdings verlor D/A nach einer halben Stunde die Spielkontrolle. Der HSV setzte Akzente und drängte auf den Ausgleich. Robin Velasco und Pingdwinde Beleme scheiterten am Außenpfosten und im Eins-gegen-Eins-Duell mit D/A-Torwart Patrick Siefkes.

Die D/A-Spieler konnten gegen den HSV mehrmals jubeln. Foto: Struwe

D/A befreite sich nach 41 Minuten aus der Umklammerung. Mit kurzen und präzisen Pässen kombinierte sich die Offensivabteilung durch den HSV-Strafraum bis Fabio Parduhn mit links trocken abzog. 2:0. Ein guter Zeitpunkt für ein Tor. D/A ging mit einem guten Gefühl in die Pause.

Drei Minuten nach Wiederanpfiff wurde aus diesem guten Gefühl Euphorie. Nico von der Reith verwandelte sicher einen Handelfmeter zum 3:0.

D/A zündet den Turbo und kontert den HSV aus

Daran, dass die Partie spannend blieb, hatte der Hamburger Leon Sommer entscheidenden Anteil. Sein trockener Flachschuss in die linke Ecke in der 54. Minute brachte den HSV wieder heran. Bereits am letzten Spieltag hatte der HSV beim FC Eintracht Norderstedt aus einem 1:3-Rückstand noch ein 3:3 gemacht.

Aber die Spielvereinigung nahm der Welle sofort die Wucht und konterte den HSV nach einer Stunde aus. Auf der rechten Seite zündete Jan-Miklas Steffens den Turbo. Seinen Querpass knallte Marcell Sobotta zum 4:1 unter die Latte.

Die 725 Zuschauer honorieren Drochtersens Gier nach Toren. Den Vorwärtsdrang, den Spielwitz und die starken Reflexe von Torwart Patrick Siefkes. Statistiker reiben sich verwundert die Augen, wenn sie sehen, dass die Drochterser nach fünf Spieltagen mit 14 Toren den treffsichersten Angriff der Liga stellen. Diese Statistik führte D/A, jetzt Tabellenvierter, in Liga vier noch nie an.

An diesem Sonntag waren die Beine der Spieler genauso schwer, wie an anderen Tagen. Gerade in den englischen Wochen mit drei Spielen in sieben Tagen. „Wenn der Kopf frei ist, gehst du über diesen Punkt rüber“, sagt Sebastian Haut. Dann verschiebt der Spaß am Fußball körperliche Grenzen.

(Quelle: Stader Tageblatt)