Müde und überfordert: D/A ohne Chance beim FC St. Pauli

Das 16. Duell zwischen den Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel und FC St. Pauli II geht deutlich an die Hamburger. Vor 300 Zuschauern verliert D/A im Norderstedter Plambeck-Stadion 1:3. D/A kann an die zuletzt gezeigten Leistungen zu keinem Zeitpunkt des Spiels anknüpfen.

Dennis Rosin steht gegen den FC St. Pauli II in dieser Saison das erste Mal in der D/A-Startelf.

D/A schläft in der dritten Minute. Der Hamburger Lee Gwangin rutscht wenige Meter vor dem Drochterser Tor in einen scharfen Querpass. 1:0 für den FC St. Pauli II. Das ist zu einfach. Das schwache Zweikampfverhalten wird D/A die gesamte erste Halbzeit beschäftigen. Die Spritzigkeit fehlt, die Gedankenschnelligkeit, die Aggressivität. Das Pressing leidet in Abwesenheit des verletzten Jorik Wulff.

Jorik Wulff fällt mindestens vier Wochen aus

Der giftigste Drochterser Spieler läuft in zivil ins Plambeck-Stadion in Norderstedt ein. Der dicke Knöchel ist geschient. Eine Trainingsverletzung. Jorik Wulff wird der SV D/A wegen eines Bänderrisses mindestens vier Wochen fehlen. D/A-Trainer Frithjof Hansen möchte die Niederlage nicht am Fehlen von Wulff festmachen. „Von der Taktik her haben wir keinen Druck draufbekommen“, sagt der Coach. Er habe das Vertrauen, dass auch andere Spieler die Rolle von Wulff übernehmen können.

Was ihn allerdings mehr stört, ist das Auftreten seiner Mannschaft. „Ich hatte das Gefühl, dass die Jungs im Kopf kaputt waren, nicht frisch“, sagt Hansen. Es fehlte offenbar zudem der Glaube, das Spiel zu drehen. Eigentlich sei genau das die Stärke der Mannschaft. Hansen: „Körperlich und geistig waren wir nicht zu 100 Prozent da.“

D/A antwortet allerdings schnell auf den Rückstand. Das 1:1 in der sechsten Minute schießt Fabio Parduhn. Nico von der Reith setzte den Stürmer in Szene. Ein starker Pass hinter die Abwehrkette. Ein starker Laufweg von Parduhn. Pauli-Torwart Jhonny Peitzmeier ist zwar noch dran, aber nicht entscheidend.

St. Pauli ist zu schnell für die D/A-Defensive

Die Defizite in der D/A-Defensive deckt St. Pauli in der 15. Minute schonungslos auf. Der schnelle Gwangin passt von der Torauslinie in den Rückraum der Drochterser Abwehr. Yiyoung Park schiebt den Ball in die rechte Ecke. 2:1. Das geht alles zu schnell für D/A.

Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit erspielt sich D/A ein paar Möglichkeiten. Meistens kommt der finale Pass von den Außen aber nicht an. Die beste Chance vergibt Alexander Neumann. Sein Heber spitzelt Jhonny Peitzmeier über die Querlatte.

D/A läuft in der zweiten Halbzeit in Richtung der riesigen digitalen Anzeigetafel. Die Spieler sehen die Uhr ticken. Was sie da unter Zeitdruck kreieren, ist überschaubar. In der 57. Minute bekommt Marcel Sobotta keinen Druck hinter seinen Flachschuss aus 16 Metern zentral vor dem Tor.

In der 63. Minute wird der Zeitdruck noch intensiver. Und bei der Tagesform der Drochterser eine Aufholjagd noch unwahrscheinlicher. Eine Flanke segelt in den D/A-Strafraum. Keiner fühlt sich für Luca Günther zuständig. Der nimmt in aller Ruhe Maß. 3:1 für St. Pauli. Drochtersen verliert völlig die Linie. St. Pauli überläuft D/A im Vollsprint. Torwart Patrick Siefkes verhindert in der 65. Minute mit einem Reflex beim Schuss von Robin Müller das vierte Gegentor.

Letzter Sieg gegen Pauli ist jetzt drei Jahre her

Vor drei Jahren gelang D/A der letzte Sieg gegen den FC St. Pauli. Nach der neuerlichen Pleite kommt nach zwei starken Auftritten gegen Werder Bremen und Eintracht Norderstedt die Ernüchterung.

Die Statistik zum Spiel

Tore: 1:0 (3.) Lee, 1:1 (6.) Parduhn, 2:1 (15.) Park, 3:1 (64.) Günther

FC St. Pauli II: Peitzmeier, Günther, Mahncke, Imsak, Roggow, Park, Ritzka, Schütt, Mende, Müller (79. Borrero), Lee (72. Clausen)

SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Mohr, Giwah (76. Khodabakhshian), Kinitz, von der Reith, Geißen, Haut, Sobotta, Rosin (70. Sattler), Parduhn (63. Serra), Neumann (60. Niebergall)

Schiedsrichter: Marius Schlüwe; Assistenten: Malte Quoos, Laurence Büchner

Zuschauer: 300

Nächstes Spiel: SV Drochtersen/Assel – HSV II (So., 21. August, 15 Uhr, Kehdinger Stadion)

(Quelle: Stader Tageblatt)