D/A-Sieg: Neumanns Tor-Gala zum Geburtstag

D/A gewinnt in der Fußball-Regionalliga am Sonnabend mit 3:1 gegen Lieblingsgegner Eintracht Norderstedt. Die Show vor 549 Zuschauern liefert der älteste Drochterser Spieler. An seinem 33. Geburtstag schießt er drei sensationelle Tore.

Alexander Neumann hat es mit der Zahl drei. Drei Tore in 33 Minuten an seinem 33. Geburtstag am 13. August. Ach ja: Bei 33 Grad. So etwas kann man sich nicht ausdenken.

Drei Mal erhält Neumann an diesem denkwürdigen Fußballtag von den Spielern des FC Eintracht Norderstedt Einladungen. Freibriefe zum Toreschießen. Das hat Norderstedt aber immer schon gern getan. Vor ein paar Jahren gewann D/A mal 5:1 gegen Norderstedt. Damals schoss Neumann wie viele Tore? Klar: drei. Die SV Drochtersen/Assel gewann gegen die Eintracht von 13 Duellen sieben. Nur ein Mal siegte der Gegner.

Gegen den Lieblingsgegner spielt D/A mit einem guten Plan. Die Drochterser wollen die großen Räume nutzen, die die Norderstedter im Mittelfeld lassen, wenn sie den Gegner weit in dessen Hälfte attackieren. „Brutales Anlaufen“ und eine „hohe Intensität“ hat Videoanalyst Jan-Ole Patjens bei der Eintracht gesehen. Aber auch Konteranfälligkeit.

D/A-Gegner nicht ohne Chancen

Den D/A-Plan umsetzen soll die gleiche Startelf, die eine Woche zuvor bei SV Werder Bremen II mit 4:2 gewann. Und der Plan geht auf. Mit freundlicher Unterstützung der Eintracht sprüht Alexander Neumann die Sahne auf seine Geburtstagstorte. Der erfahrene Vollblutstürmer mit Torinstinkt und dem Wahnsinns-Gefühl in beiden Füßen. In der achten Minute unterschätzt ein Norderstedter Abwehrspieler eine Freistoßflanke von Jorik Wulff. Der Ball fällt Neumann fast an der Torauslinie auf die Füße. Ein kleiner Haken nach rechts. Neumann nimmt mit rechts Maß und versenkt den Ball in der langen Ecke.

Vier Minuten später springt Neumann in einen Schuss von Eintracht-Torwart Lars Huxsohl, sichert den Ball an der Seitenlinie und zieht mit links sofort ab. Die Bogenlampe aus 30 Metern senkt sich in Huxsohls Tor. 2:0.

Norderstedt erspielt sich durchaus Chancen. D/A hat bei Jan Lüneburgs Kopfball Glück. Und wenn der ehemalige Buxtehuder Elias Saad im Strafraum nicht den Abschluss vergisst, wäre Siefkes womöglich aus Nahdistanz ohne Chance gewesen.

Neumann: Treffer mit Erfahrung und Auge

D/A gewinnt fast jeden sogenannten zweiten Ball, spielt klar, seriös, fast ohne jeden Wackler. In der 33. Minute gewinnt Jorik Wulff den Ball weit in der gegnerischen Hälfte. Denn Ballgewinne sind die Spezialität der Mannschaft. Wulff setzt Neumann in Szene. Der lässt einen Verteidiger aussteigen und hebt den Ball über Huxsohl ins Tor. 3:0. Drei Mal Neumann. Ein perfekter Geburtstag. Solche Geschichten schreibt nur der Sport. D/A-Präsident Rigo Gooßen nimmt Neumann schon nach 45 Minuten in den Arm. „Alex schießt auch mit 43 noch solche Tore“, sagt der Chef.

Der Torschütze selbst erklärt die Treffer mit seiner Erfahrung. Und „mit Auge“. „Ein Torwart steht in solchen Momenten immer ein Stück zu weit draußen“, sagt er. Dafür dass seine Bälle dann genau da hingehen, dafür benötige er natürlich ein wenig Glück.

D/A verliert die Spielkontrolle

Alexander Neumann kann seinen Ehrentag erst am Sonntag so richtig feiern. Solch ein Spieltag ist ja durchgetaktet. Da blieb am Sonnabend nur am Frühstückstisch ein wenig Zeit mit der Familie. Zwei Kisten Getränke lud Neumann in den Kofferraum seines Autos, bevor er zum Kehdinger Stadion fuhr. An einem normalen Geburtstag würde das sogar reichen. Aber nach solch einem Spiel. Neumann hatte schon kurz nach dem Abpfiff seine Zweifel. Das habe er nicht einberechnet.

D/A ist nach der Pause gedanklich noch nicht richtig auf dem Platz zurück, da erzielt Jan-Pelle Hoppe in der 46. Minute den 1:3-Anschlusstreffer per Kopf. Tom Kinitz hatte zuvor die gute Flanke nicht verhindert. D/A verliert die Spielkontrolle und die Ruhe am Ball. Norderstedt versucht es mit Härte. In der 68. Minute senst Jan-Pelle Hoppe Nico von der Reith um. Mit Gelb ist Hoppe gut bedient. Von der Reith muss verletzt runter. Er hält sich das rechte Knie.

„Das kann eine erfolgreiche Saison werden“

Die spielerische Klasse ist weg. Bei schwindenden Kräften ist in der Schlussphase Mentalität gefragt. D/A zeigt diese Mentalität und wehrt sich. Fängt sich in den letzten Minuten. Agiert wieder mit mehr Präzision und steht in der Defensive sicher. Tom Kinitz und der eingewechselte Arian Khodabakhshian vergeben noch zwei gute Möglichkeiten. „Fertig machen zum Jubeln. Feierabend“, ruft Präsident Gooßen von der Tribüne. Der Schiedsrichter tut ihm den Gefallen und pfeift ab.

Und Neumann? Der steht ein paar Minuten nach dem Abpfiff erneut im Rampenlicht. Er holt sich vor der Haupttribüne als Spieler des Tages die Glückwünsche des Präsidenten ab und den Applaus des verzückten Publikums, das ihm bereits bei seiner Auswechslung ein Ständchen sang. Der Kapitän sagt nach dem dritten Ligaspiel noch drei kluge Sätze, die Lust auf mehr machen. „Wir sind noch ganz am Anfang. Wenn wir uns eingespielt haben, wird noch viel mehr kommen. Das kann eine ganz erfolgreiche Saison werden.“

Die Statistik

Tore: 1:0 (9.) Neumann, 2:0 (12.) Neumann, 3:0 (33.) Neumann, 4:1 (46.) Hoppe.

SV D/A: Siefkes, von der Reith (63. Serra), Giwah, Mohr, Kinitz (90. Khodabakhshian), Steffens (60. Rosin), Geißen, Haut, Sobotta (82. Sattler), Wulff, Neumann (67. Parduhn).

FC Eintracht Norderstedt: Huxsohl, Nuxoll (46. Wallenborn), Marxen (46. Hildebrandt), Grau, Williams, Lüneburg, Choi, Saad, Behounek, Bork (74. Kummerfeld), Hoppe (66. Brendel).

Schiedsrichter: Max Rosenthal, Assistenten: Jannik Schneider, Jan Mika Kröhnert

Zuschauer: 549

Nächstes Spiel: FC St. Pauli II – SV D/A (Mi., 17. August, 18.30 Uhr, Plambeck-Stadion in Norderstedt)

(Quelle: Stader Tageblatt)