Aus der Pokaltraum: D/A verliert gegen Osnabrück

Zwei Mal schon hat die SV Drochtersen/Assel den Drittligisten VfL Osnabrück im Niedersachsenpokal besiegt. Unvergessliche Pokalerfolge. Am Mittwochabend läuft D/A viel zu früh einem Rückstand hinterher, kämpft vergeblich und scheidet mit 0:2 aus.

Der Plan der SV Drochtersen/Assel ist nach genau einer Minute und 32 Sekunden dahin. Da trifft nämlich Ba-Muaka Simakala zum 1:0 für den VfL Osnabrück per Volleyschuss ins lange Eck. Dem geht ein kurzer Pass in die Tiefe von Marc Heider auf Robert Tesche voraus, dessen Flankenball Liam Giwah unglücklich per Kopf direkt in den Fuß des Torschützen verlängert.

Eigentlich wollten sich die Drochterser Minute für Minute ins Spiel arbeiten. Trainer Frithjof Hansen hatte gehofft, den erwarteten Anfangsdruck standhalten zu können.

Ab der 20. Minute nimmt das Spiel Fahrt auf

In der Folgezeit hat der VfL Osnabrück die absolute Spielkontrolle. Die Drochterser reagieren nur und verlieren den Ball nach eigenen Ballgewinnen sofort wieder. Der VfL schiebt den Ball in den eigenen Reihen hin und her, entwickelt aber keine weitere Torgefahr. In der 15. Minute geht ein Schüsschen in die Statistik ein, D/A-Torhüter Patrick Siefkes pflückt den Ball problemlos runter. Echte Pokalstimmung kommt nicht auf.

In der 20. Minute gelingt es den Drochtersern mit dem ersten nennenswerten Spielzug bis in die gegnerische Gefahrenzone vorzustoßen. Der folgende Einwurf fliegt in den VfL-Strafraum, doch Tjorve Mohr kommt mit seinem Kopf nicht dran. Aber immerhin. Das Spiel nimmt nun etwas mehr Fahrt auf, auch weil bei D/A mehr Emotionen und Selbstvertrauen im Spiel sind. In der 22. Minute muss Siefkes sich strecken nach einem Abschluss von Robert Tesche. Gute Parade. In der 24. Minute pflückt Jorik Wulff technisch stark einen hohen Ball unter Bedrängnis im VfL-Strafraum runter, sein Abschluss wird dann aber geblockt. Wulff macht ein sehr engagiertes Spiel, macht Kilometer und sucht jeden Zweikampf. Körperlich ist der Techniker den Drittligaspielern aber unterlegen.

D/A ist im Spiel. Und das Spiel ist lebhafter. In der 27. Minute verfehlt ein Kopfball von Marc Heider nur knapp das D/A-Tor.

Der Außenseiter gibt nicht auf

In der 40. Minute wollen die Zuschauer schon einen typischen Neumann-Moment bejubeln. Doch der freche Versuch vom Stürmer, aus gut 40 Metern über den aufgerückten VfL-Torhüter auszugleichen driftet dann doch ziemlich weit ab.

In der 45. Minute passiert dann, was nicht passieren darf in so einem Spiel Außenseiter gegen klaren Favoriten: Nach einer Ecke trifft Robert Tesche per Kopf zum 2:0 für den VfL Osnabrück. Das hätte D/A im Fünfmeterraum-Getümmel konsequenter verteidigen müssen.

„Die Gegentore waren zu dem Zeitpunkt unglücklich. Nach dem 0:1 waren wir eigentlich gut im Spiel, waren dran, mutig, hatten ein, zwei Möglichkeiten. Und dann kommt kurz vor der Halbzeit so ein blödes Ding“, sagt Kapitän Neumann.

D/A gibt sich aber nicht auf, glaubt an seine Chance, läuft, kämpft, steigert sich. „In der zweiten Halbzeit haben wir vieles richtig gemacht. Natürlich kannst du gegen die nicht alles verhindern. Aber wir haben alles gegeben. Die Grundeinstellung war richtig gut“, sagt Neumann. Insgesamt hat der Drittligist aber wenig Probleme, die anrennenden Drochterser auszubremsen.

Doch kein Bruderduell

Bei einem Distanzschuss von Khodabakhshian muss sich der VfL-Torhüter mächtig strecken (63.). Neumann ist gefährlich im Strafraum, legt sich den Ball auf links und wird geblockt (70.). Der eingewechselte Fabio Parduhn köpft kurz danach knapp vorbei. In der 73. Minute verhindert Siefkes stark das 0:3 gegen Emeka Oduah. In der 77. Minute folgt die nächste Großchance für den VfL. Viele Wechsel und aufkommende Hektik bestimmen dann das Hin und Her auf dem Spielfeld.

„Wir können viel Positives mitnehmen. Wenn wir unsere Chancen machen, sieht es schon nicht schlecht aus. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir vernünftige Akzente gesetzt. Schade, dass es nicht zum Bruderduell gekommen ist“, sagt Jorik Wulff. Sein Bruder ist krank und war nicht im Kader.

Trainer Frithjof Hansen zieht trotz des frühen Pokalaus ein insgesamt positives Fazit: „Die zweite Hälfte war absolut positiv. Das können wir mitnehmen. Klar haben wir hinten aufgemacht und Patrick Siefkes musste einen rausfischen. Aber das war uns bewusst. Gut war auch die erste Halbzeit. Wir wollten erst mal passiv sein. Zwischen den Toren hatten sie keine Torchance, keine Ideen. Die Tore waren bitter. Die Jungs haben gekämpft. Aber man hat gesehen, warum der VfL in die zweite Liga aufsteigen will.“

Diese frühe Niederlage im Pokal werden sie in Drochtersen schnell vergessen, dafür war das Spiel letztlich eine zu nüchterne Angelegenheit. „In der zweiten Halbzeit hätten wir uns ein Tor verdient gehabt. Dann wäre es noch mal ein heißer Fight geworden. Aber heute hat uns auch das nötige Glück gefehlt“, sagt D/A-Präsident Rigo Gooßen.

Jetzt folgt am Sonntag das erste Ligaspiel der Saison. D/A empfängt Jeddeloh. Wie stark D/A schon ist, zeigt sich dann.

Die Statistik zum Spiel

Tore: 0:1 (2.) Simakala, 0:2 (45.) Tesche

SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Khodabakhshian (68. Parduhn), Mohr, Giwah (82. Serra), von der Reith, Kinitz, Geißen (78. Sattler), Haut (68. Steffens), Sobotta, Wulff, Neumann (74. Niebergall)

VfL Osnabrück: Adamczyk, Kleinhansl (83. Haas), Gyamfi, Köhler, Tesche, Engelhardt (68. Higl), Simakala (83. Kunze), Chato, Putaro, Heider (67. Oduah), Traore (89. Rorig)

Schiedsrichter: Benjamin Schmidt, Assistenten Alexander Roj und Patrick Herbach

Zuschauer: 943

Nächstes Spiel: SV Drochtersen/Assel – SSV Jeddeloh (So., 31. Juli, 15 Uhr)

Die Stimmen zum Spiel

D/A-Präsident Rigo Gooßen: „In der zweiten Halbzeit hätten wir uns ein Tor verdient. Dann wäre es noch mal ein heißer Fight geworden. Aber heute hat uns auch das nötige Glück gefehlt.“

D/A-Trainer Frithjof Hansen: „Die zweite Hälfte war absolut positiv. Das können wir mitnehmen. Klar haben wir hinten aufgemacht und Patrick Siefkes musste einen rausfischen. Aber das war uns bewusst. Gut war auch die erste Halbzeit. Wir wollten erst mal passiv sein. Zwischen den Toren hatten sie keine Torchance, keine Ideen. Wir wussten, wie wir sie verteidigen. Die Tore waren bitter. Die Jungs haben gekämpft. Wir hatten die Gelegenheiten. Aber man hat gesehen, warum der VfL in die zweite Liga aufsteigen will.“

Marcell Sobotta: „Man hat gesehen, dass wir uns vor solch einer Mannschaft nicht verstecken müssen. Wir sind zu Chancen gekommen, als wir versucht haben, den Ball in unseren Reihen zu halten, Fußball zu spielen. Daran können wir anknüpfen. Die Gegentore fielen natürlich zu einem ganz unglücklichen Zeitpunkt. Unser Matchplan war nicht, uns komplett hinten rein zu stellen.“

Jorik Wulff: „Wir können viel Positives mitnehmen. Wenn wir unsere Chancen machen, sieht es schon nicht schlecht aus. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir vernünftige Akzente gesetzt und kaum was zugelassen. Die Systemumstellung auf Viererkette lief gut. Schade, dass es nicht zum Bruderduell gekommen ist. Irgendwie soll es nicht sein.“

Alexander Neumann: „Die Gegentore waren zu dem Zeitpunkt unglücklich. Nach dem 0:1 waren wir eigentlich gut im Spiel, waren dran, mutig, hatten ein, zwei Möglichkeiten. Und dann kommt kurz vor der Halbzeit so ein blödes Ding. In der zweiten Halbzeit haben wir vieles richtig gemacht. Natürlich kannst du gegen die nicht alles verhindern. Aber wir haben alles gegeben. Die Grundeinstellung war richtig gut.

(Quelle: Stader Tageblatt)