Ehemaliger-D/A-Torwart ist zurück im Kehdinger Stadion

Als Fußball-Torwart Philipp Kühn (29) von der Pokalauslosung erfährt, muss er schmunzeln. Er spielt mit dem Drittligisten VfL Osnabrück in der ersten Runde gegen den Regionalligisten SV Drochtersen/Assel. D/A lässt Kühn auch nach Jahren einfach nicht los.

Die Vorgeschichte macht das Spiel zwischen dem VfL Osnabrück und der SV Drochtersen/Assel für Philipp Kühn brisant. Im August 2017 stieg Kühn bei D/A ein. Am Ende der Saison avancierte der Torwart im Pokal-Halbfinale im Elfmeterschießen zum Helden des Abends. Gegen den VfL Osnabrück. D/A gewann später auch den Pott.

Ein Jahr später stand Kühn beim VfL unter Vertrag. Im Halbfinale des Landespokals verlor Osnabrück mit 1:2. Gegen D/A. Die Kehdinger holten den Titel erneut. Ob mit oder ohne Kühn: Der VfL Osnabrück hat in einem Pokalspiel noch nie gegen die SV Drochtersen/Assel gewonnen.

„Im dritten Anlauf soll es nun klappen“, sagt Philipp Kühn. Er sagt, er sei guter Dinge. Er sei optimistisch. Den eine Liga tiefer spielenden Rivalen in der regulären Spielzeit zu schlagen, sei der Anspruch des VfL Osnabrück. Die Lieblingsecken einiger seiner ehemaligen Kollegen beim Elfmeterschießen schaut Kühn sich trotzdem an. Verlängerung gibt es im Landespokal-Wettbewerb nicht. Steht es nach 90 Minuten unentschieden, fällt die Entscheidung im Elfmeterschießen.

Philipp Kühn fühlt sich wohl in Osnabrück. Früher hat er nie länger als zwei Jahre bei einem Verein gespielt. Mit dem VfL geht der Torwart schon in die fünfte Saison. Er feierte die Meisterschaft und den Zweitligaaufstieg, er stieg mit dem Club wieder ab, er erlebte grandiose Auftritte im DFB-Pokal gegen Werder Bremen und den Vorjahresfinalisten SC Freiburg.

Unter den Top-Torhütern der zweiten und dritten Liga

Seit Osnabrück ist Kühn wieder Vollprofi. Darauf hatte er bereits bei seinem einjährigen Gastspiel bei D/A in der Regionalliga hingearbeitet, nachdem der damalige Trainer Enrico Maaßen ihn spontan verpflichtete, weil sich seine etatmäßige Nummer eins, Patrick Siefkes, das Kreuzband gerissen hatte. „Der VfL Osnabrück ist ein toller und ambitionierter Verein“, sagt Kühn, der im altehrwürdigen Stadion an der Bremer Brücke längst zum Publikumsliebling geworden ist. In der dritten und der zweiten Liga gehörte Kühn in den vergangenen Jahren immer zu den Top-Torhütern. „Ich persönlich möchte wieder hoch“, sagt Kühn über sein Saisonziel. Hoch in die 2. Fußball-Bundesliga.

Der Kontakt zur SV Drochtersen/Assel brach nie ab. 30 Ligaspiele hatte Kühn für die Drochterser bestritten, dabei kassierte er 28 Gegentore, vier Mal spielte er zu null. Im Gesamtklassement kam der Verein mit Kühn im Tor damals als Zwölfter rein. Mit D/A-Spieler Jannes Elfers spricht Philipp Kühn häufig über die gemeinsame Vergangenheit. „Ich freue mich, die alten Weggefährten wieder zu sehen“, sagt Kühn.

(Quelle: Stader Tageblatt)