D/A startet mit neuem Trainer Frithjof Hansen in die Saisonvorbereitung

Am Montagabend sind die Regionalligafußballer der SV Drochtersen/Assel in die Saisonvorbereitung eingestiegen. Trainer Frithjof Hansen hat es locker angehen lassen. Der Vortag war belastend.

Der Sonntag war sehr lang für den 26 Jahre alten Frithjof Hansen. Der Nachfolger von Lars Jagemann bat 24 Spieler zum individuellen Leistungstest, bis zu eineinhalb Stunden dauerte dieser pro Spieler. Am Montagnachmittag setzte Hansen sich dann mit Fran Ares Sanjurjo zusammen und wertete die Ergebnisse aus. „Wir waren aber schon am Sonntag sehr positiv überrascht“, sagte Hansen. Die Spieler sind nach der nur dreiwöchigen Fußballpause auf einem guten Level.

Mit dem Spanier Fran Ares Sanjurjo, der schon für den Erstligisten La Coruna arbeitete, hat D/A jetzt einen Physiotherapeuten und Experten für die Belastungssteuerung, das Athletik- sowie das Reha-Training. „So können wir prophylaktisch arbeiten“, sagt Hansen. Verletzungen sollen im besten Fall vermieden werden. Die Spieler sollen im bestmöglichen Fitnesszustand durch die Saison gehen. „Mit Fran haben wir unser Kompetenzgebiet noch einmal erweitert“, sagt Hansen.

Beim Leistungstest mussten die Fußballer in der Halle Beweglichkeits- und Kraftübungen machen, um im Körper mögliche Schwachpunkte zu entdecken, um mit gezielten Übungen wiederum diesen Anfälligkeiten entgegenwirken zu können. Auf dem Platz wurden sie gescheucht, Sprints, Läufe mit Richtungswechsel. „Das war alles schon sehr anstrengend, das wird der eine oder andere heute noch merken“, sagte Hansen am Montag vor dem Trainingsauftakt.

Spaß haben – und Anspruch

Am Montagabend beim Trainingsauftakt sagt Hansen den Spielern im Mannschaftskreis, dass er zufrieden mit den Leistungstests war. Mit dem gleichen Engagement und derselben Professionalität solle nun weitergearbeitet werden. Am Montag, wie gesagt, noch im Schongang. „Die Spieler sollen erst mal nur den Ball wieder am Fuß haben“, sagt Hansen, der Spaß stehe im Vordergrund. Ab Dienstag werde das Tempo angezogen. Die Mannschaft habe schon wieder richtig Lust. Das sei schon bei der Blau-Roten Nacht, der traditionellen Vereinsfeier, am Freitagabend zu spüren gewesen, sagt Hansen. „Wir haben eine super Truppe beisammen“, sagt der neue Cheftrainer, „die Neuen passen auch vom Charakter.“ Beim Trainingsauftakt in Assel wird viel gelacht und geflachst.

Hansen verfolgt einen Plan, die Mannschaft soll unter ihm den nächsten Schritt machen. Dafür, so der Trainer, müsse jeder Spieler den eigenen Anspruch haben, nochmals besser zu werden, nochmals einen „draufzupacken“. „Das muss unsere Denkweise sein“, sagt Hansen, „bei dieser Herangehensweise können wir den Sprung machen.“

Natürlich müsse D/A in der kommenden Saison mehr Tore schießen. Zu viele Unentschieden waren der primäre Grund, warum die Drochterser in der Abstiegsrunde gelandet waren. Die Ausrichtung wird offensiver sein. „Das alles ist aber ein Prozess“, sagt Hansen, „in vielleicht drei Monaten wird man sehen, was wir vorhaben.“ Die D/A-Verantwortlichen haben weiterhin die Augen offen, was einen möglichen Stürmer betrifft. Hansen sieht die jetzige Mannschaft aber gut aufgestellt. Die „unterschiedlichen Stürmertypen“ Alexander Neumann, Jasper Gooßen und Lennard Fock müssten vornehmlich „aufgepäppelt“ werden. Verletzungsbedingt hatten sie eine schwierige Saison.

Zwölf bis 14 Spieler bei D/A wird Hansen auch zwei Mal pro Woche im Vormittagstraining haben. Sie konzentrieren sich nur auf Fußball oder sind durchs Fernstudium flexibel.

Bis zum Saisonbeginn am letzten Juli-Wochenende haben die Drochterser ein straffes Vorbereitungsprogramm. Vom 14. bis 17. Juli steht das Trainingslager in Dänemark an, das endet mit einem Testspiel gegen die U 23 von Holstein Kiel. Während der Elsdorfer Pokalwoche trifft D/A unter anderem auf den Heeslinger SC mit dem ehemaligen D/A-Trainer Lars Uder. Das erste Testspiel bestreitet D/A am kommenden Sonntag ab 14 Uhr in Assel gegen den Hamburger Oberliga-Aufsteiger Eimsbütteler TV „Das ist gleich ein interessanter Gegner“, sagt Hansen. Weitere Testspielgegner sind unter anderem Oberliga-Absteiger FC Hagen/Uthlede und Bremenligist Brinkumer SV.

Die Saison wird hart

Die Aufteilung in Staffel Nord und Süd sowie in Auf- und Abstiegsrunde ist Geschichte. „Das wird eine schön große Liga mit vielen attraktiven Spielen“, sagt Hansen. 19 Mannschaften stark ist die Regionalliga Nord. Und Hansen ist fest davon überzeugt, dass es nur noch gute bis starke Gegner gibt, dass die Liga insgesamt ausgeglichener ist. „Das sieht man schon daran, dass viele Mannschaften viel investiert haben.“ Auch Aufsteiger wie Kickers Emden werten die Liga auf. Absteiger TSV Havelse mischt wieder mit. In dieser Saison lockt zudem der direkte Aufstieg für den Meister, die Relegation entfällt. Das wird eine intensive Saison, D/A will gewappnet sein.

Bisherige Abgänge und Zugänge

Torhüter Julian Quack hat sich Regionalliga-Absteiger Altona 93 angeschlossen. Der 22-Jährige gehörte bei D/A zum Regionalliga-Kader, spielte aber vornehmlich für die Reserve in der Landesliga. Quack ist der fünfte Abgang bei D/A nach der Saison. Hassan El Saleh, Oliver Ioannou, Finn Zeugner und Niklas Golke hatten sich schon verabschiedet. Dem gegenüber stehen bisher sechs Neuzugänge: Die erfahrenen Sebastian Haut (26 Jahre, von SV Rödinghausen), Dennis Rosin (25, Altona 93) und Marcell Sobotta (25, TSV Steinbach Haiger) sowie die Perspektivspieler Tom Kinitz (20), Lukas Schumacher (19) und Eric Albers (19). Kinitz spielte schon in der Regionalliga für Holstein Kiel und HSC Hannover und war U 17-Nationalspieler. Zudem haben einige D/A-Spieler ihre Verträge verlängert.

(Quelle: Stader Tageblatt)