Frithjof Hansen: Was der neue D/A-Coach verändern will

Frithjof Hansen kreuzt mit seiner Freundin an Bord eines Schiffes derzeit noch auf dem Mittelmeer. Von Palma de Mallorca steuert das Schiff das spanische Festland an, die italienische Küste, Korsika. „Zwölf Tage Kraft tanken“, sagt Hansen. Die Sommerpause ist kurz. Der neue Trainer, zuletzt Co-Trainer unter Jagemann, freut sich auf die neue Aufgabe. „Eine Philosophie ändern, ist schwierig“, sagt Hansen. „Viele Wege führen nach Rom.“ Diese alles bedeutende Formulierung passt zu Hansens Kurztrip über das Mittelmeer. Und zu seiner Spielidee.

Hansen überzeugt mit seiner Spielidee

Mit seinen Plänen muss er schon den einen oder anderen Spieler von D/A überzeugt haben. Die Neuzugänge Sebastian Haut und Marcell Sobotta schwärmen. Einige Fußballer, die bleiben, bleiben wegen Frithjof Hansen. „Er hat mich sehr gepackt mit seiner klaren Idee, mit seiner klaren Ansprache“, sagt Sebastian Haut über Frithjof Hansen. Aber was macht die Spielidee so interessant?

„Unser Fokus soll auf dem Ballbesitz liegen“, sagt Hansen. Die Mannschaft soll den Ball von hinten nach vorne rausspielen. Die Betonung liegt dabei auf spielen. Die Mannschaft soll bei Ballbesitz immer in Bewegung sein. Bei Ballverlusten soll eine gute Ordnung sofort für gutes Gegenpressing sorgen. So ganz neu ist das nicht. Unter Lars Jagemann hatte D/A ähnliche Ansprüche. Hansen forciert das jetzt. Klingt nach attraktivem Fußball. Attraktiven Fußball würden auch die Zuschauer wieder mehr goutieren. Im Schnitt kamen in diesem Jahr etwas mehr als 500 Menschen ins Kehdinger Stadion. Im ersten Drochterser Regionalligajahr 2015/16 waren es noch doppelt so viele.

Hansen will es „intensiver“. Das Pressen, das Laufen, die Athletik, die gesamte Physis. „Das ist ein Prozess, der Monate dauern kann“, sagt er. D/A will wieder mehr Chancen kreieren, das Spiel weiter in die gegnerische Hälfte verlagern. Bei 10 oder 15 Torabschlüssen erzielt D/A mehr Tore, als bei 3 oder 4. Das ist einfache Wahrscheinlichkeitsrechnung. Jedenfalls über eine gesamte Saison gesehen. Dieses System setzt eine „unfassbare Fitness“ voraus. Unfassbare Fitness minimiert die Verletzungsanfälligkeit, mit der D/A gerade in diesem Jahr so heftig zu kämpfen hatte. Noch so eine Kurve, die Hansen in ein imaginäres Koordinatensystem zeichnet. D/A werde die Spieler „brutal aufpäppeln“.

D/A rüstet personell auf

Der Verein stellt um. Neue physiotherapeutische Abteilung. Athletiktrainer. Mehr Betreuer. Vormittagstraining für die reinen Fußballer. Mit dem 26-jährigen Frithjof Hansen an der Spitze des Teams. Er ist einer der jüngsten, wenn nicht der jüngste Trainer in den Ligen eins bis vier. So genau weiß das zu diesem Zeitpunkt noch keiner, weil sich das Trainerkarussell gerade richtig schnell dreht in der Szene. Im Kader selbst werde D/A höchstens „punktuell nachlegen“. Ein, zwei Spieler habe der Verein noch in der Pipeline. „Wir sind zufrieden mit dem Personal, das wir haben“, sagt Hansen.

Dieses Personal wird Hansen am 19. Juni bei einem Leistungstest unter die Lupe nehmen. Sprints und längere Läufe stehen an, bevor am nächsten Tag das offizielle Training startet. In den ersten zwei, drei Wochen wird die Mannschaft in Assel trainieren und bereits einige Testspiele bestreiten.

Feintuning im Trainingslager in Dänemark

Am 14. Juli fährt das Team ins viertägige Trainingslager nach Dänemark. Der Verein hat den Termin mit Bedacht so spät in die Vorbereitung gelegt. „Dann haben sich die neuen Spieler schon eingelebt. Dann sind sie nicht so schüchtern“, sagt Hansen. Den Aufenthalt 80 Kilometer nördlich der deutsch-dänischen Grenze versteht Hansen als „Feintuning“, als „Detailbearbeitung“.

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D/A startet am Wochenende des 29. bis 31. Juli in die Saison. Dann vielleicht mit einer Mischung aus Perfektionismus, höchster Intensität und Verrücktheit. Hansen, der A-Lizenz-Inhaber, kreiert seine eigene Spielidee und bewundert die Ideen von den ganz Großen. Also ganz viel Hansen, ein bisschen Guardiola, ein bisschen Klopp und ein bisschen Baumgart im Kehdinger Stadion.

U19-Spieler verstärkt Regionalliga-Team

Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat dem 19-jährigen Eric Albers einen Vertrag für die kommende Saison gegeben. Der zentrale Mittelfeldspieler stammt aus der eigenen U19 (Niedersachsenliga) und war vor zwei Jahren vom VfL Güldenstern Stade gekommen. Während der Winterpausenvorbereitung mit dem Regionalligateam zog sich Albers einen Kreuzbandriss zu. Die Drochterser sind aber von den Qualitäten des Talents in naher Zukunft überzeugt. „Er hat für sein Alter schon viel Ruhe am Ball und gibt dem Spiel eine gewisse Struktur“, sagt Teammanager Sören Behrmann. Albers sei körperlich schon weit und technisch versiert.

(Quelle: Stader Tageblatt; Foto: Berlin)