Gewinner der Saison: Drei junge Wilde sind die Zukunft bei D/A

Noch ein Mal 90 Minuten: Dann geht für den Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel eine durchwachsene Saison zu Ende. Trainer Lars Jagemann kann der Spielzeit dennoch etwas Gutes abgewinnen. Drei junge Spieler haben ihn besonders überzeugt.

Zur Philosophie des Vereins gehört es, junge Talente in den Kader der ersten Mannschaft einzubauen. Am besten Fußballer aus dem eigenen Stall. „Es war eine meiner Aufgaben, Kehdinger Blut in die Mannschaft zu bekommen“, sagt D/A-Trainer Lars Jagemann. Jagemann schwärmt von Innenverteidiger Christian Rusch und Angreifer Jan-Miklas Steffens, die in der Hinrunde überzeugten und zu festen Größen in der Mannschaft reiften.

Der 22-jährige Steffens kam auf 19 Einsätze. Unvergessen bleibt sein Sonntagsschuss zur 1:0-Führung gegen den HSC Hannover. Eine Volleyabnahme von der Strafraumgrenze. Der ein Jahr jüngere Rusch war in 16 Pflichtspielen dabei. Ein zweikampfstarker Kicker mit typischer D/A-Mentalität. Verletzungen bremsten beide Spieler in der zweiten Saisonhälfte mehrfach aus.

D/A fehlen zum Saisonabschluss die Innenverteidiger

Erst am vergangenen Sonntag bei der 0:1-Niederlage gegen den SSV Jeddeloh musste Christian Rusch nach nicht mal einer Viertelstunde ausgewechselt werden. Der Schmerz schoss in die Wade. Coach Jagemann hat „eine kleine Hoffnung“, dass der 21-Jährige beim letzten Auftritt der Saison am Wochenende dabei ist. D/A spielt am Sonntag auswärts ab 14 Uhr bei Absteiger FC Oberneuland in der Marko-Mock-Arena in Bremen.

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Ein Ausfall von Christian Rusch würde die Personalsituation beim letzten Auftritt der Saison verschärfen. Denn mit Nikola Serra und Tjorve Mohr fehlen ohnehin schon zwei etatmäßige Innenverteidiger. Aber Lars Jagemann ist es mittlerweile gewohnt, bei der Aufstellung zu improvisieren. Das Verletzungspech zieht sich bei D/A schon durch die gesamte zweite Saisonhälfte.

D/A-Trainer setzt auf „Kehdinger Blut“ junger Drochterser Talente

Also setzt der Trainer auch in Oberneuland auf das „Kehdinger Blut“ junger Drochterser Talente. Mit Innenverteidiger Nick Dehde, Mittelfeldspieler Julian Budde, Stürmer Fabian von Essen und Mittelfeldspieler Max Reichardt werden wahrscheinlich einige Landesliga-Fußballer aus der zweiten Mannschaft aushelfen. Allesamt haben die Qualität, mittelfristig den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen. Wie einst Christian Rusch und Jan-Miklas Steffens.

Die beiden waren die positiven Überraschungen in der Qualifikationsrunde. Seit der Winterpause aber hat eine andere Offensivkraft bei D/A überzeugt. „Martin Sattler hat einen richtigen Leistungsschub erfahren“, sagt Lars Jagemann. Nachdem der 22-Jährige im Sommer 2020 vom Landesligisten SV Ahlerstedt/Ottendorf nach Drochtersen wechselte, brauchte er einige Zeit, um sich zwei Ligen höher zu akklimatisieren.

In der Abstiegsrunde der Regionalliga erzielte Sattler zuletzt in neun Spielen drei Tore und gab zwei Torvorlagen. „Er ist mutiger im Spiel Eins-gegen-Eins geworden, geht hinter die Kette und in den Rücken der Abwehr“, sagt Lars Jagemann. Der Trainer sieht aber noch Potenzial beim Torabschluss.

Martin Sattler ist einer der Gewinner der D/A-Saison

Sattler selbst freut sich über das Lob vom Chef, hat aber auch eine passende Erklärung für seine Leistungssteigerung. „Mit der steigenden Spielpraxis und dem Vertrauen des Trainers wächst auch das Selbstvertrauen. Dann hast du als Spieler auch Lust, dich weiterzuentwickeln“, sagt Sattler.

(Quelle: Stader Tageblatt)