D/A verliert überraschend diese Leistungsträger

Zwei Leistungsträger werden den Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel verlassen. Beide Personalien kamen am Mittwoch überraschend. Der eine Spieler sucht eine neue Herausforderung, bei dem anderen haben schwere Verletzungen zum Umdenken geführt.

Nach vier Jahren Regionalliga bei der SV Drochtersen/Assel zieht es Hassan El-Saleh in den Profifußball. Nach eigenen Aussagen stehe sein Name bei einigen Drittligavereinen auf der Liste. „Aber fix ist noch nichts“, sagt El-Saleh. Sein Berater und er stehen in Verhandlungen. Zudem liege ihm ein Angebot vom Regionalligisten Borussia Hildesheim vor. In Hildesheim lebt die Familie des Fußballers mit deutschem und libanesischem Pass.

Trotz seiner Wechselabsichten sagt El-Saleh, dass er die SV Drochtersen/Assel ins Herz geschlossen habe. „Erstens habe ich nie gedacht, dass ich vier Jahre bleibe. Zweitens hätte ich nicht gedacht, dass es mir so schwerfällt, diesen Verein zu verlassen“, sagt El-Saleh. Er habe von D/A ein attraktives Angebot erhalten und wisse das auch zu schätzen. Er sei Präsident Rigo Gooßen, Teammanager Sören Behrmann und den Trainern Lars Uder (2018 bis 2020) und Lars Jagemann für alles dankbar.

Am meisten reizt den offensiv ausgerichteten Mittelfeldspieler, künftig ausschließlich Fußball zu spielen. „Das wird eine neue Herausforderung und ich habe mehr Zeit für meine Familie“, sagt der 25-Jährige. El-Saleh hatte sich in Stade zum Automobilkaufmann ausbilden lassen.

El-Saleh erzählt, dass er lange mit dem künftigen D/A-Trainer Frithjof Hansen gesprochen habe. Hansen löst nach dieser Saison Lars Jagemann ab. „Ich finde die Spielidee von Frithjof überragend“, sagt El-Saleh. Halten konnte ihn der Trainer offenbar trotzdem nicht. „Ich bin jetzt 25 Jahre alt. Das ist vielleicht meine letzte Chance auf den Profifußball“, sagt El-Saleh. Genau für diese Chance habe er viele Jahre auf vieles verzichtet, sein Leben dem Fußball verschrieben und und sich im Nachwuchsleistungszentrum durchgekämpft. Zwischen 2012 und 2018 bildete der VfL Wolfsburg El-Saleh aus.

Finn Zeugner will Abstand zum Fußball

Außenverteidiger Finn Zeugner wird seine Laufbahn als aktiver Fußballer vorerst ruhen lassen. Zwei Kreuzbandrisse in den vergangenen anderthalb Jahren waren ausschlaggebend für diese Entscheidung. Der 23-Jährige hat in den vergangenen Wochen und Monaten viel über das Leben nachgedacht – und umgedacht.

Für einen, der seit seinem dritten Lebensjahr Fußball spielt und die meiste Zeit seines Lebens danach gestrebt hat, Profifußballer zu werden, ist das ein schwieriger Schritt. Zeugner hatte sich nach seinem ersten Kreuzbandriss schnell zurück in den Kader gekämpft, sich dann aber nach wenigen Spielen am anderen Knie schwer verletzt. „Der Traum vom Profifußball fällt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Alles, was du getan und geopfert hast – für nichts“, sagt Zeugner. Für den Kopf sei das nicht einfach. Sein Bauchgefühl sagt ihm, dass er nach dieser Leidenszeit Abstand vom Fußball braucht. Zeugner sagt, dass er in den vergangenen Monaten reifer geworden sei. „Du kannst das Leben neben dem Fußball nicht vernachlässigen“, sagt er. Er wolle vernünftig sein. Oben Fuß zu fassen, sei nicht mehr drin. Zeugner: „Ich verstehe langsam, worauf es ankommt im Leben.“ Fußball werde Hobby bleiben.

Finn Zeugner hat seit 2019 insgesamt 31 Regionalligaspiele für D/A bestritten. Foto: Struwe (Archiv)

Finn Zeugner investiert jetzt in seine berufliche Zukunft. Die Ausbildung in der Versicherungsbranche endet in wenigen Wochen. Zeugner hat ab Sommer einen entsprechenden Job in Hamburg gefunden und wird auch nach Hamburg ziehen. Darauf legt er jetzt den Fokus.

Finn Zeugner hat in der Regionalliga Nord für die SV Drochtersen/Assel 31 Spiele bestritten und dabei zwei Tore erzielt. 2019 war er vom Bremer SV nach Kehdingen gewechselt.

Endgültig ist der Entschluss nicht. Zeugner definiert seinen Rückzug als „vorübergehende Lösung“. Er gibt sich viel Zeit zum Nachdenken.

(Quelle: Stader Tageblatt)