D/A in Torlaune: Fünf Treffer gegen den HSC Hannover

Fünf Tore. Zwei Rückkehrer nach langen Verletzungspausen, ein überragender Mann. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat sich einen schönen und vor allem erfolgreichen Nachmittag in Hannover gemacht und mit 5:1 gewonnen.

Taugt dieses Spiel, um die Schmach der Niederlage im Pokal-Halbfinale gegen Rehden wieder auszumerzen? Eher nicht, denn die Enttäuschung war noch lange allgegenwärtig. Die Spannung für D/A ist in der Liga auch überschaubar. In der Partie gegen Hannover zeigt D/A aber vor allem eines: Spielfreude. Keine schlechte Charaktereigenschaft für ein Team, das vor ein paar Wochen das erste und vor ein paar Tagen das zweite Saisonziel verspielt hat. Erst die Qualifikation für die Meisterrunde, dann den Pokalerfolg. Aber zum Wundenlecken ist der HSC Hannover an diesem Tag genau der richtige Gegner.

Sattler leitet Sieg ein

Das 1:0 von Martin Sattler in der elften Minute ist die logische Konsequenz der Überlegenheit. Sattler geht vor dem Strafraum der Gastgeber ins Dribbling, legt sich den Ball auf seinen starken rechten Fuß und zirkelt ihn an HSC-Torwart Kilian Neufeld vorbei in die rechte obere Ecke. „Wir haben gut gepresst und den Gegner zu Fehlern gezwungen“, sagt Trainer Lars Jagemann.

Laufbereitschaft und Einstellung stimmen gegen den abstiegsbedrohten HSC. Bei neun beruhigenden Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze und fünf ausstehenden Spielen könnte D/A die Saison entspannt ausklingen lassen. Aber der Hunger auf Siege ist da.

D/A stört früh das Aufbauspiel des Tabellenachten. Lars Jagemann vertraut im Angriff auf Alexander Neumann und Jorik Wulff. Das Mittelfeld besetzen zentral Oliver Ioannou und Maximilian Geißen und auf den Außenpositionen Hassan El-Saleh und Martin Sattler. Die Vierer-Abwehrkette bilden die Innenverteidiger Tjorve Mohr und Nico von der Reith sowie Niklas Golke und Arian Khodabakhshian.

HSC verfehlt leeres Tor

Nach einer Viertelstunde werden die Lücken in der Drochterser Viererkette zu groß. D/A hat Glück, dass Martin Wiederhold den Ball nur an den Pfosten setzt und im Nachsetzen das halbleere Tor aus der Nahdistanz verfehlt. In einer Phase, in der beide Mannschaften auf Augenhöhe spielen, leistet sich HSC-Keeper Kilian Neufeld einen schweren Fehler. Seine Faustabwehr landet vor den Füßen von Jorik Wulff, der das 2:0 für D/A in der 26. Minute markiert.

Der D/A-Offensivdrang erleidet nach einer halben Stunde einen Dämpfer. Wiederhold macht es aus kurzer Distanz deutlich besser und schiebt zum Anschlusstreffer ein. Die D/A-Kreativen präsentieren sich in Hannover aber in Torlaune. Alexander Neumann hat kaum Mühe beim 3:1. Wulff legt nach einem schönen Solo auf der Torauslinie eine Minute später erfolgreich für Martin Sattler auf. D/A führt zur Halbzeit mit 4:1. Das Toreschießen geht leichter von der Hand, als im Training. „Das Spiel war zur Halbzeit entschieden. Wir hatten gute Aktionen nach vorne. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel eher verwaltet“, sagt D/A-Präsident Rigo Gooßen.

Die Inspiration geht D/A nach Wiederanpfiff verloren. Kontermöglichkeiten der Gastgeber unterbindet D/A mit unlauteren Mitteln. Maximilian Geißen und Niklas Golke sehen für taktische Fouls die Gelbe Karte. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein sind das die einzigen Aufreger des Spiels. Maximilian Geißen und Arian Khodabakhshian werden das nächste Spiel am Sonnabend gegen den Lüneburger SK Hansa nach der fünften Gelben Karte verpassen.

Serra und Gooßen feiern Comeback

Der HSC Hannover erarbeitet sich in der Schlussphase der Partie die besseren Gelegenheiten. In der 74. Minute steht D/A-Torwart Patrick Siefkes bei einem Kopfballversuch von Denis Vukancic richtig und fischt den Ball aus dem Winkel. Kurze Zeit später rauscht ein Flachschuss an seinem Pfosten vorbei.

Zwei schöne Randaspekte bietet die Begegnung aus D/A-Sicht. Stürmer Jasper Gooßen darf sieben Minuten mitwirken. Der 26-Jährige wurde in dieser Saison von Verletzungen ausgebremst. Sein letztes Spiel bestritt Gooßen am 21. November in Kiel. Innenverteidiger Nikola Serra feiert kurz vor dem Abpfiff sein Comeback. Wegen einer Bauch-Operation musste der 27-Jährige fünf Monate pausieren.

Spätestens nach dem 5:1 durch Jorik Wulff in der Nachspielzeit ist D/A eine stimmungsvolle Heimfahrt gewiss. Fünf Tore in einem Spiel erzielte die Spielvereinigung lange nicht mehr. An vier Toren war Jorik Wulff beteiligt. „Er tanzt seine Gegenspieler auf dem Bierdeckel aus. Zwei Vorlagen, zwei Chancen, zwei Tore. Besser kannst du es nicht machen“, sagt Lars Jagemann über seinen „überragenden Mann“.

Die Statistik des Spiels

Tore: 0:1 (11.) Sattler, 0:2 (26.) Wulff, 1:2 (30.) Wiederhold, 1:3 (40.) Neumann, 1:4 (41.) Sattler, 1:5 (90.+3) Wulff

HSC Hannover: Neufeld, Kinitz, Farahnak, Gos, Hoffart, Wiederhold, Schultz, Langer, Bahls, Kummer, Vukancic

SV D/A: Siefkes, von der Reith (85. Serra), Mohr, Khodabakhshian (87. Giwah, Golke (78. Niebergall), Geißen, Ioannou, Sattler (65. Elfers), El-Saleh, Wulff, Neumann (83. Gooßen)

Schiedsrichter: Theodor Potiyenko (Hude) – Assistenten: Sebastian Lampe (Friesoythe) und Manuel Kramer (Sande)

Nächstes Spiel: SV D/A – Lüneburger SK Hansa (Sbd., 7. Mai, 14 Uhr)

(Quelle: Stader Tageblatt)