Wie D/A das Manko in der Offensive in den Griff bekommen will

Die SV Drochtersen/Assel tut sich schwer in der Abstiegsrunde. Die fehlende Torgefahr ist ein Problem, an dem gefeilt wird. Ein Knipser steht dabei nicht zur Verfügung. „Aber das kriegen wir schon hin“, sagt Hassan El-Saleh vor dem nächsten Spiel.

Es ist Zweckoptimismus, den Hassan El-Saleh vor dem Spiel am Sonnabend (15 Uhr) beim SSV Jeddeloh da bemüht. Das weiß er. Zuletzt lief er im Heimspiel gegen den BSV Rehden (1:1) als zentrale Spitze auf. Und er hing total in der Luft. Torgefahr konnte er nicht kreieren, wie die ganze Mannschaft nicht. „Ich bin eigentlich Außenspieler“, sagt er, „für die Position im Zentrum bin ich auch zu klein.“ Aber er müsse sich in den Dienst der Mannschaft stellen. D/A hat mit Alexander Neumann einen Mann für diese Position. Der 32-Jährige arbeitet sich nach seiner langen Verletzungspause aber nur mit Kurzeinsätzen zurück. „Ich hoffe auf ihn beim Pokalspiel“, sagt El-Saleh, das steigt am Ostersonnabend. Eine Option für die zentrale Stürmerposition wäre noch Lennard Fock, der aber schlägt sich mit Leistenproblemen herum und wurde während der ganzen Saison immer wieder durch kleine Verletzungen zurückgeworfen.

D/A will nicht länger nur lange Bälle spielen

Hassan El-Saleh ist mit sechs Treffern während der Vorrunde (20 Spiele, D/A traf 23 Mal) der erfolgreichste Drochterser. „Man darf nicht alles schönreden“, sagt er und erklärt die derzeitige Situation mit der Vergangenheit. D/A habe über Jahre mit langen Bällen agiert. „Wir wollen Fußball spielen, aber das müssen wir lernen, das geht nicht von heute auf morgen“, sagt El-Saleh. D/A wolle länger den Ball halten, müsse mit den vorhandenen Spielern wie ihm mehr Passkontrolle bekommen. „Und wir müssen in der Gefahrenzone mehr ins Dribbling kommen.“

Daran arbeitet D/A. Trainer Lars Jagemann war beim 1:1 gegen den BSV Rehden „insgesamt zufrieden“ mit den spielerischen Ansätzen. „Uns fehlte aber die letzte Durchschlagskraft.“ Auch er sagt, dass seine Offensivspieler mit dem „ersten Kontakt im Zentrum ins Dribbling kommen müssen“, bei Ballverlusten käme D/A dann auch schneller ins Gegenpressing. „Wir müssen unsere Offensiven enger zusammenkriegen“, sagt Jagemann, durch die richtigen Laufwege „vorne mehr Dichte“ erzeugen. „Unsere Jungs können das Umsetzen“, sagt Jagemann. Die kleinen Dribbler müssen den fehlenden Knipser kompensieren. „Von Tiki-Taka sind wir aber weit entfernt“, sagt El-Saleh und lacht.

Gegen den SSV Jeddeloh erwartet Jagemann „eine der spielstärkeren Mannschaften“, die bisher aber auch Probleme hatte und deshalb auf mehr Kompaktheit setzt. D/A hatte während der Woche „akute Probleme“, weil Arian Khodabakshian, Liam Giwah und Niklas Golke krank waren.

Topspiel der Landesliga

In der Fußball-Landesliga Lüneburg sorgte die zweite D/A-Mannschaft am vergangenen Spieltag für eine Überraschung, als sie den Tabellenführer der Meisterrunde, den FC Verden, mit 3:1 besiegte. Damit leistete D/A II auch Schützenhilfe für die SV Ahlerstedt/Ottendorf im Titelrennen. A/O erwartet nun am Sonntag (15 Uhr) die Drochterser. Die werden „wieder bereit sein und einen Plan haben“, wie Trainer Benjamin Zielke ankündigte. Gastgeber A/O geht aber als Favorit in das Derby. Die Mannschaft von Malte Bösch ist in der Breite so gut aufgestellt, dass sie auf jeden „Plan“ reagieren kann.

Quelle: Stader Tageblatt)