Dieses 1:1 gegen Jeddeloh ist ein Punktgewinn für D/A

Die SV Drochtersen/Assel muss am Sonnabend beim Tabellennachbarn SSV Jeddeloh einige Rückschläge verkraften und erkämpft ein 1:1. Es ist ein ereignisreiches Spiel.

(Letztes Update am Sonnabend, 2. Apirl, 18.27 Uhr: Weitere Stimmen und Details hinzugefügt.)

Zudem ist es eine Partie zwischen zwei Mannschaften, die dasselbe Schicksal ereilte und sie deshalb durchaus hadernd in dieser Abstiegsrunde der Fußball-Regionalliga Nord gelandet sind. Die Drochterser hatten in der Staffel Nord bekannterweise nur drei Niederlagen in 20 Spielen hinnehmen müssen, ließen allerdings als Remiskönige auch zu viele Punkte liegen. So musste D/A punktgleich mit dem VfB Lübeck (33 Punkte) aufgrund des schlechteren Torverhältnisses als Sechster in der Abstiegsrunde Platz nehmen. Dem SSV Jeddeloh erging es in der Süd-Staffel ebenso: Punktgleich mit der zweiten Mannschaft von Hannover 96 (24 Punkte), aber mit dem schlechteren Torverhältnis ging es als Sechster in den Kampf um den Klassenerhalt. Jeddeloh musste dann auch noch zwei Niederlagen, gegen Phönix Lübeck und den Heider SV, schlucken und fing sich zuletzt erst mit einem Sieg in Altona. D/A startete zwar mit einem Sieg in die Abstiegsrunde, musste dann aber mit zwei mageren 1:1-Unentschieden leben.

Ereignisse überschlagen sich

Nun überschlagen sich die Ereignisse in dem unterhaltsamen Duell. D/A-Trainer Lars Jagemann sagte schon im Vorfeld, dass die von Ex-Profi Oliver Reck trainierte Mannschaft zu den spielstärkeren Gegnern in der Abstiegsrunde zählt. Der SSV Jeddeloh untermauert von Beginn an diese Einschätzung und seine Siegesambitionen. Drei schön herausgespielte Angriffe inklusive aussichtsreicher Abschlüsse muss D/A in den ersten Minuten sogleich überstehen. Torhüter Patrick Siefkes ist aber zur Stelle.

Dann schlägt er den Ball nach dem dritten SSV-Abschluss weit ab. Ashton Götz verwertet die Flanke zum 1:0 aus dem Nichts. Er lässt den Ball einmal aufprallen und lupft dann volley und sehenswert ein. Götz war es schon in den vergangenen beiden Spielen, der mit seinen Treffern zumindest für die Punktgewinne bei den 1:1-Unentschieden gesorgt hatte.

In der achten Minute ignoriert der Schiedsrichter die Abseitsflagge seines Assistenten. Die Gastgeber spielen also munter weiter gegen kurz verwirrte Drochterser und landen einen Pfostentreffer. Glück für D/A. Apropos der Schiedsrichter: „Ich bin den Schiedsrichtern immer offen gegenüber“, sagt Trainer Jagemann, „aber in diesem Spiel war es nahe an Wettbewerbsverzerrung dran.“ D/A sei schlicht mit anderem Maß bewertet worden.

Rote Karte für Siefkes 

Dies beginnt in der elften Minute – ein herber Rückschlag für D/A. Torhüter Siefkes rasselt mit einem SSV-Spieler im Strafraum hart zusammen, sein Gegenspieler geht im Kampf um den Ball mit den Stollen voraus in den Mann. Siefkes stößt ihn nach seinem Ballgewinn weg, um wieder schnell einen Konter einleiten zu können. Der SSV-Spieler markiert den sterbenden Schwan. Siefkes sieht die Rote Karte. Sichtlich überrascht. „Das war ein ganz normales Gerangel und niemals eine Rote Karte“, sagt Jagemann. D/A-Präsident Rigo Gooßen nennt den Platzverweis „eine Frechheit“ – und blickt schon voraus und wartet mit etwas Bangen die Bewertung der Karte ab. Wie viele Spiele Sperre bekommt Siefkes? Schließlich steht am Ostersonnabend das Pokal-Halbfinale an.

Dieser Platzverweis verändert schon früh die Statik des D/A-Spiels. Jorik Wulff muss für Torhüter Fynn-Lukas Hegerfeldt das Spielfeld verlassen. D/A zieht sich zwangsläufig weiter zurück, bleibt aber gefährlich gegen den weiter drückenden Gastgeber.

Götz hat in der 17. Minute eine Großchance, nachdem Kapitän Nico von der Reith einen Konter eingeleitet hat. In der 31. Minute zeigt Martin Sattler seine Dribbelkünste auf engsten Raum. Nach einem Einwurf befreit er sich per Zidane-Pirouette gegen zwei Gegner und lässt im Strafraum zwei weitere leichtfüßig aussteigen. Sattler passt mit Überblick auf Hassan El-Saleh, der trifft aber nur den Pfosten. Das hätte das 2:0 sein müssen. „Sag mal, pennt ihr“, schreit Reck übers Spielfeld.

Geißen verletzt

In der 35. Minute ein weiterer Rückschlag für D/A. Maximilian Geißen muss verletzt raus. Es kommt Felix Niebergall. Kurz vor der Pause haben Sattler und von der Reith noch zwei Großchancen auf die Führung. Da hätten sie mehr draus machen können, wenn nicht müssen. „Wir hätten mit 2:0 oder sogar 3:0 in die Pause gehen können, dann wäre es wohl ein anderes Spiel geworden“, sagt Jagemann.

Nach dem Seitenwechsel fällt nach einer unnötigen Ecke, weil Niebergall einen unnötigen Ballverlust zuvor hatte, der 1:1-Ausgleich (54.) SSV-Stürmer Julian Bennert kommt frei zum Kopfball. D/A lässt mit dem unmittelbaren Gegenangriff das 2:1 liegen, Götz verpasst knapp. D/A-Torhüter Hegerfeldt verhindert wiederum nur eine Minute später den Rückstand per Glanzparade. Eine solche zeigt auch der SSV-Torhüter in der 60. Minute nach einem satten Sattler-Schuss. Das sollte die letzte Aktion in der SSV-Hälfte von D/A sein. Spätestens ab der 65. Minute ist D/A nur noch mit Verteidigen beschäftigt.

Von der Reith sieht Gelb-Rot

Die Gelb-Rote Karte für Kapitän Nico von der Reith in der 74. Minute spitzt die Situation für D/A zu. Die Drochterser überstehen aber eine Vielzahl von guten Chancen der Gastgeber und haben bei zwei Lattentreffern das Glück der Tüchtigen. „Das haben wir uns dann verdient“, sagt Jagemann.

Dieses dritte 1:1 in Folge ist definitiv ein Punktgewinn. Das sieht Jagemann letztlich auch so. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie dieses Unentschieden als Sieg bewerten kann.“ Es sei sensationell gewesen, wie seine Mannschaft einen Nackenschlag nach dem anderen weggesteckt habe, so Jagemann. „Das ist ein Sieg der Moral.“

Die Statistik zum Spiel

Tore: 0:1 (5.) Götz, 1:1 (54.) Bennert

Rote Karte: Siefkes (11., Tätlichkeit)

Gelb-Rote Karte: von der Reith (75., wiederholtes Foulspiel)

SSV Jeddeloh: Bergmann, Ziga, Hahn (49. Engel), Schaffer, Fredehorst, Temin (69. Falldorf), Minns, Chiarodia (46. Durmishi), Samide, Mensah Quarshie (46. Bennert), David

SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Owusu, Rusch, Mohr, Elfers, von der Reith, Geißen (35. Niebergall, 78. Kodabakhshian), Wulff (12. Hegerfeldt), Götz, Sattler (79. Neumann), El-Saleh (90. Schweiger )

Schiedsrichter: Florian Pötter – Assistenten: Florian Schwarze und Daniel Gawron

Zuschauer: 310

Nächstes Spiel: D/A – FC Oberneuland (So., 10. April, 15 Uhr)

(Quelle: Stader Tageblatt)