D/A gewinnt zu Hause gegen Oberneuland

Die Personallage ist angespannt beim Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel. Trainer Lars Jagemann muss tüfteln beim Heimspiel gegen den FC Oberneuland. Und dann macht eine Personalie besonders viel Spaß beim 4:2-Sieg.

(Update um 20.30 Uhr: Details hinzugefügt)

Nach fast fünf Monaten darf Stürmer Alexander Neumann wieder von Beginn an ran. Sein Comeback feierte der 32-Jährige in der Abstiegsrunde der Regionalliga, drei Kurzeinsätze hatte er bisher. Eine Torvorlage war ihm schon gelungen. Nun schnürt Neumann einen perfekten Hattrick. Diese 20 Minuten, die er dafür benötigt, bestimmen nach dem Sieg die Traineranalysen.

„Wir haben in den ersten 20 Minuten guten Fußball gespielt und führten auch verdient“, sagt Jürgen Damsch, Trainer des FC Oberneuland. Und dann habe seine Mannschaft 20 Minuten „total den Faden verloren und nicht mehr gut verteidigt“. Lars Jagemann durfte nach dem insgesamt durchwachsenen Auftritt seiner Mannschaft genüsslich feststellen: „Und dann haben wir mit Alexander Neumann wieder einen Mann, der die Tore macht.“

Bei der Aufstellung improvisieren

Erst verwandelt Neumann einen Foulelfmeter zum 1:1-Ausgleich (17.). Der auffällig spielende Martin Sattler war gefoult worden. Dann bittet Neumann zwei Gegner im Strafraum zum Tänzchen und schließt zum 2:1 (32.) ab. Kurz darauf initiiert Liam Giwah einen Konter über Sattler, der Neumann nach seinem Sololauf bedient. Der Stürmer steht sträflich frei und lässt sich diese Chance natürlich nicht nehmen, 3:1 (30.). Es sind seine Tore Nummer 100, 101 und 102 für D/A. „Ich war erst mal glücklich, nach fast fünf Monaten wieder in der Startelf zu stehen“, sagt Neumann, „dass es dann gleich so gut klappt….“

Jagemann erwähnt natürlich die Drochterser Personallage, die „so nur alle drei bis fünf Jahre mal vorkommt“. Fynn Hegerfeldt vertritt den rotgesperrten Patrick Siefkes im Tor. Zudem muss Jagemann bekanntlich bei der Aufstellung im zentralen Mittelfeld improvisieren, da Nico von der Reith gesperrt fehlt und Maximilian Geißen verletzt ist. Und dann hat sich auch noch Ashton Götz krankgemeldet. Götz zeichnete bei den vergangenen drei Spielen für die Treffer verantwortlich, D/A spielte drei Mal in Folge 1:1. Götz’ Ausfall schmerzt letztlich wenig – Neumann ist ja in Torlaune wie zu seinen besten Zeiten. Zudem meldete sich Jorik Wulff gesund. Felix Niebergall und Arian Khodabakhshian übernehmen die anderen zentralen Mittelfeldpositionen. Auf der Ersatzbank sitzt sogar der Ex-Kapitän und jetzige Teammanager Sören Behrmann. Mit Lias Patjens, Max Reichardt, Nick Dehde und Fabian von Essen hat Jagemann ansonsten nur noch Spieler aus der Landesligamannschaft in der Hinterhand und wechselt in der Schlussphase auch alle vier ein.

D/A macht den Gegner unnötig stark

Die ersten Minuten gehören dem FC Oberneuland. In der zehnten Minute hat D/A noch Glück, als Onur Uzun ganz knapp verfehlt. Kurz darauf trifft Ebrima Jobe. Per Doppelpass hebelt Oberneuland die D/A-Abwehr auseinander. Das geht zu leicht. Dann fangen sich die Drochterser aber und die Neumann-Show beginnt.

Die Drochterser haben noch mehr Chancen, darunter ein Pfostentreffer. Man darf sagen: Es geht nur mit einer 3:1-Führung in die Pause.

Die zweite Halbzeit beginnt verheißungsvoll, als Neumann nach einem Eckball eine Idee hat. Er versucht, den Ball über den Torhüter zu chippen. Dann verflacht das Spiel aber. Jagemann fordert „mehr, mehr“. D/A macht aber nur das Nötigste gegen einen limitierten Gegner. Und dann passiert es. Nach einem Eckball verschätzt sich Hegerfeldt und der Kopfball von Onur Uzun verkürzt auf 3:2 (65.) D/A macht auch darauf hin nicht genug und macht den Gegner so unnötig stark. In der 75. Minute hat D/A Dusel. Ebrima Jobe verfehlt bei einer 100-Prozentigen knapp. Im Anschluss schafft D/A es zumindest, die knappe Führung zu halten – um dann noch kurz vor Spielende mit einer Aktion den 4:2-Siegtreffer zu erzielen. Und natürlich ist Neumann entscheidend beteiligt. Er tanzt den Torhüter aus, sein Schuss aus spitzem Winkel erreicht Max Reichardt, dessen Schuss glücklich den Weg ins Tor findet (90.). „Wir haben den Faden verloren. Mit Glück und Geschick aber den letztlich verdienten Sieg über die Zeit gerettet“, sagt Jagemann. Damsch fehlte bei seiner Mannschaft „ein wenig der Mut und die Aggressivität“, um nach dem 2:3 weiter nachzulegen.

„Kein tristes Abstiegsgedudel, sondern Pokalstimmung“

Präsident Rigo Gooßen freute sich über die Tabellensituation, D/A könne „insgesamt sehr zufrieden sein“. Er freut sich zudem auf das kommende Halbfinale im Niedersachsenpokal am Ostersamstag. „Dann haben wir hier mal kein tristes Abstiegsgedudel, sondern Pokalstimmung.“ Neumann habe rechtzeitig seine Torjägerqualitäten wiederentdeckt.

D/A-Torhüter Patrick Siefkes wird dann auch spielen können, er hat nach seiner Roten Karte gegen den SSV Jeddeloh nur ein Spiel Sperre bekommen. Die Videobilder zeigten, dass es sich nicht um einen Faustschlag handelte, wie der Schiedsrichter erst annahm.

Die Statistik

  • Tore: 0:1 (13.) Jobe, 1:1 (17. FE) Neumann, 2:1 (23.) Neumann, 3:1 (30.) Neumann, 3:2 (65.) Uzun, 4:2 (90.) Reichardt
  • SV Drochtersen/Assel: Hegerfeldt, Owusu, Giwah, Mohr, Kodabakhshian, Wulff (90. Patjens), Elfers, Golke (66. Reichardt), Niebergall, Neumann (90. Dehde), Sattler (82. von Essen)
  • FC Oberneuland: Horsch, Berisha, Nukic (70. Mazreku), Yazgan, Ngwisani, Jobe, Trebin, Uzun, Block (63. Arambasic), Sahan, Amadou (54. Tomety)
  • Schiedsrichter: Timo Daniel, Assistenten Jannik Weinkauf, Jan Lammers Zuschauer: 498
  • Nächstes Spiel: D/A – Rehden (Pokal, Sbd., 16. April, 15 Uhr)

(Quelle: Stader Tageblatt)