D/A: Die große Aufstellungsfrage

Wenn der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel am Sonntag (15 Uhr) den Tabellenletzten der Abstiegsrunde, den FC Oberneuland, empfängt, wird Trainer Lars Jagemann improvisieren müssen. Wer hütet das Tor? Wer schließt das Loch im zentralen Mittelfeld?

Torhüter Patrick Siefkes sah schon nach elf Minuten die Rote Karte. Der 21-jährige Fynn Hegerfeldt kam so zu seinem ersten Einsatz für D/A. Beim 1:1 gegen den SSV Jeddeloh war er beim Ausgleichstreffer chancenlos. Nach dem umkämpften Spiel in Unterzahl bekam Hegerfeldt viel Lob. Ob er nun im Heimspiel spielt oder aber Julian Quack, das wollten und konnten Lars Jagemann und Torwarttrainer Chris- toffer Schellin am Donnerstag noch nicht beantworten. Die finale Entscheidung treffen sie nach gemeinsamer Beratung am heutigen Freitag.

D/A-Trainer lobt Hegerfeldt

„Ich gehe nicht automatisch davon aus, dass ich nun auch im nächsten Spiel spiele“, sagt Hegerfeldt. Nach seinem „ordentlichen“ Auftritt hoffe er aber natürlich darauf. Eine seiner ersten Aktionen im Spiel gegen Jeddeloh war ein verunglückter Pass in den Fuß eines Gegenspielers. Verunsichert habe ihn das nicht, sagt Hegerfeldt. „Ich hake sowas immer gleich ab und sage mir, dass die nächste Aktion kommt und besser wird.“ Mit nur noch acht Feldspielern stand D/A in der Schlussphase unter Druck. Hegerfeldt blieb ruhig und klärte die hohen Bälle souverän. „Ich wollte Ruhe ausstrahlen und habe die Mannschaft mit weiten Bällen so gut es geht entlastet.“

Jagemann lobte, dass Hegerfeldt sofort da gewesen sei und seine Sache „sehr gut“ gemacht habe. Schellin sieht die größten Stärken von Hegerfeldt im taktischen Verhalten, wie er beidfüßig mitspielt und in seinem „cleveren Coaching“. „Fynn geht exakt auf die jeweiligen Situationen ein und stellt seine Vorderleute.“ Woran er noch arbeiten müsse, sei seine Explosivität. Dann könnte er mit seinen zwei Metern „den Raum noch effektiver verteidigen“ und bei hohen Bällen noch höher schnellen.

Diese Explosivität zeichne wiederum den 21-jährigen Quack aus, so Schellin. Quacks hohe Beweglichkeit und seine gute Reaktion sind weitere Stärken. „Beide sind auf ganz ähnlichem Niveau“, sagt Schellin, „wir haben keine feste Nummer zwei oder drei.“

Roulette im Zentrum

Um einiges kniffliger wird die Besetzung im zentralen Mittelfeld gegen den FC Oberneuland. Nico von der Reith ist Gelb-rot-gesperrt. Maximilian Geißen hat gegen Jeddeloh einen Bänderanriss erlitten und wird bis zu drei Wochen fehlen, damit auch im Pokal-Halbfinale am Ostersamstag. „Und bei Jorik Wulff wird es wohl eine Punktlandung, wenn überhaupt“, sagt Jagemann, nachdem Wulff sich Anfang der Woche krank gemeldet hatte.

Verteidiger hat Jagemann derzeit genügend. Liam Giwah oder Arian Khodabakshian wären Alternativen für die Sechserposition. Offensivkraft Felix Niebergall könnte sich als Achter versuchen beziehungsweise beweisen. Das sind noch vage Gedankenspiele von Jagemann. Dass das Trainerteam „tricksen und improvisieren“ muss, wusste Jagemann schon unmittelbar nach dem Jeddeloh-Spiel mit den Platzverweisen und der Geißen-Verletzung.

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Trotz dieser angespannten Personallage sagt Jagemann vor dem Heimspiel: „Wir müssen den Gegner nicht unnötig stark reden.“ Seit der neue Trainer beim FC Oberneuland übernommen hat, spiele die Mannschaft in einem festen 3-5-2-System und werde im Kehdinger Stadion auf Konter setzen. Bleibt also nur die schwierige Frage, mit welcher Besetzung D/A überzeugen kann.

Weitere Spiele im Fokus

In der Aufstiegsrunde der Landesliga empfängt A/O den TSV Elstorf (So., 15 Uhr). TSV-Trainer Hartmut Mattfeldt trainierte A/O zehn Jahre lang. Zudem treffen die Brüder Marcel (A/O) und Daniel (TSV) Brunsch aufeinander. Das Topspiel findet in Verden statt, wo der TuS Harsefeld performen muss. Tabellenführer A/O könnte in diesem Verfolgerduell gut mit einem Remis leben.

In der Abstiegsrunde der Bezirksliga Lüneburg 4 empfängt der TSV Wiepenkathen den FC Oste/Oldendorf (Sbd., 18 Uhr). Für beide Teams ist es das gern zitierte Sechs-Punkte-Spiel.

(Quelle: Stader Tageblatt)