Nach Knockout am Sonntag: Nico von der Reith will wieder trainieren

Genügten die drei Ruhetage nach dem Knockout? Ob Nico von der Reith am Sonnabend für D/A auflaufen kann, entscheidet sich nach dem Training am Donnerstag. Der Einsatz des Führungsspielers wäre auch aufgrund der aufgekommenen Mentalitätsfrage wichtig.

Darauf war Nico von der Reith nicht vorbereitet. Umso schwerer war der Einschlag, wie der 28-Jährige sagt. Beim 1:1 gegen den Lüneburger SK Hansa am vergangenen Sonntag traf ein wuchtiger Schuss von Teamkamerad Jannes Elfers den Kapitän aus naher Distanz am Kopf. Genau auf die Schläfe und ans Ohr. „Der Punkt, der einen direkt ausknockt“, sagt Nico von der Reith. Für einige Sekunden war er nicht bei Bewusstsein. Die Mitspieler Hassan El Saleh und Tjorve Mohr führten den benommenen Nico von der Reith in der 38. Minute vom Platz. Den Rest des Spiels verbrachte er in der Kabine. Auf eine Untersuchung in einem Lüneburger Krankenhaus verzichtete er. „Wir wissen, dass es eine leichte Gehirnerschütterung ist“, sagt Nico von der Reith, er und die D/A-Verantwortlichen wollten die Entwicklung bis zum Montag beobachten.

Am Montag hatte Nico von der Reith noch einen Brummschädel mit leichten Kopfschmerzen und der Nacken schmerzte ebenso, wie er sagte. Drei Tage Ruhe waren erst mal angedacht. Am Mittwoch war er sich sicher, dass er das Donnerstagstraining wahrnehmen kann. Danach müsse abgewartet werden, wie er die Belastung wegsteckt. Sollten Folgen des Einschlags zu spüren sein, sollte aus medizinischer Sicht auf ein Einsatz am Sonnabend im Heimspiel gegen den BSV Rehden (17 Uhr) verzichtet werden. 

Eigenblut-Therapie hilft

Nico von der Reith hatte im letzten Spiel der Staffel Nord gegen den VfB Lübeck am 26. Februar gerade sein Comeback gegeben. 15 Minuten durfte er ran, nachdem er seit zwei Wochen wieder im Training war. Seit dem Oktober vergangenen Jahres spielte der Führungsspieler nur noch unter schweren Schmerzen. Im Dezember wurde es dann zu schlimm. Selbst jeder Gang schmerzte ihn durchgehend an der linken Achillessehne. Eine Untersuchung zeigte eine Verknöcherung der Sehne. D/A-Arzt Rik van den Daele schickte Nico von der Reith zu einem Spezialisten nach Hamburg. Eine mögliche Operation hätte ihn bis zu 14 Monaten aus dem Spiel genommen. Also entschieden sie sich für zwei Therapieansätze gleichzeitig.

Zum einen behandelte ihn der Mannschaftsarzt mit dem sogenannten Dry Needling. Durch Stiche mit einer dünnen Nadel in die Schmerzstelle soll die Heilung gefördert werden.

Zudem setzte Nico von der Reith seine Hoffnung auf eine Therapie mit Eigenblut bei Sportmediziner Hans-Wolfram Körner im Buxtehuder Elbe-Klinikum. Dabei wurde ihm Blut am Arm entnommen, dann wurden die weißen von den roten Blutkörperchen getrennt und die weißen wurden zurück in die Schmerzstelle gespritzt. „Die werden da aktiv und sorgen für einen Heilungsprozess“, sagt Nico von der Reith. Zwei Mal habe er das machen lassen, das ganze Prozedere habe jeweils nur 30 Minuten gedauert. Der damit aktivierte Heilungsprozess verursache Schmerzen, sagt Nico von der Reith. Nach den beiden Behandlungen durfte er den Fuß sieben bis zehn Tage nicht belasten.

Das Ergebnis: Die Verknöcherung ist nun „viel geschmeidiger“. Die Belastungssteuerung inklusive der Physio „ist super“. Von der Reith läuft derzeit rund. 

Die Mentalitätsfrage

Die beiden bisherigen Spiele in der Abstiegsrunde waren nur von der Punkteausbeute (Sieg und Remis) okay, spielerisch konnte D/A nicht überzeugen. In Lüneburg wurde nach dem uninspirierten Auftritt auch die Mentalitätsfrage gestellt. Diese kommt bei der D/A-Mannschaft, die sich über ihre DNA definiert, in solchen Momenten schnell auf.

Nico von der Reith ist nicht der einzige Führungsspieler, den D/A in seinen Reihen hat. Aber D/A hat keine Lautsprecher mehr. Er kann auf dem Platz auch verbal pushen und führen. Umso wichtiger wäre ein Einsatz gegen den BSV Rehden. Nico von der Reith hält von der Mentalitätsfrage nichts. „Wir hatten gegen Lüneburg einfach einen gebrauchten Tag“, sagt er, D/A sei weiterhin „eine sehr mental- und lautstarke Mannschaft“.

Die nicht zufriedenstellenden Leistungen in der bisherigen Abstiegsrunde werden intern angesprochen. „Ich bin mir sicher, dass wir schon im kommenden Spiel wieder eine andere D/A-Mannschaft sehen werden“, sagt Nico von der Reith und meint eine „mental- und lautstarke“. Er selbst hofft natürlich, dass er da nach dem Knockout auch vorangehen kann.

(Quelle: Stader Tageblatt; Autor: Bröhan; Foto: Schlikis)