D/A rettet einen Punkt beim Lüneburger SK – Neumann-Comeback einziger Lichtblick

Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel kommt in der Abstiegsrunde nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Der Auftritt der Drochterser wirkt über weite Strecken uninspiriert, fast schon leidenschaftslos. Bis zwei der erfahrensten D/A-Spieler eine Idee hatten.

Update: 20. März, 20 Uhr, mit Stimmen aktualisiert

D/A lieferte vor 350 Zuschauern beim Lüneburger SK Hansa in Neetze in der ersten Halbzeit die schlechteste Saisonleistung ab. Auf dem Bolzplatz im Jahnstadion versprangen die Bälle. Pässe und Flanken fanden selten Abnehmer. Der Favorit fand offensiv nicht statt.

Bei diesen Bedingungen waren andere Tugenden gefragt, als filigrane Fußballtechnik. Aber D/A zog in den Zweikämpfen und Laufduellen den Kürzeren. Die Drochterser verfielen in eine bis dahin nicht da gewesene Lethargie. Beim 3:0-Erfolg vor einer Woche gegen den HSC Hannover fehlte schon die spielerische Linie. Als hätte jemand nach dem knappen Verpassen der Meisterrunde den Stecker gezogen.

Schwacher Auftritt: Erklärungsversuche von D/A-Trainer Lars Jagemann

Erklärungsversuche: D/A-Trainer Lars Jagemann ordnete die schwache Leistung ein. „Wir haben in der ersten Halbzeit die Bedingungen nicht angenommen. Dass wir bei den Platzverhältnissen einfach spielen müssen, habe ich mindestens drei Mal angesagt“, sagt der Trainer. Nach vorne lieber mal bolzen, als den gepflegten Spielaufbau zu suchen und dann energisch nachsetzen, heißt das übersetzt. Des Trainers Ansage blieb allerdings ungehört. „Es liegt in unseren Genen, dass wir es spielerisch versuchen“, sagt Jagemann.

In der 44. Spielminute gab D/A den ersten Schuss in Richtung Lüneburger Tor ab. Maximilian Geißen verfehlte das Tor um mehrere Meter. Er schlug die Hände vor sein Gesicht.

Zu diesem Zeitpunkt führte der Gastgeber durch ein Tor von Abdul Rauf. Der LSK-Stürmer setzte energisch nach, als sich D/A-Innenverteidiger Liam Giwah und Torwart Patrick Siefkes nicht einig waren, wer den Ball mit Nachdruck auf den benachbarten Acker schlagen sollte. 1:0. 23. Minute.

D/A-Torschütze für benommenen von der Reith eingewechselt

Physiotherapeut Dennis Maschmann und Torwarttrainer Christoffer Schellin halfen Kapitän Nico von der Reith nach dem Halbzeitpfiff vom Platz. Von der Reith wirkte schwer angeschlagen. Die beiden stützten ihn. Aus Nahdistanz hatte Teamkollege Jannes Elfers von der Reith wuchtig an den Kopf geschossen. Noch vor der Pause wechselte Jagemann Ashton Götz für den Verletzten ein. Der Knock-out hatte Symbolcharakter.

Nico von der Reith musste benommen ausgewechselt werden. Foto: Felix Schlikis

Vor diesem Klassiker der Fußball-Regionalliga stand D/A mit 21 Punkten auf Rang drei der Tabelle der Abstiegsrunde. Der LSK war mit 13 Zählern Sechster. Lüneburg zeigte an diesem Tag, dass es noch gegen den Abstieg geht. Spielerisch limitiert zwar, aber dafür mit viel Herz.

Mit Comebacker Neumann kommt die Wende

D/A agierte zu Beginn der zweiten Halbzeit ein wenig aggressiver. Ließ in der Abwehr weniger zu. Die deutliche Ansprache in der Umkleidekabine wirkte. Offensiv blieb die Leistung aber lange harmlos. In der 62. Minute gelang D/A der erste durchdachte Spielzug über die linke Seite. Der finale Schuss von Ashton Götz blieb aber in den Beinen der Lüneburger Verteidigung hängen.

Trainer Lars Jagemann beorderte Alexander Neumann nach langer Verletzungspause in der 62. Minute für Jorik Wulff ins Sturmzentrum. Der Wechsel zahlte sich zehn Minuten später aus. Neumann verarbeitete eine Flanke von Liam Giwah mit all seiner Cleverness, ließ noch einen Gegenspieler stehen und legte für Ashton Götz auf, der den Ball zentral vor dem Tor zum 1:1-Ausgleich über die Linie schob.

Seit dem 6. November hatte Neumann kein Spiel mehr bestritten. „Hätten wir ihn die ganze Saison gehabt…“, Lars Jagemann lässt den Satz unvollendet. Womöglich wäre D/A die Abstiegsrunde erspart geblieben, vielleicht hätte das Team mehr als 23 Tore in 20 Vorrundenspielen geschossen. Dass dem Team die offensive Durchschlagskraft fehlte, ist kein Geheimnis.

Erst Rehden, dann Highlight am Ostersonnabend im Landespokal

D/A verbesserte sich in der Abstiegsrunde Dank Neumann und Götz auf den zweiten Platz und weist 22 Punkte auf. Am Sonnabend, 26. März, um 17 Uhr empfängt die Spielvereinigung den BSV Rehden im Kehdinger Stadion. Die Partie gilt als Generalprobe für das Landespokal-Halbfinale am Ostersonnabend.

Die Statistik zum Spiel

Tore: 1:0 (23.) Rauf, 1:1 (74.) Götz

Lüneburger SK Hansa: Biryukov, Correia Cá, Hübner, Wolk, Kunze, Rauf (75. Hildebrand), Yagmur (80. Filiminov), Ghubasaryan, Pauer, Zoch, Otte

SV D/A: Siefkes, Mohr, Giwah, Elfers, Khodabakhshian, von der Reith (38. Götz), Geißen, Wulff (62. Neumann), Sattler (89. Golke), El-Saleh, Fock (74. Niebergall)

Schiedsrichterin: Franziska Wildfeuer (Lübeck) – Assistenten: Marcel Colmorgen (Lübeck), Luca Sambill (Lübeck)

Zuschauer: 350

Nächstes Spiel: SV Drochtersen/Assel – BSV Rehden (Sbd., 17 Uhr, Kehdinger Stadion)

(Quelle: Stader Tageblatt; Autor: Berlin; Fotos: Schlikis)