Traumtore beim 3:0-Heimsieg kaschieren zähen D/A-Auftritt – Zwei Verletzte

Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel ist dank zweier Traumtore mit einem 3:0-Sieg gegen den HSC Hannover in die Abstiegsrunde gestartet. Am Modus und seiner Wertigkeit schieden sich hinterher die Geister.

Der Präsident der SV Drochtersen/Assel, Rigo Gooßen, kann mit diesem Wort überhaupt nichts anfangen. Im Modus steht zwar diese Sprachregelung. Aber Gooßen nennt die Abstiegsrunde lieber Nichtabstiegsrunde. Weil er sich sicher ist, dass D/A, das die Meisterrunde nur ganz knapp verpasst hat, mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird.

Außerdem, erzählt er nach dem Spiel, habe er auf der Tribüne erfahren, dass viele Zuschauer der 551 Zuschauer am Sonntag im Kehdinger Stadion sagen, D/A spiele für den Rest der Saison nur noch um die sprichwörtliche Goldene Ananas. Diese Einstellung wurmt Gooßen. „Dann will ich diese Goldene Ananas auch gewinnen“, ruft er also lautstark in das Mikrofon während der Pressekonferenz. Das 3:0 gegen den HSC Hannover sei ein guter Anfang.

Rein ergebnistechnisch mag das sogar stimmen. Aber stimmte am Sonntag auch die Qualität? So richtig nicht.

Jan-Miklas Steffens vollendet perfekt aus 25 Metern

Nach zwei Minuten prüfte Hassan El-Saleh erstmals den Hannoveraner Torwart Kilian Neufeld. Aber dem Schuss fehlte die Präzision. Die Präzision fehlte D/A in der Anfangsphase generell. Vor allem im Passspiel. Das Drochterser Angriffsspiel lahmte.

Ein Traumtor von Jan-Miklas Steffens entschädigte für die niveauarme Anfangsphase. In der 16. Minute nahm Steffens auf der rechten Angriffsseite einen hohen Ball von Nico von der Reith aus 25 Metern volley. Steffens traf den Ball perfekt. Kilian Neufeld machte keine Anstalten einzugreifen, als sich der Ball hinter ihm ins Tor senkte. 1:0.

Beim 2:0 von Maximilian Geißen sechs Minuten später verpasste der Keeper seinen Einsatz und kam zu spät. Geißen hob den Ball über den HSC-Schlussmann über die Linie. 2:0.

Maximilian Geißen bejubelt seinen Treffer zum 2:0. Foto: Struwe

Zuschauer auf der Tribüne werden unruhig

Als Tabellenvorletzter der Südstaffel der Regionalliga Nord ging der HSC Hannover in die Abstiegsrunde. 15 Punkte sammelte der HSC in 18 Hauptrundenspielen. Das Team stellte mit 42 Gegentoren die schlechteste Defensive der Staffel. Am vergangenen Wochenende trennte sich der HSC zum Auftakt der Abstiegsrunde 0:0-Unentschieden von Altona 93 und hatte vor dem Spiel gegen D/A zehn Zähler auf dem Konto. D/A stockte am Sonntag in der Runde der letzten elf Mannschaften sein Punktekonto auf 21 auf.

Zwei starke Aktionen reichten D/A gegen einen spielerisch limitierten Gegner, um mit einem 2:0 in die Pause zu gehen. Nach dem Seitenwechsel ließ die Qualität des Spiels weiter nach. Die Zuschauer wurden ungeduldig, waren unzufrieden. Die Tatsache, dass D/A mit diesem spielerischen Niveau eine Mannschaft aus der Südstaffel der Regionalliga problemlos in Schach halten und sich sogar viele Fehler leisten kann, sagt viel über die Qualitätsunterschiede der zuvor zweigeteilten Regionalliga Nord aus. Die übrigen Ergebnisse in der Abstiegsrunde belegen das.

Es dauerte schließlich bis zur 69. Minute, ehe wieder so etwas wie Stimmung im Kehdinger Stadion aufkam. Lennard Fock vergab mehrfach die Chance auf das 3:0. Er scheiterte an Kilian Neufeld und an den Innenverteidigern, die sich mit allem, was sie hatten, in die Schussbahn warfen. Maximilian Geißen prüfte den HSC-Torwart mit einem Flachschuss. Auch Tjorve Mohrs Kopfball entschärfte Neufeld nach einer Ecke.

Volleytor von Martin Sattler kurz vor Schluss

Dass die Zuschauer versöhnt nach Hause gingen, lag am eingewechselten Martin Sattler, der in der 88. Minute im Strafraum völlig frei stand, den Ball nach einer Flanke von Felix Niebergall volley nahm und ins Tor drosch.

Unter den Protagonisten auf dem Platz wollte nach dem Sieg nicht so recht Feierstimmung aufkommen. „Wir nehmen das Gute mit. Drei Punkte, drei Tore und die Tatsache, dass wir ohne Gegentor geblieben sind“, sagt D/A-Trainer Lars Jagemann. Fußballerisch sei kein Feuerwerk zu erwarten gewesen. Aber wenigstens eine andere Körpersprache und mehr Leben auf dem Platz hätte er von seinen Spielern erwartet.

Torschütze Jan-Miklas Steffens sagt vorsichtig, das sei „nicht unser bestes Spiel gewesen“. Hassan El-Saleh vermutet, dass sich D/A nach der Pause zu sicher war, sagt, dass „vorne ein, zwei Bälle nicht ankamen“. Nico von der Reith erklärt, dass Drochtersen zwei, drei Situationen nicht so gut ausgespielt habe.

Kritik an Platzverhältnissen – Zwei Ausfälle befürchtet

Alle haderten mit den Platzverhältnissen. Der Rasen präsentierte sich in der Tat knochentrocken und holprig. In Richtung Gemeinde, die für die Platzpflege zuständig ist, übte Rigo Gooßen harsche Kritik.

Ob die Verletzungen von Kapitän Oliver Ioannou und Jan-Miklas Steffens mit den Platzverhältnissen zusammenhängen, ist Spekulation. Für Ioannou war nach einer Viertelstunde Schluss. Steffens humpelte in der Halbzeit in die Kabine und kam nicht wieder. Bei beiden besteht der Verdacht auf einen Muskelfaserriss im Oberschenkel. Drei bis vier Wochen werden sie fehlen.

Hassan El-Saleh mag Ananas, verrät er nach dem Spiel. Und Nico von der Reith sagt, dass er den Vergleich eigentlich ein bisschen respektlos findet. Schließlich sei die SV D/A nur knapp an der Meisterrunde gescheitert. „Wir haben den Anspruch, oben zu stehen“, sagt er.

Die Statistik des Spiels

Tore: 1:0 (16.) Steffens, 2:0 (22.) Geißen, 3:0 (88.) Sattler

SV D/A: Siefkes, Mohr, Giwah, von der Reith, Götz, Khodabakhshian, Geißen, Ioannou (17. Golke), Wulff (69. Sattler), El-Saleh (81. Niebergall), Steffens (46. Fock)

HSC: Neufeld, Farahnak, Gos, Baar, Gökdemir, Wiederhold, Schultz (73. Capli), Öney, Bahls, Curic (46. Cankor), Vukancic

Schiedsrichter: Rene-Alexander Rose (Wolfenbüttel) – Assistenten: Maurice Milczewski (Duderstadt) und Leon Röpke (Gielde)

Zuschauer: 551

Nächstes Spiel: Lüneburger SK – SV D/A (So., 20. März, 15 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt; Autor: Berlin)