Nach Sieg gegen Hannover: Ioannou und Steffens fallen bei D/A aus

Das Regionalligaspiel zwischen der SV Drochtersen/Assel und dem HSC Hannover am Sonntag hat vor allem bei zwei D/A-Fußballern Spuren hinterlassen. Die Verletzungen von Oliver Ioannou und Jan-Miklas Steffens waren allerdings nicht der einzige Aufreger.

Kapitän Oliver Ioannou griff sich in der 15. Minute nach einem Sprint schmerzverzerrt an den Oberschenkel. Stürmer und Torschütze Jan-Miklas Steffens humpelte in der Pause vom Platz. D/A gewann das Spiel mit 3:0. Am Dienstag stellte die medizinische Abteilung bei beiden Spielern die Diagnose Muskelfaserriss. Ioannou und Steffens werden mindestens drei bis vier Wochen ausfallen. „Stand heute möchte ich unbedingt beim Pokalhalbfinale wieder dabei sein“, sagt Ioannou. D/A empfängt an Ostern den BSV Rehden.

Für Ioannou kommt der verletzungsbedingte Ausfall zur Unzeit. Der Kapitän wird am Ende der Saison seine Karriere als Leistungssportler beenden und wechselt zum Bezirksligisten Viktoria Gesmold als Spielertrainer. Der 32-Jährige und seine Frau Marie haben in der Nähe von Osnabrück ihre neue Heimat gefunden. „Die Abschiedstournee habe ich mir anders vorgestellt“, sagt Ioannou. Der Kapitän und Leistungsträger war in der laufenden Spielzeit von Verletzungen verschont geblieben und in fast jeder Partie 90 Minuten lang gesetzt. Er verpasste wegen einer Gelbsperre nur ein Spiel.

Sportlich wird Ioannou dem Club in den nächsten Wochen fehlen. „Oliver ist einer der wenigen Lautsprecher auf dem Spielfeld. Davon haben wir zu wenige“, sagt Trainer Lars Jagemann. Ioannou sei nicht nur mit seinem eigenen Spiel beschäftigt, er lenke als Leitfigur auch das Spiel seiner Nebenleute. „Das ist eine große Kunst“, sagt Jagemann.

Bürgermeister kritisiert Gooßens Umgangston

Das Ergebnis des Spiels gegen Hannover täuschte über das spielerische Niveau hinweg. Beide Mannschaften hatten am Sonntag heftig mit den Platzverhältnissen zu kämpfen. Der Rasen war trocken und holprig. „Der Platz soll keine Ausrede sein“, sagt Lars Jagemann. Aber Pässe, die sonst im Schlaf ankommen, kamen an diesem Tag eben nicht an. „Normalerweise führst du den Ball, ohne hinzusehen“, sagt Jagemann. Dies sei am Sonntag kaum möglich gewesen. Entsprechend habe D/A den Raum, den Hannover dem Team ließ, selten nutzen können.

Die Platzverhältnisse führten zu einem Nachspiel. D/A-Präsident Rigo Gooßen kritisierte offen die Gemeinde Drochtersen, die für die Pflege zuständig ist. Dies kam bei Drochtersens Bürgermeister Mike Eckhoff am Montag nach dem Spiel gar nicht gut an. „Ein gutes Miteinander stelle ich mir anders vor“, sagt Eckhoff. Er hätte sich ein persönliches Gespräch gewünscht. Gooßen und Eckhoff haben sich für den heutigen Mittwoch im Kehdinger Stadion für eine Platzbegehung verabredet.

Nächstes Spiel: D/A gegen Lüneburg

Die SV Drochtersen/Assel trifft in ihrem zweiten Spiel der Abstiegsrunde in der Regionalliga Nord am Sonntag, 20. März, um 15 Uhr auswärts im Jahn-Stadion in Neetze auf den Lüneburger SK Hansa. Der LSK war mit einem 2:0 gegen den Heider SV und einem 1:1 bei Altona 93 in die Abstiegsrunde gestartet und belegt aktuell mit 13 Punkten Rang sechs. D/A ist mit 21 Zählern Dritter.

(Quelle: Stader Tageblatt; Autor: Berlin; Foto: Struwe)