D/A erwartet viele Kampfspiele in der Abstiegsrunde

Die SV Drochtersen/Assel hatte am Wochenende den Sprung in die Meisterrunde der Regionalliga Nord verpasst. Jetzt gehen die Kehdinger als Favorit in die Abstiegsrunde. Aber die gute Ausgangslage ist trügerisch.

Für Lars Jagemann „fühlt es sich noch immer verkehrt an“, dass die SV Drochtersen/Assel nach einer insgesamt starken Serie in der Nord-Staffel, mit eben nur drei Niederlagen, letztlich in der Abstiegs- statt in der Meisterschaftsstaffel gelandet ist. „Das müssen wir verarbeiten und sofort annehmen“, betont Jagemann. Und er weiß: „Es wird nicht leichter.“ Die Drochterser werden sich auf viele Kampfspiele einstellen müssen. Die Gegner werden sehr wahrscheinlich tief stehen und weniger auf spielerische Elemente setzen. „Das werden ganz andere Spiele als zuletzt gegen Flensburg und Lübeck“, sagt Jagemann.

Unentschieden reichen nicht

D/A hatte nach der Winterpause alles in eigener Hand, die Ausgangslage, die Meisterrunde zu erreichen, war gut. Nur: Drei Unentschieden gegen Altona (0:0), Weiche Flensburg (1:1) und Lübeck (2:2) reichten nicht. D/A spielte zu oft unentschieden in dieser Saison. So stark auch die Defensive ist, so sehr haperte es oftmals in der Offensive. Eben gegen den klaren Außenseiter Altona 93 hatte die Mannschaft zu wenige Chancen kreiert. Dass sogar ein Elfmeter vergeben wurde, ist zusätzliches Pech.

Co-Trainer Frithjof Hansen, der die Mannschaft in der neuen Saison übernimmt, sagt darauf bezogen: „Wir müssen unsere Offensive natürlich ankurbeln.“ Es werde spannend, wie D/A die Balance findet zwischen einer weiterhin stabilen Defensive und einer dabei offensiveren Ausrichtung. „Die Mannschaft hat die Qualität, wir können viel mehr Tore erzielen, wir müssen nur in einen Fluss kommen.“ Darauf wir es ankommen, denn D/A werde als Favorit wohl stets das Spiel machen müssen, so Hansen. „Wir treffen auf Mannschaften, die alle ihre Stärke im Spiel gegen den Ball haben“, sagt er, „und wir sollten den Anspruch haben, unsere Spiele zu gewinnen.“

Erstes Heimspiel am 13. März

Die Gegneranalyse sei dabei noch schwierig. Natürlich könne Material aus der Südstaffel aufgearbeitet werden, sagen die Trainer. Bei den Gegnern habe sich in der langen Winterpause aber viel getan, die Südstaffel war schon im vergangenen Jahr mit ihrer Serie durch. Hansen nennt als Beispiel den BSV Rehden, den „spannendsten Gegner“, weil D/A gegen Rehden am Ostersonnabend auch das Halbfinale im Niedersachsenpokal bestreitet. „Bei denen hat sich unheimlich viel getan“, sagt Hansen, neben einem neuen Trainer hat die Mannschaft auch viel in die individuelle Qualität investiert.

Die Drochterser steigen erst am 13. März mit einem Heimspiel gegen den HSC Hannover in die Abstiegsrunde ein. Das kommt ihnen in Bezug auf die Gegneranalyse natürlich etwas entgegen. Der HSC Hannover empfängt schon an diesem Wochenende Altona 93. „Dadurch können wir unseren ersten Gegner natürlich besser analysieren“, sagt Hansen. Die Hannoveraner hätten sich während der Saison stetig verbessert. „Wo sie aber nach der langen Vorbereitung stehen, kann man natürlich nicht wissen.“

Südstaffel-Mannschaften können mehr Punkte holen

Die gute Ausgangslage von D/A mit 18 Punkten und neun Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist trügerisch. Die Teams aus der Südstaffel haben einen Gegner mehr und können theoretisch sechs Punkte mehr erspielen. „Wir müssen gleich unsere ersten zwei, drei Spiele gewinnen“, sagt Hansen, D/A müsse zeigen, dass man nicht in die Abstiegsrunde gehört. Die Anzahl der Absteiger könnte sich auf vier reduzieren, sollte der Meister sich in der Relegation mit dem Meister der Nordost-Staffel den Drittligaaufstieg sichern oder der TSV Havelse überraschend den Klassenerhalt in der 3. Liga schafft. Aus den vier Oberligen steigen drei Mannschaften auf. 20 Teams sollen in der kommenden Saison antreten – und D/A will natürlich darunter sein.

(Quelle: Stader Tageblatt; Autor: Jan Bröhann; Foto: Schlikis)