D/A verpasst den Siegtreffer gegen Flensburg in letzter Sekunde

D/A holt einen Punkt gegen Weiche Flensburg. Kämpft bis zum Abpfiff. In der Fußball-Regionalliga trennen sich beide Mannschaften 1:1-Unentschieden. Ob das im Kampf um die Qualifikation für die Meisterrunde reicht, steht heute noch nicht fest.

Nachspielzeit im Kehdinger Stadion. D/A gibt sich mit dem 1:1 nicht zufrieden und wirft alles nach vorne. Der überragende Ashton Götz steht nach einer Flanke frei vor dem Flensburger Torhüter Florian Kirschke. Götz köpft. Kirsche pariert den Ball reflexartig. Götz schlägt die Hände vor dem Gesicht zusammen. Kurz nach dieser Szene pfeift Schiedsrichter Hendrik Duschner das Spiel ab. „Der Sieg wäre verdient gewesen. Wir waren 70 Minuten lang die aktivere Mannschaft“, sagt D/A-Trainer Lars Jagemann. Ob seine Mannschaft Punkte verschenkt habe, entscheide sich erst in den nächsten Tagen.

Diese vergebene Chance von Ashton Götz könnte Folgen haben. Wenn die Verfolger, der VfB Lübeck und vor allem der Hamburger SV II, heute dreifach punkten, kommt es am nächsten Freitag zwischen D/A und Lübeck im Stadion An der Lohmühle zum Showdown am letzten Spieltag der Hauptrunde um den begehrten fünften Platz, der für die Meisterrunde qualifiziert.

Angespannte Personalsituation

D/A-Trainer Lars Jagemann muss gegen Flensburg improvisieren. Die Vielzahl der Ausfälle kommt vor den beiden finalen Spielen der Hauptrunde zur Unzeit. Offensivspieler Hassan El-Saleh und Innenverteidiger Arian Khodabakhshian fallen krankheitsbedingt aus. Noch zwei Stammkräfte weniger.

Deshalb rückt Jannes Elfers in das defensive Zentrum neben Liam Giwah und Tjorve Mohr. Das Gespann auf den Außenbahnen bilden Ashton Götz und Niklas Golke. Jagemann vertraut auf das System, das zuletzt beim Testsieg gegen HSV II (4:1) schon zündete. Im Mittelfeld agieren Jorik Wulff, Maximilian Geißen und Oliver Ioannou. Im Angriff Lennard Fock und Felix Niebergall. 5:3:2. Selten probierte es D/A gegen ein Spitzenteam wie Flensburg mit so viel gelernter Offensivkraft.

D/A greift gegen Flensburg früh an. Bereits bei der Spieleröffnung bekommt der Tabellenzweite Druck. In der fünften Minute verschätzt sich Liam Giwah und ermöglicht Flensburgs Marcel Cornils aber den ersten Abschluss. Der Ball fliegt direkt in den Fangzaun. Das Geschehen spielt sich in der Anfangsviertelstunde zwischen den Strafräumen ab – aber das in hohem Tempo.

Drochtersen braucht die Punkte

Die Partie ist richtungsweisend für D/A. Weil die Spieler das wissen, zeigen sie ein hohes Laufpensum und starke Zweikämpfe gegen die Hünen aus Flensburg.

Nach einer halben Stunde werden die Chancen für Flensburg zwingender. Yves Vital Mfumu kommt an der Strafraumgrenze in zentraler Position zum Abschluss. D/A-Schlussmann Patrick Siefkes lenkt den Ball um den Pfosten. Die Hausherren erobern sich zwar Bälle, schenken sie aber auf dem Weg zum Tor zu schnell wieder her. Torchancen Fehlanzeige.

Drochtersens Maximilian Geißen (links) spielt in bestechender Form . Im Kopfballduell gegen Jonah Gieseler hat er wenig Chancen. Am Boden allerdings ist Geißen stark. Er schoss das Tor zum 1:0. Foto: Struwe

Führungstor nach der Pause

Das ändert sich nach der Pause. Im Vollsprint läuft D/A Ball und Gegner an. Die Motivationsrede in der Kabine muss ein rhetorisches Feuerwerk gewesen sein. In der 48. Minute setzt sich D/A im Flensburger Strafraum fest. Maximilian Geißen zieht schließlich aus 16 Metern ab. Flachschuss. Innenpfosten. Tor. Erste Chance, erster Treffer.

Nach dem Führungstor ist kurz die Luft raus. Erst nach einer Stunde nimmt die Partie wieder Fahrt auf. Das Spiel wird hektischer, der Umgang aggressiver. Das für seine Stärke bei Standardsituationen gefürchtete Flensburg erarbeitet sich Freistöße. Aber D/A verteidigt in der gefährlichen Zone zunächst alles weg. Der eingewechselte Christopher Kramer versucht es nach 70 Minuten aus der Drehung. D/A hat Glück. Noch.

Rasante Schlussphase

Den Ball wegbolzen. Über das Tribünendach schießen. Die Drochterser Defensive hat in der 73. Minute bessere Optionen. Zieht sie aber nicht. Marcel Cornils kommt so frei zum Schuss. Patrick Siefkes ist aus Nahdistanz machtlos. 1:1.

D/A will die drei Punkte mit Macht. Oliver Ioannou hat das 2:1 auf dem Fuß. Aber Florian Kirschke pariert seinen Schuss. Drochtersen drückt. Schießt aus allen Positionen. Die Flensburger werfen sich in die Bälle. Blocken alles weg. Es ist eine rasante Schlussphase, in der Ashton Götz in der Nachspielzeit für die SV Drochtersen/Assel zum tragischen Helden wird.

Einige D/A-Spieler werden Sonnabendnachmittag am Fernseher sitzen und ab 14 Uhr den Auftritt des Hamburger SV II beim Heider SV verfolgen. Gewinnt der Heider SV, ist D/A durch. Und Heide hat elf Freunde mehr. Und wenn nicht? D/A-Verteidiger Tjorve Mohr sagt, dann habe der Club eben eine Woche mehr Spannung. „Dann machen wir in Lübeck alles klar.“

Die Statistik des Spiels

Tore: 1:0 (48.) Geißen, 1:1 (73.) Cornils

SV D/A: Siefkes, Mohr, Giwah, Elfers, Golke, Götz, Geißen, Wulff, Ioannou, Niebergall (78. Sattler), Fock (71. Steffens).

SC Weiche Flensburg: Kirschke, Herrmann (90.+4 Petersen), Paetow, Gieseler (70. Schulz), Wirlmann (84. Schleemann), Mfumu (61. Kramer), Cornils, Meyer, Thomsen, Rehfeldt, Hartmann.

Schiedsrichter: Hendrik Duschner (Bremen) – Assistenten: Allen Chen (Bremen), Ralf Iwanowski (Bremen)

Zuschauer: 493

Nächstes Spiel: VfB Lübeck – SV D/A (Fr., 18. Februar, 19.30 Uhr, Stadion An der Lohmühle)

(Quelle: Stader Tageblatt; Autor: Daniel Berlin; Fotos: Struwe)