Werder-Talent Jorik Wulff will bei D/A den Durchbruch schaffen

DROCHTERSEN. Der Fußballer Jorik Wulff hat zuletzt einen sportlichen Knacks erlebt und Werder Bremen im Winter verlassen. Beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel möchte er sich jetzt in die Stammelf spielen – wie einst sein Bruder. Die Voraussetzungen sind jedenfalls gut.

Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat sich in der Winterpause mit Jorik Wulff verstärkt. Der 20-jährige Mittelfeldspieler ist aus der U23 von Werder Bremen gekommen und will bei D/A den nächsten Schritt im Herrenfußball machen.

Jorik Wulff ist in Drochtersen kein Unbekannter. Trainer Lars Jagemann trainierte das Talent schon in der Jugend. Drei Jahre lang wurde Wulff bei D/A ausgebildet, davor spielte der gebürtige Mulsumer beim FC Mulsum/Kutenholz, seinerzeit schon so gut, dass er im älteren Jahrgang eingesetzt wurde. Von D/A aus war der nächste Schritt das Nachwuchsleistungszentrum des Bundesligisten Werder Bremen. Ab der U15 durchlief Jorik Wulff die Leistungsjahrgänge. Er bezog das Internat und machte sein Abitur. Sportlich lief es erfolgreich, Jahr für Jahr, bis zur letzten U19-Bundesligasaison. „Ich habe bei Werder Bremen einen Großteil meiner Jugend verbracht, es war schon eine geniale Zeit“, sagt Jorik Wulff, er werde immer positiv zurückschauen. Die Deutsche Meisterschaft, die DFB-Pokalspiele bleiben in Erinnerung.

Der sportliche Knacks erfolgte mit dem Sprung in die U23 von Werder Bremen. In dieser Regionalligasaison brachte Jorik Wulff es auf nur sieben Einsätze in der Süd-Staffel. Zu wenig. „Ich brauche Einsatzzeiten, um mich weiterzuentwickeln“, sagt Wulff. Durch die fehlenden Spielzeiten begann er sich Gedanken über einen Wechsel zu machen. Sein Berater wurde aktiv. D/A-Teammanager Sören Behrmann wurde hellhörig. „Am Ende wurde es kurzfristig konkret“, sagt Wulff. Zwar habe er sich auch andere Angebote angehört. Doch von D/A sei er von Anfang an überzeugt gewesen.

Neuzugang kannte seinen Trainer schon

Die Faktoren liegen auf der Hand. „Bei so einem Winterwechsel muss alles schnell funktionieren, man darf keine lange Eingewöhnungszeit haben“, sagt Jorik Wulff. Mit Lars Jagemann kennt er den Trainer. Mit Martin Sattler und Lennard Fock hat er Mitspieler, die er schon seit zehn Jahren kennt. Und natürlich hat Jorik Wulff mit seinem älteren Bruder Jannes gesprochen.

Jannes Wulff ist nach der vergangenen Saison zum TSV Steinbach Haiger in die Regionalliga Südwest gewechselt, nachdem er zwei Jahre für D/A gespielt hatte. „Jannes hat mir nur Positives von D/A erzählt“, sagt Jorik Wulff. Er hat die Trikotnummer sechs vom Bruder übernommen. Natürlich haben sie schon geflachst, dass Jannes sich eine neue Nummer suchen müsste, sollte er zurückkehren. „Alles im Spaß natürlich“, sagt Jorik Wulff.

Er möchte sich jetzt bei D/A genauso in die Stammelf spielen, wie sein Bruder zuvor. Im zentralen Mittelfeld könne der technisch versierte Jorik Wulff jede Position spielen, sagte Trainer Jagemann nach dem Wechsel. „Am liebsten spiele ich auf der Acht, zwischen der Defensive und Offensive“, sagt Jorik Wulff, er könne auf engem Raum Lösungen finden, das liege ihm. Knapp zwei Wochen trainiert er nun mit D/A. Bei Werder wurde viel Wert auf die individuelle Ausbildung gelegt, bei D/A werde von ihm natürlich erwartet, dass er mit dem Können der Mannschaft weiterhelfe. „Der Anspruch ist da größer“, sagt Jorik Wulff über einen Unterschied.

Zudem gehe es bei D/A wesentlich lauter und kämpferischer zu, den Teamgeist spüre man sofort. „Ich will mich über den Wettkampf weiterentwickeln.“ Mit Co-Trainer Frithjof Hansen kann er auch vormittags trainieren, er wird vier bis sechs Einheiten pro Woche haben.

Schweres Restprogramm

Jetzt beginnt die heiße Endphase. In der Nord-Staffel der Fußball-Regionalliga Nord kämpft die SV Drochtersen/Assel (17 Spiele, 30 Punkte) als Viertplatzierter mit den Verfolgern VfB Lübeck (18, 29) und HSV II (18, 28) um den Einzug in die Meisterrunde, für die sich die fünf ersten Mannschaften qualifizieren.

D/A hat das vermeintlich schwerste Restprogramm. Schon am Sonnabend steht die Mannschaft von Lars Jagemann in der Pflicht. Beim Abstiegskandidaten Altona 93 muss ein Dreier her, der wäre wegweisend. Problem: D/A hat sich bisher immer immens schwer getan gegen die Hamburger. Es folgt ein Heimspiel gegen den Staffel-Favoriten Weiche Flensburg (11. Februar). Und eine Woche später kommt es dann zum möglichen Finale, wenn D/A in Lübeck gastiert. Der VfB wiederum hat noch ein Spiel bei Phönix Lübeck. Der HSV II spielt gegen den Heider SV und Phönix.

Theoretisch könnte es sogar noch Teutonia Ottensen treffen, die Mannschaft, die in der Winterpause mit einigen Transfers kräftig aufgerüstet hat. Teutonia ist punktgleich mit D/A und hat ebenso ein nicht zu unterschätzendes Restprogramm: Gegner sind Flensburg, Norderstedt und Holstein Kiel II. Da in diesem Modus jeder Punkt gegen direkte Konkurrenten zählt, werden zumindest Flensburg und Kiel II keine Geschenke verteilen.

(Quelle: Stader Tageblatt; Autor: Jan Bröhan; Bild: Berlin)