Turbulente Tage bei D/A nach Corona-Fall

DROCHTERSEN. Absage des Trainingslagers, Training im Wohnzimmer vor dem Computerbildschirm. Nach dem Corona-Fall in der Mannschaft hat der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel viel improvisiert.

Am Donnerstag trifft sich das Team zum ersten Mal wieder persönlich zum Training im Kehdinger Stadion in Drochtersen. „Die sieben Trainingstage fehlen“, sagt Coach Lars Jagemann. Bis zum nächsten und vielleicht schon vorentscheidenden Punktspiel gegen Altona 93 vergehen nur noch zweieinhalb Wochen. „Das ist wenig, aber nicht unaufholbar“, sagt Jagemann.

Online-Training

Spieler und Trainerstab haben sich, wie bereits während des harten Lockdowns vor einigen Monaten, auf der Plattform Zoom getroffen und im heimischen Wohnzimmer vor dem Bildschirm trainiert. Oder die Spieler waren laufen. „Ausdauer und Kraft konnten wir machen. Aber nichts ersetzt das gemeinsame Fußballtraining auf dem Platz“, sagt Lars Jagemann.

Trainer trauert Trainingslager nach

Am vergangenen Freitag setzten die D/A-Verantwortlichen das am Wochenende geplante Trainingslager ab. Damit fiel auch das Testspiel gegen den Heider SV am Sonnabend aus. Bei einem Spieler zeigte sich nach einem Schnelltest ein positives Ergebnis. Der Spieler sei erkrankt, zeige aber „keine starken Symptome“, bestätigt D/A-Präsident auf TAGEBLATT-Nachfrage. Der Spieler sei zu Hause in Quarantäne. Einen Namen nennt Gooßen nicht.

Trainer Lars Jagemann trauert dem ausgefallenen Trainingslager nach. Auf Krautsand wollten die Spieler im Hotel übernachten und von Freitag bis Sonntag mehrmals am Tag trainieren. „Vor allem wäre das Trainingslager aber gut für die Kameradschaft gewesen“, sagt Jagemann. Teambildende Aktionen stehen in solchen Trainingslagern traditionell auf dem Programm. Das ließe sich nicht nachholen. Das rein Sportliche hingegen schon.

Spieler kehren zurück

Der Vorteil beim Neustart am Donnerstagabend: Leistungsträger wie Oliver Ioannou und Nikola Serra sind aus dem Urlaub wieder da und können ins Training einsteigen. Einige angeschlagene Spieler könnten ebenfalls zurückkehren. Daniel Owusu bestreitet gerade einen finalen Test bei Mannschaftsarzt Rik van den Daele. Der entscheidet, ob Owusu schon bereit für das Mannschaftstraining ist. „Drei, vier Spieler werden zurückkehren“, sagt Lars Jagemann.

Der harte Schnitt Ende vergangener Woche sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, sagt Rigo Gooßen. Der Verein wollte vor allem wegen der Inkubationszeit vorsichtig agieren und abwarten, ob weitere positive Corona-Fälle auftauchen. Das Virus hat den Rest der Mannschaft offenbar verschont.

Optimismus vor finalen Ligaspielen

„Für die Vorbereitung ist es unglücklich, dass die Spieler nicht an den Ball kamen“, sagt Rigo Gooßen. Vor den drei finalen Ligaspielen gegen Altona 93 (29. Januar), Weiche Flensburg (11. Februar) und VfB Lübeck (18. Februar) ist der Präsident dennoch zuversichtlich. „Wir können aus eigener Kraft die Aufstiegsrunde erreichen.“ Weil die direkte Konkurrenz zuletzt fleißig punktete, werden sich mehrere Teams gemeinsam mit D/A um den erforderlichen fünften Tabellenplatz streiten. Aber selbst wenn es nicht reichen sollte und D/A noch unter den Strich der Nordstaffel Regionalliga Nord und in die Abstiegsrunde rutschen würde, sieht Gooßen darin keinen Weltuntergang. Drochtersen würde mit einem beruhigenden Punktepolster in die Abstiegsrunde gehen.

In den zweieinhalb Wochen bis zum Altona-Spiel bestreitet D/A noch zwei Testspiele. Am 16. Januar gegen den ESC Geestemünde und am 23. Januar gegen den LTS Bremerhaven, beides sind Auswärtspartien. Am 5. Februar haben die Drochterser noch einen Test beim Ligakonkurrenten Hamburger SV II eingeschoben.

(Quelle: Stader Tageblatt; Foto: Bergmann)