Ex-Kapitän von D/A gibt Comeback in siebter Liga

DROCHTERSEN. Der Ex-Kapitän des Fußball-Regionalligisten SV D/A, Sören Behrmann (31), hat in der Bezirksliga sein Comeback gegeben. Wie kann einer, der ein halbes Jahr kaum trainiert hat, einer Mannschaft im Abstiegskampf helfen und wie findet das die Konkurrenz?

Seitdem Sören Behrmann für die dritte Mannschaft der SV Drochtersen/Assel die Defensive dirigiert, hat die Mannschaft nicht mehr verloren. Der Innenverteidiger erzielte bei seinem ersten Einsatz gegen den FC Oste/Oldendorf ein Tor und legte zwei Treffer auf. Die Partie endete 4:0 für D/A III. Beim 2:1-Auswärtssieg gegen den TSV Apensen war Behrmann nicht dabei. Am Sonntag besiegte Drochtersen Mulsum/Kutenholz 4:1.

Das 1:0 durch Dominik Zielke feierte Behrmann so, als habe er selbst Drochtersen zum Titel geschossen. Neun Punkte, sechs davon gegen die Konkurrenz, mit der D/A III sehr wahrscheinlich in der Abstiegsrunde antreten wird. Eine gute Bilanz.

Trainer des Gegners schwärmt

Behrmann erklärt seine Motivation in einfachen Sätzen. „Es bringt Spaß mit den Jungs. Der Teamgeist ist richtig gut. Wir brauchen die Punkte in der Bezirksliga“, sagt der ehemalige Regionalligaspieler, der weit mehr als eine Aushilfe ist. Ob dieser Einstellung gerät sogar der Trainer des FC Oste/Oldendorf, Stefan Draack, ins Schwärmen. „Sören ist ein D/A-Urgestein. Er würde auch in der Vierten oder Fünften aushelfen.“

Solche Personalien haben in der Vergangenheit immer auch Kritiker auf den Plan gerufen. D/A setze Regionalligaspieler in der zweiten oder dritten Mannschaft gezielt ein, um die Teams in Prestigeduellen zu verstärken oder, um Erfolge wahrscheinlicher zu machen, wenn die jeweilige Mannschaft mit dem üblichen Personal gerade schwächelt.

Behrmanns Führungsqualitäten

Der FC Oste/Oldendorf und der FC Mulsum/Kutenholz mussten das nun leidvoll erfahren. Aber die Trainer der Drochterser Konkurrenz sind sich da weitgehend einig. „Wenn wir diese Möglichkeiten hätten, hätten wir es genauso gemacht“, sagt etwa Stefan Draack. „Wir akzeptieren das. Schließlich ist das Abstiegskampf“, sagt sein Trainerkollege vom FC Mulsum/Kutenholz, Martin Gerken.

Gerken hatte seine Spieler auf Behrmanns Stärken bei Standardsituationen hingewiesen und eine Manndeckung angeordnet. Das hat sogar gut funktioniert. Beim Drochterser 4:1-Sieg gegen Mu/Ku war Behrmann zwar bis zu seiner Auswechslung Chef in der Abwehr, bei den Offensivaktionen aber gut zugestellt. Die Tore erzielten andere. Dominik Zielke traf zwei Mal, der für Behrmann eingewechselte Christian Heick ebenfalls. Heick bewies dabei übrigens ähnliche Führungskraft-Qualitäten wie sein prominenter Kollege.

Ein Unterschiedsspieler

Stefan Draack befragte nach dem Spiel gegen Drochtersen seine Spieler nach ihren Erfahrungen aus den direkten Duellen mit Behrmann. Mit Respekt, aber ohne Angst vor dem ehemaligen Regionalligaspieler seien gerade die Offensivkräfte in die Partie gegangen. Und sie hätten ihre Erfahrung gesammelt, viel gelernt.

Die schnellen Mu/Ku-Spieler hatten sich vorgenommen, Behrmann in Laufduelle zu verwickeln. Doch der ließ sie nicht und regelte die meisten 1:1-Situationen mit geschicktem Stellungsspiel, weil er selbst naturgemäß nicht mehr der Schnellste ist. „So ein Mann wie Behrmann macht in der Bezirksliga eine Menge aus“, sagt Draack. Mit seiner Kopfballstärke und der „mega Handlungsschnelligkeit“ sei Behrmann ein Unterschiedsspieler.

Aushilfe soll wieder enden

Mindestens ein Spiel werde Behrmann noch bestreiten, sagt D/A-III-Trainer Dierk Kapke. Behrmann sei auf ihn zugekommen und habe gefragt, ob er helfen könne. Die Taktik erfindet Kapke nicht neu, nur weil Behrmann dabei ist. „Wir legen das Spiel nicht auf einen einzigen Spieler aus“, sagt der Coach. Behrmann dirigiert seine Vorderleute ein paar Zentimeter nach links oder nach rechts. Schon sind die Passwege zugestellt. Kapke kann Behrmanns „Aura“ und dessen „positive Energie“ gut gebrauchen.

(Quelle: Stader Tageblatt; Autor: Daniel Berlin; Foto: Daniel Berlin)