Spätes Meyer-Tor entscheidet das Spitzenspiel

Der Fußballer Marcel Meyer vom TuS Harsefeld hat das Landesliga-Derby in der Qualifikationsgruppe 2 bei der SV Drochtersen/Assel II entschieden – in der Nachspielzeit. Dem Drochterser Trainer war stolz auf seine Mannschaft, zugleich aber auch zum Heulen zumute.

Es war eines dieser Spiele, das keinen Sieger verdient hatte. Doch durch den Lucky Punch baute der TuS Harsefeld seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auf fünf Punkte aus. Dabei machten die Gastgeber, die mit einem Sieg am Gegner vorbeigezogen wären und die Tabellenführung übernommen hätten, von Anfang an keinen Hehl daraus, was sie wollten: gewinnen. Mit Tempo und Druck sowie frühem Pressing ging die Zweitvertretung von D/A die Partie an.

Bereits in der dritten Minute setzte der quirlige Max Reichardt mit einer ersten Chance ein Ausrufezeichen. Immer wieder Gefahr auch durch die flankenähnlich ausgeführten Einwürfe von Nick Dehde. Kein Wunder, dass D/A-Coach Benjamin Zielke an der Seitenlinie zur Höchstform auflief und sein Team im Kehdinger Stadion vor rund 200 Zuschauern in dem unterm Strich erstklassigen Landesliga-Spiel immer wieder lautstark anfeuerte.

Das komplette Gegenteil auf Harsefelder Seite. Mit großer Ruhe und Umsicht ließ man die teilweise zu hektisch vorgetragen D/A-Aktionen regelrecht an sich abprallen. Ein ruhiger Spielaufbau mit sicheren Ballstafetten und großer Umsicht waren die Antwort. Und nach gut 20 Minuten war das anfängliche D/A-Feuer auch erloschen. Harsefeld übernahm immer mehr das Zepter. Doch außer einem Schuss aus 16 Metern von Pascal Schawaller knapp über den rechten Winkel des D/A-Gehäuses und einem Freistoß von Patrick Reis, der an den Pfosten abgefälscht wurde, sprang bis zur Pause nichts heraus.

D/A erhöht den Druck

Drochtersen/Assel ging nach der Pause strukturierter und weniger hektisch zu Werke. Der TuS Harsefeld verlor immer mehr den Faden und musste dem Druck Tribut zollen. Die Möglichkeiten für die Gastgeber häuften sich. So traf Janosch Lüders (69. Minute) die Latte, ein Freistoß von Julian Budde (83.) konnte TuS-Keeper Mauritz Fethke aus dem rechten Winkel fischen. D/A drückte auf die Entscheidung. Die Akteure auf beiden Seiten wurden nervöser. Davon ließ sich Schiedsrichter Mirko Wendt anstecken. Es gab fragwürdige Entscheidungen und es hagelte Gelbe Karten (vier auf beiden Seiten). Sogar D/A-Coach Benjamin Zielke (89.) sah Gelb wegen Meckerns.

Und dann kam die 93. Minute: Dennis Osuch flankte von rechts in den Strafraum. Der in der 63. Minute für Luca Werth eingewechselte Marcel Meyer erzielte aus fünf Metern das 1:0. Schlusspfiff. „Wenn man so ein packendes Spiel in der letzten Sekunde für sich entscheidet, ist das eine sehr emotionale Geschichte. Ich bin sehr happy und freue mich riesig für die Mannschaft“, sagte TuS-Trainer Julian Geils: „Aber aufgrund der größeren Spielanteile gerade in der ersten Hälfte ist der Sieg sicherlich nicht unverdient.“ Das sah Zielke anders: „In einer Partie geht es nicht um Spielanteile, sondern um Chancen. Und davon hatten wir mehr als der Gegner. Mein Team hätte den Sieg verdient gehabt, insbesondere aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Ich bin stolz auf mein Team – obwohl mir gerade eher zum Heulen zumute ist.“

Tor: 0:1 (90 +3) M. Meyer.

Nächste Spiele: TuS Harsefeld – SV BW Bornreihe (Sbd., 6. November, 18 Uhr), TSV Ottersberg – SV Drochtersen/Assel II (So., 7. November, 14 Uhr).

(Quelle: Stader Tageblatt)