D/A-Sieg gegen Teutonia: Wie der Plan perfekt aufging

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel setzt sich in der Spitzengruppe der Nordstaffel fest. D/A gewinnt das Spitzenspiel beim FC Teutonia 05 Ottensen mit 3:1. Nach einer perfekten ersten und einer glücklichen zweiten Halbzeit.

Es gibt Fußballspiele, die perfekt laufen. D/A erwischt am Sonntag in Hamburg solch einen perfekten Start in das Spitzenspiel. In der neunten Minute gehen die Gäste in Ottensen bereits in Führung. Arian Khodabakhshian flankt den Ball in die gefährliche Zone vor dem Teutonia-Tor. Marcus Coffie will klären, spitzelt den Ball dabei aber ins eigene Tor. Nach 33 Minuten köpft ein Hamburger Innenverteidiger den Ball aus dem Strafraum. Drochtersens Mittelfeldspieler Oliver Ioannou bedankt sich für die Vorlage, nimmt aus dem Rückraum Maß und lässt die Kehdinger erneut jubeln. Es läuft für D/A. Der perfekte Plan vom Trainerteam um Lars Jagemann geht in der ersten Halbzeit komplett auf.

„Eine richtig starke Leistung. Die Defensive war überragend.“ D/A-Präsident Rigo Gooßen lobt an diesem Sonntag sehr viel. Seinen Torwart Patrick „Patex“ Siefkes zum Beispiel. „Dem klebt alles an den Händen“, sagt Gooßen. Oder Christian Rusch, der „alles weggeköpft“ hat. Zuletzt seinen Sohn Jasper, der am 1. März 2019 sein letztes Pflichtspiel bestritten hat und nach Kreuzbandriss, Knorpelschaden, drei Operationen und vielen Rückschlägen wieder auf dem Platz steht und in der Nachspielzeit das Tor zum 3:1 von Felix Niebergall vorbereitet. „Ich habe eine große Vorfreude gespürt, aber es war auch Nervosität dabei. Es ist ein schönes Gefühl, wieder mit seinen Freunden auf dem Platz zu stehen“, sagt Jasper Gooßen.

Ein Spiel auf Augenhöhe

Die Defensivabteilung der Drochterser kauft der Teutonia den Schneid ab. Im Mittelfeld bietet D/A den Gastgebern kaum Räume. Die Offensivkräfte verschieben mit Tempo nach hinten, die Sechser Maximilian Geißen und Oliver Ioannou schließen geschickt die Lücken. Die Innenverteidiger um Christian Rusch, Tjorve Mohr und Nico von der Reith verteidigen alles weg, was hoch auf das Tor von Patrick Siefkes kommt. Die Außen Jannes Elfers und Arian Khodabakhshian machen die Einfallstore dicht. D/A agiert giftig.

Im Stadion Hoheluft in Hamburg trifft die beste Defensive der Liga auf die zweitbeste. Teutonia kassierte bislang neun Gegentore, D/A zwölf. Die Ottensener haben in dieser Saison noch kein Spiel verloren, D/A auswärts auch noch nicht. Der Dritte der Tabelle empfängt den Vierten. Das Hinspiel endete 1:1-Unentschieden. Die Statistik spricht für ein Spiel auf Augenhöhe.

Ehemalige D/A-Spieler nur eine Halbzeit auf dem Platz

Der ehemalige Drochterser Marcel Andrijanic, der vier Jahre lange im D/A-Trikot spielte und im Sommer nach Hamburg wechselte, fällt kaum auf. Sein Kreativpartner Nico Matern, ebenfalls mal bei D/A unter Vertrag, bleibt blass in der ersten Halbzeit. Teutonia-Trainer Dietmar Hirsch nimmt in der Pause beide vom Platz. Höchststrafe für die Ehemaligen.

Es ist nicht nur das neue Personal, das das Spiel nach Wiederanpfiff auf den Kopf stellt. Teutonia setzt D/A unter Druck. Bei einem Angriff über die rechte Seite kann sich Nico von der Reith gegen Jason Ejesieme in der 58. Minute nur noch mit einem Foul behelfen. Weil von der Reith gelbbelastet ist, ist die Gelb-Rote Karte die logische Konsequenz. In Unterzahl schwimmt D/A. Ab jetzt heißt es, die Bälle konsequent aus der Gefahrenzone zu bolzen, die Zweikämpfe noch giftiger zu führen, Zeit zu schinden und letztendlich auch das Glück zu strapazieren. Schön ist das freilich nicht. Aber erfolgreich.

Torwart fängt die hohen Bälle

Die Drochterser Hintermannschaft bejubelt jeden Ball, den die Verteidiger entschärfen. Torwart Patrick Siefkes behält die Lufthoheit und fängt die hohen Bälle. Gegen den Schuss von George Kelbel in der 85. Minute kann Siefkes nichts ausrichten. Nach dem Anschlusstreffer wirft Teutonia alles nach vorne. Aber D/A bringt eine Energieleistung auf den Hamburger Kunstrasen und setzt mit der Gemeinschaftsproduktion von Vorbereiter Jasper Gooßen und Vollstrecker Felix Niebergall noch einen drauf.

„Ein klarer Plan ist komplett aufgegangen“, sagt Trainer Lars Jagemann. Mit einer „Mischung aus Angriffspressing, kompakter Defensivarbeit und Nadelstichen im Angriff“ hat D/A Teutonia entzaubert und deren Nimbus zerstört.

Die Statistik des Spiels

Tore: 0:1 Coffie (9., Eigentor), 0:2 (33.) Ioannou, 1:2 (85. Kelbel), 1:3 (90+2.) Niebergall

FC Teutonia 05 Ottensen: Zummack, Kolgeci 68. Parduhn), Coffie, Matern (46. Schulze), Andrijanic (46. Eden), Ejesieme, Istefo, Weißmann, Grosche (46. Kelbel), Facklam, Przondziono

SV D/A: Siefkes, Rusch, Mohr, von der Reith, Khodabakhshian, Elfers, Ioannou, Geißen (90+1. Niebergall), El-Saleh (87. Florian), Steffens (61. Golke), Neumann (77. Gooßen)

Gelb-Rote Karte: von der Reith (58., D/A)

Schiedsrichter: Bela Bendowski (Lübeck) – Assistenten: Alexander Roppelt (Bad Schwartau) und Luca Sambill (Lübeck)

Nächstes Spiel: Heider SV – SV D/A (Sbd., 6. November, 14 Uhr)

(Quelle: Stader Tageblatt, Autor: Daniel Berlin, Foto: Claus Bergmann)