D/A überwindet das Zwischentief – Eine Bilanz

DROCHTERSEN. Der Regionalligist SV D/A hat die Hinserie der Nordstaffel mit 18 Punkten (10 Spiele) auf Platz vier beendet und ist auf Kurs zur Meisterschaftsrunde. Das Zwischentief mit zwei heftigen Niederlagen ist noch präsent. Doch die Bilanz des Trainers fällt „sehr gut“ aus.

Angesprochen auf das Minitief, was es im Nachhinein nur war, blickt Trainer Lars Jagemann in seiner Analyse auch ganz zurück auf die Saisonvorbereitung. Die Drochterser quälten sich mit sehr viel Verletzungspech durch die Vorbereitung, haben teils gerade so eine Mannschaft gestellt bekommen. „Das war schon extrem“, so Jagemann, „dadurch konnten wir uns in dieser Phase nicht die Körner holen, die uns dann in den Englischen Wochen gefehlt haben.“

Zunächst startete D/A aber furios in die Saison. Auf den 4:2-Auswärtssieg beim HSV II folgten ein 1:1 gegen den noch immer ungeschlagenen Tabellenführer Teutonia Ottensen sowie ein 2:0 gegen Norderstedt und ein 2:1 gegen den Heider SV. Beim erkämpften 0:0 bei Phönix Lübeck erkannten Jagemann wie auch Präsident Rigo Gooßen Ermüdungserscheinungen bei den Spielern.

„Primäres Ziel ist die Meisterrunde“

Dann folgten die 0:3- und 0:4-Klatschen gegen die U 23-Mannschaften des FC St. Pauli und von Holstein Kiel. D/A steckte gefühlt in der Krise. Kämpfte sich aus dieser aber mit den richtigen Ergebnissen und leichten Justierungen im Spielsystem schnell wieder heraus. 1:0 im Niedersachsenpokal gegen den Lüneburger SK Hansa und 2:1 gegen Altona 93. Das Glück des Tüchtigen hatten die Drochterser auch auf ihrer Seite. Das D/A-Trainerteam sorgte vor allem für die Kompaktheit, die bei den Niederlagen völlig verschwunden war. Die Lücken im D/A-Spiel klafften gegen die spielstarken U 23-Teams. „Was uns zu Beginn der Saison gelungen war, klappte nicht mehr“, so Jagemann, „also haben wir die erste Pressinglinie um 10, 15 Metern zurückgezogen.“ Dadurch standen die Drochterser kompakter. Die Ergebnisse brachten zudem die Sicherheit und das Selbstverständnis zurück.

Genau zum richtigen Zeitpunkt. Das Finale der Hinserie sah die Duelle mit den beiden namhaften Schwergewichten der Liga vor. Bei Weiche Flensburg lieferte D/A sein defensiv bestes Spiel ab und holte verdient einen Punkt (0:0). Gegen den Drittliga-Absteiger VfB Lübeck krönte D/A seine „sehr gute“ Hinserie mit einem 3:0-Sieg. Damit distanzierte D/A Lübeck auf vier Punkte in der Tabelle. „Primäres Ziel ist die Meisterrunde“, sagt Jagemann, dann hat D/A nichts mit dem Abstieg zu tun, ist sorgenfrei. Mit wie vielen Punkten – Stand jetzt wären es fünf – D/A in die Meisterrunde geht, sei nebensächlich, so Jagemann. Beruhigender ist die Nebenrechnung, sollte D/A doch in der Abstiegsrunde landen. Dann hätte die Mannschaft – Stand jetzt – zwölf Punkte gegen die Konkurrenz gesammelt.

Kader ist gewappnet für die Rückserie

Prognosen für die Rückrunde seien müßig, so Jagemann. Fakt sei: D/A hat erst mal eine gute Ausgangslage. „Wir stehen gut da.“ Fakt sei aber ebenso: „Auf der sicheren Seite steht keiner, keine Mannschaft kann sich schlechte Phasen erlauben, weil alles eng beieinander ist und jeder jeden schlagen kann“, sagt Jagemann. Aktuelles Beispiel: Pauli besiegt Flensburg. Jagemann erwartet einen Dreikampf zwischen D/A, Lübeck und den HSV II um die Meisterschaftsrunden-Plätze vier und fünf. Eventuell könne Norderstedt auch noch mitmischen. „Meine persönliche Rechnung vor der Saison war, dass man jedes zweite Spiel gewinnen muss, um mit dann 30 Punkten die Meisterschaftsrunde zu erreichen“, sagt Jagemann. Dann bräuchte D/A nur noch vier Siege. Jagemann sagt nun: Das wäre dann knapp. Die Liga ist sehr eng beieinander.

Der Erfolg der SV Drochtersen/Assel bringt auch persönliche Gewinner hervor. Jagemann nennt ganz klar die beiden Offensivkräfte Fabio Dias und Hassan El-Saleh (beide fünf Tore). Dias habe seine Chance durch die Verletzung von Alexander Neumann zum Saisonbeginn genutzt. Er habe zwar auch mal schwächere Spiele, aber mehr gute bis sehr gute. „Das Spiel ist mehr auf ihn zugeschnitten.“ Unter anderem auch durch die offensiven Außen. Einer davon ist El-Saleh. Der die offensive Ausrichtung persönlich bevorzugt, bei D/A aber oft und lange defensiv gefragt war und dies auch ausfüllte. Neben der offensiven Neuausrichtung nennt Jagemann auch Neuzugang Tjorve Mohr. Der habe eingeschlagen als Innenverteidiger. Das Karriereende von Kapitän Sören Behrmann konnte so kompensiert werden.

So viel Verletzungspech D/A während der Vorbereitung hatte, umso besser ist die Mannschaft durch die Hinserie gekommen. So ist der Kader gewappnet für die Rückserie.

(Quelle: Stader Tageblatt, Autor: Jan Bröhan, Bild: Struwe/Berlin)