D/A fertigt VfB Lübeck mit 3:0 ab – Riesenschritt in Richtung Meisterrunde

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat einen großen Schritt in Richtung Meisterrunde gemacht. D/A gewann gegen den Drittliga-Absteiger VfB Lübeck mit 3:0. D/A-Trainer Lars Jagemann erklärt das Erfolgsrezept.

(Letztes Update: 10. Oktober um 20 Uhr: Stimmen und Details ergänzt)

Fußball kann so einfach sein. Nach den schwachen Partien gegen Kiel und St. Pauli, in denen D/A insgesamt sieben Gegentore kassierte, justierte Lars Jagemann in Nuancen nach. 10 bis 15 Meter haben den Erfolg nach Kehdingen zurückgebracht. Die Drochterser Fußballer stehen 10 bis 15 Meter tiefer, wenn der Gegner am Ball ist. Gegen Flensburg beim 0:0 hat das schon funktioniert. Gegen Lübeck erst recht. In der D/A-Hälfte tun sich für die Konkurrenz kaum noch Lücken auf. Gegen den Drittliga-Absteiger aus Lübeck funktioniert das Umkehrspiel nach Ballgewinnen.

D/A spielt in der ersten Halbzeit überaus effektiv. Zwei echte Chancen führen zu zwei Toren von Hassan El-Saleh. Der 24-jährige stockt sein Torekonto auf fünf Treffer auf. „Der Matchplan ist voll aufgegangen“, sagt Lars Jagemann.

Serra und Khodabakhshian fallen aus

In der Startaufstellung gegen Lübeck muss der Trainer auf den verletzungsbedingten Ausfall von Innenverteidiger Nikola Serra und die Gelb-Rot-Sperre von Außenverteidiger Arian Khodabakhshian reagieren. Lars Jagemann setzt im defensiven Zentrum auf Christian Rusch und auf der Außenbahn auf Jannes Elfers.

Jannes Elfers spielt in dieser Saison nach seinem Bänderriss das erste Mal von Anfang an. Bereits beim 0:0-Unentschieden bei Weiche Flensburg vor einer Woche kickte er in der Schlussphase wieder ein paar Minuten mit. „Heute war ich nach 30 Minuten kaputt“, sagt Jannes Elfers. Die Verletzung ist längst abgehakt. Aus dem Kopf. Im Zweikampf zurückziehen, gehe nicht. „Sonst verletzt du dich erst recht“, sagt Elfers. Der Außenverteidiger, der seit seinem ersten Spiel 2013 insgesamt 99 Regionalligapartien für D/A bestritten hat und dabei acht Tore erzielte, gilt als verletzungsanfällig. Auch in der Vorbereitung auf diese Saison erlitt Elfers einen Rückschlag und arbeitete sich individuell und mithilfe der Physiotherapeuten wieder in die Mannschaft. Die Spiele verfolgte er in zivil. „Ich war immer ein Teil der Mannschaft“, sagt er.

El-Saleh erstellt ersten Treffer

Wie hart die Regionalliga ist, erfährt der Rückkehrer gegen Lübeck in der 13. Minute. Mateusz Ciapa senst Jannes Elfers an der Mittellinie um. Schiedsrichter Jan Tschirschwitz zieht die Gelbe Karte. Aus dem Freistoß kreiert D/A die erste Chance des Spiels. Zunächst scheitert Fabio Dias an Torwart Eric Gründemann. Im Nachsetzen schiebt Hassan El-Saleh den Ball über die Linie. 1:0. D/A ist auf dem besten Weg, die positive Bilanz gegen den VfB Lübeck im zehnten Aufeinandertreffen auszubauen.

Vier Siege stehen bislang auf der Habenseite, drei Unentschieden. Die Lübecker Presse hatte D/A im Vorfeld als „eklig“ spielende Mannschaft bezeichnet und die Drochterser zum Lübecker „Angstgegner“ erhoben. In der 23. Minute fordern die Lübecker vehement Strafstoß. Cemal Sezer ist im Strafraum frei durch. D/A-Verteidiger Tjorve Mohr prüft die Reißfestigkeit des Trikots von Sezer. Sezer fällt. Aber der Unparteiische pfeift nicht. Zum Entsetzen der gesamten VfB-Belegschaft. Eine Fehlentscheidung. D/A hat Glück.

Die Drochterser beweisen sieben Minuten später Können. Jannes Elfers spielt einen hohen Ball über die Köpfe zweier Lübecker hinweg in den Lauf von Fabio Dias. Der erwehrt sich den finalen Abwehrbemühungen und setzt den Ball an den Pfosten. Von dort springt der Ball auf den Fuß von Hassan El-Saleh, der ohne Probleme auf 2:0 erhöht. Mit der Vorlage zeigt Jannes Elfers, wie wichtig er für dieses Team ist.

Lübeck gefährlich in der Offensive

Die Lübecker Offensivaktionen sind durchaus gefährlich. Mehrfach kommen die Gäste in der Box zum Abschluss. Aber Tjorve Mohr und vor allem Christian Rusch werfen sich in die Schussbahn und blocken. Nach der Pause setzt D/A die ersten Akzente. In der 55. Minute spitzelt Nico von der Reith einen Freistoß in Richtung Torwinkel. Eric Gründemann hat seine Fingerspitzen noch dran und lenkt den Ball um den Pfosten. Bei der folgenden Ecke verzieht Nico von der Reith einen Kopfball.

Auch Lübeck kommt zu Gelegenheiten. Aber richtig zwingend sind die Abschlüsse nicht. Zudem strahlt D/A-Torwart Patrick Siefkes erneut eine enorme Ruhe aus. In der 73. Minute muss sich Siefkes das erste Mal richtig strecken. Einen harten Schuss von Nathaniel Amamoo lenkt er um den Pfosten. Eine starke Parade.

Lübecks Torwart Eric Gründemann macht in der 90. Minute dagegen keine gute Figur. Einen Flachschuss von Maximilian Geißen lässt er durch die Finger gleiten. 3:0 für D/A.

Lübeck avanciert zum Drochterser Lieblingsgegner. Ein starker Abschluss der Hinrunde. D/A belegt nach zehn Spieltagen Rang vier der Tabelle. Mit einem komfortablen Vorsprung auf die Konkurrenten um Platz fünf, der für das Erreichen der Meisterrunde ausreicht.

Die Statistik des Spiels

Tore: 1:0 (13.) El-Saleh, 2:0 (30.) El Saleh, 3:0 (90.) Geißen

SV D/A: Siefkes, Götz (78. Steffens), Rusch, Mohr, von der Reith, Elfers, Geißen, Ioannou, Niebergall (58. Owusu), El-Saleh (83. Nagel), Dias (86. Neumann)

VfB Lübeck: Gründemann, Andreasson, Brackelmann, Abifade (76. Fakhro), Ciapa (86. Freitag), Sezer, Amamoo, Grupe, Rüdiger, Boland, Uzun (58. Taritas)

Schiedsrichter: Jan Tschirschwitz (Hannover) – Assistenten: Sebastian Otto (Hannover), Justus Bertram (Neustadt am Rübenberge)

Zuschauer: 654

Nächstes Spiel: SV D/A – Hamburger SV II (Fr., 15. Oktober, 19 Uhr, Kehdinger Stadion)

(Quelle: Stader Tageblatt, Autor: Daniel Berlin)