D/A verliert Elfmeterkrimi gegen Meppen

Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat den Niedersachsenpokal 2016, 2018 und 2019 gewonnen. 2019 gegen eben den SV Meppen durch einen Treffer von Stürmer Alexander Neumann. Im vierten Anlauf sollte es nicht sein.

In einem dramatischen Spiel holt der Favorit einen 0:2-Rückstand auf und gewinnt am Ende im Elfmeterschießen 6:5 (2:2). D/A hat aber eine ansehnliche Leistung gezeigt. Dieses Endspiel hatte Spannung und Dramatik.

Trainer Lars Jagemann vertraut in der Startelf Torhüter Patrick Siefkes, Nikola Serra, Nico von der Reith, Jannes Elfers, Hassan El-Saleh, Oliver Ioannou, Marcel Andrijanic, Maximilian Geißen, Jannes Wulff und Alexander Neumann. Zudem hat sich Kapitän Sören Behrmann fit gemeldet und steht damit auch in der Fünferkette. Das Spiel beginnt flott, kein Abtasten, beide Mannschaften suchen den direkten Weg zum Tor. Die Fans, beide Mannschaften durften jeweils 75 Fans mitnehmen, sehen in den ersten Minuten gleich Angriffe auf beiden Seiten. Und macht sich der Einsatz von Kapitän Behrmann schon in der fünften Minute bezahlt: Nach einem Freistoß von Jannes Elfers ist er mit dem Kopf im Fünfmeterraum zur Stelle, die 1:0-Führung. Die D/A-Fans skandieren „Sören Behrmann, Fußball-Gott“. Behrmann sprintet zu Trainer Lars Jagemann und springt ihn inbrünstig an. Da ist er, der absolute D/A-Wille. Im hannoverschen Eilenriedestadion herrscht längst Heimspielstimmung mit den „Svau, Svau – D/A, D/A“-Anfeuerungen.

Küsse in die Fernsehkamera

In der Folgezeit überlässt D/A dem Drittliga-Absteiger den Ball, verteidigt clever und ist in der Umschaltbewegung gefährlicher als der vermeintliche Favorit. Und dann läuft in der 21. Minute ein Angriff über die linke Seite, Jannes Wulff setzt sich durch, passt auf Alexander Neumann, dessen Abschluss aus kurzer Distanz kann SV-Torhüter Eric Domaschke noch halten, aber den Ball nicht festhalten. Oliver Ioannou ist zur Stelle, die 2:0-Führung. Ioannou küsst in die Fernsehkamera. Großes Pokal-Kino. Die D/A-Fans singen „Einer geht noch rein“ und SV-Trainer Rico Schmitt schickt die Ersatzspieler zum Warmmachen.

Oliver Ioannou schickt nach seinem 2:0-Treffer Küsse in Richtung Fernsehkamera. Foto: Struwe

In der 25. Minute fällt Rene Guder, im Halbfinale gegen den VfB Oldenburg noch zweifacher Torschütze, sehr leicht im Zweikampf gegen Nico von der Reith. Schiedsrichter Florian Heft zeigt sofort auf den Elfmeterpunkt. Christoph Hellmann verwandelt zum schnellen 1:2-Anschlusstreffer. D/A ist nicht geschockt und gestaltet das Spiel bis zur Pause weiter ausgeglichen. Große Torchancen gibt es nicht mehr, das Spiel ist trotzdem weiterhin ansehnlich.

Die zweite Hälfte beginnt mit einem kleinen Schock für D/A. Maximilian Geißen wird angeschossen, am Arm, im Strafraum. Der Schiri pfeift wieder Elfmeter. Hemlein tritt wieder an. Und drischt den Ball weiter übers Tor. Die D/A-Fans feiern wie bei einem eigenen Treffer. Der SV Meppen ist nun besser im Spiel, agiert zielstrebiger, D/A verteidigt und sucht nach Entlastungen. In der 68. Minute hat El-Saleh dann eine Großchance, sein Schuss wird aber geblockt. Dann trifft Luka Tankulic mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern, der 2:2-Ausgleich in der 80. Minute. In der Schlussphase knistert es vor Spannung und Anspannung im fast leeren Stadion, das ist nun einen Nervenschlacht. In der Nachspielzeit trifft Meppen noch den Pfosten und D/A hat noch zwei Eckbälle. Und wieder einmal kommt es zu einem Elfmeterschießen.

Niederlage im Elfmeterschießen

Nico von der Reith tritt als erster an und trifft sicher. Jeron Al-Hazaimeh gleicht aus. Alexander Neumann bringt D/A wieder in Führung. Florian Egerer gleicht wieder aus. Nikola Serra verwandelt sicher. Und dann ist D/A-Torhüter Patrick Siefkes zur Stelle, hält den Schuss von Markus Ballmert. D/A, die Elferkönige sind oben auf. Doch dann verschießt Maximilian Geißen halb hoch, so wie man nicht schießen sollte. Nikolas Andermatt trifft anschließend für Meppen. Christian Rusch schießt dann platziert links, doch SV-Torhüter Eric Domaschke ahnt die Ecke und hält. Luka Tankulic behält als letzter Schütze die Nerven und schießt den SV Meppen zum zweiten Pokalsieg nach 1999. D/A verliert erstmals ein Elfmeterschießen, seit die Mannschaft als Regionalligist in der Regionalliga spielt. Die Fans sind mit dem Auftritt ihrer Mannschaft dennoch zufrieden, D/A habe sich gut verkauft ist der Tenor – trotz der Enttäuschung.

Quelle: Stader Tageblatt