D/A-Präsident Rigo Gooßen: „Die Willensstärke ist fast schon übernatürlich“

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel steht im Landespokal-Finale. Wie hat Vereinschef Rigo Gooßen die Partie gegen Hildesheim erlebt, warum avancierte D/A zu einer erfolgreichen Pokalmannschaft und welcher Gegner soll es im Finale sein?

TAGEBLATT: Herr Gooßen, haben sie mit der Mannschaft nach dem Sieg noch ordentlich gefeiert?

Rigo Gooßen: Meine Stimme ist heute noch lädiert. Es war eine feuchtfröhliche Rückfahrt.

Was war schließlich ausschlaggebend für den Sieg?

Ich habe immer gesagt, dass die Mannschaft gewinnen wird, die den größeren Willen zeigt. In der ersten Halbzeit haben wir versäumt, das Tor zu machen. Dann geschieht es, wie so oft im Fußball: Das 0:1 fällt wie aus dem Nichts. Aber bei dieser Mannschaft ist die Willensstärke, gerade im Pokalwettbewerb, so phänomenal, fast schon übernatürlich. Und unser Torwart Patrick Siefkes hat natürlich einen Ruf weg. Er ist ein Hexer.

Wie haben sie die 90 Minuten und das Elfmeterschießen persönlich erlebt?

Nach einer halben Stunde habe ich gedacht, dass wir das Spiel klar gewinnen. Aber in der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr so leichtfüßig. Das war unbefriedigend. Das hat mir missfallen. Ich war immer angespannt. Schließlich haben wir die Möglichkeit, in einer verkorksten Corona-Saison noch einen großen Erfolg einzufahren.

Es gab Zeiten, da war D/A ein dankbarer Pokalgegner und schied immer früh aus. Wie ist D/A nun zu einer Pokalmannschaft geworden?

Den Hebel umgelegt haben wir in damals in Oldenburg. Niemand hat uns zugetraut, dass wir den VfB im Halbfinale schlagen. Wir hatten 1000 Zuschauer im Rücken und gewannen. Das war ein Schlüsselmoment. Der hat etwas verändert. Die Qualifikation für den DFB-Pokal löst so viel aus. Das will man immer wieder erleben.

Haben Sie einen Wunschgegner für den Finaltag der Amateure? Meppen oder Oldenburg?

Meppen hat nach dem Abstieg aus der 3. Liga nicht gerade Selbstvertrauen. Aber wir nehmen es, wie es kommt. Gegner im Endspiel sind immer stark. Vielleicht ist es ein gutes Omen, dass wir bislang drei Mal das Endspiel erreicht haben und immer gewannen. Wir bemühen uns derzeit bei der Politik, dass wir mehr als 50 Leute inklusive Kader mitbringen dürfen nach Hannover. Wir würden gerne zwei Busse mit Fans füllen.

Denkt der Präsident jetzt schon an die sechsstellige Summe, die im Falle eines Finalsiegs und einer DFB-Pokal-Qualifikation auf das Vereinskonto fließen würde?

Selbstverständlich. Gerade in der Corona-Zeit würde uns das richtig helfen. Das würde vieles vereinfachen.

Quelle: Stader Tageblatt