Wechsel zu D/A kein Rückschritt für Maximilian Geißen

Der Regionalligist SV Drochtersen/Assel überraschte mit zwei kurzfristigen Verpflichtungen für neue Saison. Warum Neuzugang Maximilian Geißen, Sohn des TV-Moderators Oliver Geissen, nun glücklich ist, überhaupt wieder Fußball zu spielen.

D/A-Kapitän Sören Behrmann, der auch fürs Scouting mitverantwortlich ist, hatte Maximilian Geißen „schon länger auf dem Zettel“. Nun ist der 21-Jährige ganz schnell D/A-Spieler geworden. In der vergangenen Woche haben „angenehme Gespräche“, so Behrmann, zur kurzfristigen Vertragsunterschrift geführt. Geißen ist „durch und durch ein Hamburger Jung“, wie er selbst sagt.

Das Fußballspielen hat der Sohn des bekannten Fernsehmoderators Oliver Geissen (zur besseren Darstellung im Fernsehen schreibt er seinen Namen mit Doppel-s) beim Niendorfer TSV gelernt. Der Verein ist bekannt für seine gute Jugendarbeit. „Eine schöne Zeit“ seien die neun Jahre gewesen. Dann lockte der Hamburger SV, wo er in sechs Jahren die Junioren-Bundesligen durchlief und zuletzt zwei Jahre Stammspieler im U23-Regionalliga-Team war. „Ich habe unter den letzten drei HSV-Trainern immer viele Trainingseinheiten bei den Profis gehabt“, sagt Geißen, „aber den Sprung letztlich nicht geschafft.“ Den Traum vom Profifußball hat er dennoch „nicht ganz aufgegeben“. Beim HSV war sein Vertrag nun ausgelaufen.

Den Schritt zu D/A sieht er nicht als Rückschritt. „D/A ist Vierter geworden und der HSV landete auf Platz 14“, sagt er. Geißen hat sich schon viel mit Trainer Lars Uder ausgetauscht, er habe eine Idee, wie der Verein tickt.

Hamburger Jung möchte ankommen

Der Mittelfeldspieler gibt sich aber Zeit, „möchte erstmal ankommen“. Zwei, drei Wochen gibt er sich. „Ich habe sieben Monate Pause gehabt“, sagt er. Anfang Februar habe er das letzte Mal richtig trainiert und gespielt, nun hatte er am Montag sein erstes Training bei D/A. Ansprüche könne er da nicht stellen. „Erstmal bin ich glücklich, dass ich überhaupt wieder Fußball spielen kann, nach so langer Zeit.“

Dass er einen sehr bekannten Vater aus den Medien hat, sei zeitweise „schon nervig gewesen“, wie Geißen zugibt. Mit der Zeit habe er aber gelernt, damit umzugehen und habe sich daran gewöhnt, dass diese Tatsache immer wieder erwähnt wird. „Grundsätzlich bin ich natürlich stolz, so einen Papa zu haben.“ Wenn es die Zeit von Oliver Geissen zulässt, schaut er sich auch gerne Spiele des Sohnes an.

Gleich im ersten Saisonspiel, am Sonntag ab 15 Uhr gegen den Aufsteiger FC Teutonia 05 Ottensen im Kehdinger Stadion, würde Efkan Erdogan am liebsten schon dabei sein. „Ich bin da ganz ehrlich“, sagt Erdogan und lacht, „ich will unbedingt spielen.“ Er glaube auch, dass er der D/A-Mannschaft gleich helfen könnte. Bei allem Selbstvertrauen sagt der 23-Jährige aber auch: „Ich kann das schon verstehen, wenn der Trainer sagt, ich sei noch nicht lange genug dabei und müsse mich noch beweisen.

Freundliche Gespräche

Erdogan und Lars Uder haben seit längerer Zeit Kontakt. Nun habe es sich kurzfristig ergeben, dass er, Erdogan, gern gekommen ist. Beim VfB Oldenburg habe es „ganz einfach nicht mehr gepasst“, sagt er. Im Testspiel am 21. August gegen den Oberligisten FC Hagen/Uthlede (4:0-Sieg) konnte Erdogan gleich überzeugen. „Danach wurden die super freundlichen Gespräche mit Lars Uder und Herrn Gooßen konkreter“, wie Erdogan sympathisch erzählt.

Vor drei Jahren spielte der Bremer in der Landesliga mit dem SC Borgfeld. „Dann habe ich gemerkt, dass ich doch richtig Bock habe, noch ambitionierter zu spielen“, sagt Erdogan. In der Saison 2017/18 wechselte er zum Oberligisten Heeslinger SC (13 Spiele), in derselben Saison ging er zum Ligakonkurrenten TB Uphusen (14 Spiele). In der Saison darauf spielte Erdogan für den Regionalligisten VfL Oldenburg (26 Spiele). In der vergangenen Saison dann für den VfB Oldenburg (14 Spiele). Die saisonalen Wechsel begründet Erdogan „ganz einfach“: „Es hat sich so ergeben, dass jedes Jahr ein besserer Verein Interesse gezeigt hat. Das ist ein schönes Gefühl.“

Erdogan ist gebürtiger Bremer. Er hat BWL studiert. Derzeit spielt er Fußball und jobbt, sagt er. Er braucht 15 Minuten zu D/A-Stürmer Alexander Neumann, mit dem fährt er dann zusammen zum Training und den Spielen. Das passt. Erdogan sieht sich am liebsten als Sechser, kann aber auch als Innenverteidiger und rechter Verteidiger spielen. Und wie gesagt: Am liebsten schon am Sonntag.

Das erste Saisonspiel

Die SV Drochtersen/Assel startet am Sonntag mit einem Heimspiel in die neue Regionalligasaison. In der Nord-Staffel treffen die Drochterser nur auf die Mannschaften aus Hamburg und Schleswig-Holstein sowie den Lüneburger SK Hansa. Am Sonntag kommt der Aufsteiger FC Teutonia 05 Ottensen. Anpfiff ist um 15 Uhr. Wegen der coronabedingten maximalen Zuschauerzahl von 500 ist das Spiel ausverkauft. Der Aufsteiger hat einen größeren Umbruch angestrebt und zahlreiche Spieler mit Regionalligaerfahrung geholt. D/A geht aber als Favorit ins Spiel.