D/A setzt auf Zeltlager-Romantik

DROCHTERSEN. Drei Tage Trainingslager haben die Regionalligaspieler der SV Drochtersen/Assel am Sonntag in den Knochen. Zwei Testspiele und mehrere Trainingseinheiten brachten Erkenntnisgewinn. Der spartanische Charakter des Trainingslagers ließ das Team zusammenwachsen.

Die kleine Zeltstadt auf einem Privatgrundstück auf der Elbinsel Kraustand sorgt für Ferienlagerromantik. Auf der Wiese steht ein Pavillon mit Bierzeltgarnitur, rings herum die mit Heringen verankerten Iglus. Ein Zelt fällt ein wenig aus dem Rahmen. Die D/A-Spieler Jannes Elfers und Jasper Gooßen haben es sich auf nicht einmal zwei Quadratmetern gemütlich gemacht. Die Behausung ist gut 30 Jahre alt. Gooßen und Elfers haben noch ein Preisschild gefunden, als sie das Zelt zusammengebaut haben. Zwölf Mark. Nico von der Reith schläft nebenan in seinem Kombi.

Jannes Elfers (links) und Jasper Gooßen schlafen im kleinsten Zelt. Das Teil hat gut 30 Jahre auf dem Buckel und kostete mal zwölf Mark.

Dänemark, Mallorca und Barcelona hießen in den vergangenen Jahren die Reiseziele des D/A-Kaders für die Vorbereitung. Corona macht dies diesmal zu kompliziert. Deshalb Krautsand. Pendeln zwischen Zeltlager, Kehdinger Stadion und dem Krutsander, einem Restaurant auf der Elbinsel. Am Sonnabendabend steht der Mannschaftsabend an. „Der beste, den ich je erlebt habe“, sagt Kapitän Sören Behrmann. Sven Lauks, der die D/A-Hymne geschrieben hat, kommt mit seiner Band. Die Spieler singen die von ihm verfassten Zeilen. Traditionell stellen sich die Drochterser Neuzugänge mit einem Gesangssolo vor. Innenverteidiger Nikola Serra schmettert „Angels“ fast so geschmeidig wie Robbie Williams und erhält für die Nummer stehende Ovationen.

Wettbewerbsbedingungen in zwei Testspielen

Was seine Mannschaft und jeder einzelne sportlich drauf hat, erlebt Trainer Lars Uder unter Wettbewerbsbedingungen während der Testspiele gegen den Landesligisten SV Ahlerstedt/Ottendorf am Freitagabend und gegen Curslack-Neuengamme aus der Hamburger Oberliga am Sonntagvormittag. Die erste Halbzeit gegen A/O scheint ihm zu gefallen. Jannes Wulff trifft gegen seinen Ex-Club, Marcel Andrijanic, Nico von der Reith und Alexander Neumann erzielen bis zur Pause weitere drei Tore. Ahlerstedts Trainer Malte Bösch bekommt ob der Torflut eine leise Vorahnung, wie dieses bis dahin ungleiche Duell ausgehen könnte. „Ich dachte, es bricht über uns herein“, sagt Bösch. Seine Mannschaft schießt sich aber zurück in die Partie und schenkt dem hohen Favoriten bis zum Abpfiff drei Treffer ein. 5:3 für D/A. Bei der Besprechung im Mittelkreis direkt nach dem Spiel wird es laut bei den Kehdingern. „Wir haben Chancenwucher betrieben und die Ordnung verloren“, sagt Lars Uder.

D/A-Neuzugang Arian Khodabakhshian ist schon ganz dicht dran am Regionalligaformat. Die im Sommer von der SV Ahlerstedt/Ottendorf nach Kehdingen gewechselten Lennard Fock und Martin Sattler benötigen noch ein wenig Zeit, sich an die Härte und das Tempo zu gewöhnen. Viele Alternativen sitzen bei D/A derzeit nicht auf der Reservebank. Nikola Serra zwickt ein Muskel, Hassan El-Saleh und Daniel Owusu sind verletzt. Ashton Götz, Jasper Gooßen, Sven Sören Zöpfgen und Dimitri Fiks benötigen noch Zeit für die Genesung. Mit vielen Spielern trainierte Physiotherapeutin Katja Sievers am Wochenende individuell.

Dimitri Fiks braucht wegen seiner hartnäckigen Fußverletzung wahrscheinlich noch einige Monate, ehe er wieder auf dem Platz steht.

Gegen Curslack-Neuengamme am Sonntag verliert D/A mit 1:2. Hamed Mokhlis trifft für die Hamburger nach fünf und nach 64 Minuten. Wulff sorgt für den zwischenzeitlichen Ausgleich. Erneut vergibt der Regionalligist eine Vielzahl von Möglichkeiten, kann aber auch die gefährlichen Konter der Gäste nicht unterbinden. „Unser Spiel ist definitiv ausbaufähig“, sagt Sören Behrmann. Das sei zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung aber auch nicht überraschend. Erst am ersten September-Wochenende soll die Saison starten.

Auf dem Weg dahin testet D/A noch gegen zwei Teams auf Augenhöhe. Am Freitag, 7. August, um 19 Uhr kommt Regionalliga-Aufsteiger FC Oberneuland auf den Sportplatz nach Assel, zwei Tage später um 15.30 Uhr die Liga-Konkurrenz vom BSV Rehden ins Kehdinger Stadion nach Drochtersen. „Dann wissen wir, wo wir stehen“, sagt Sören Behrmann.

Quelle: Stader Tageblatt