Landesligafußballer wechseln in die Kreisliga

LANDKREIS. Sie haben jahrelang in der Landesliga gespielt, die SV Drochtersen/Assel II geführt. Ab der kommenden Saison laufen die Fußballer Kai-Cedric Ribbe und Marek Baumgartner zwei Klassen tiefer auf, beim SSV Hagen in der Kreisliga.

Kai-Cedric Ribbe (29) betont zu Beginn des Gesprächs, dass diese Entscheidung nichts mit D/A zu tun habe. „Ich hatte wunderschöne und erfolgreiche Jahre in Drochtersen“, sagt er. Es war vielmehr der lang gehegte Wunsch, noch einmal beim Heimatverein mit den Freunden zusammenzuspielen. „Der Kontakt nach Hagen ist nie abgebrochen“, sagt Ribbe. Ribbe wuchs in Hagen auf, spielte in der G- und F-Jugend des SSV und einige seiner Freunde spielen heute noch in der ersten Mannschaft. Wenn es der Spielplan zuließ, war er dort Zuschauer.

Eigentlich wollte der Innenverteidiger schon im vergangenen Jahr nach Hagen wechseln, das aber klappte aus „diversen Gründen“ nicht, sagt er. Hagens künftiger Trainer, Christoph Stahn, ließ den Kontakt wieder aufleben, nachdem er von Ribbes Wunsch erfahren hatte, zu seinen fußballerischen Wurzeln zurückkehren zu wollen. Somit verlässt Ribbe den Leistungsbereich, wie er sagt, und spielt bald zwei Klassen tiefer. Das bedeutet nur noch zwei statt drei Trainingseinheiten in der Woche, mindert aber Ribbes Anspruch nicht: „Hagen hat eine sehr gute Kreisliga-Mannschaft, mit der wir oben mitspielen sollten.“

Beruf und Studium: Baumgartner muss kürzer treten

Begleitet wird Ribbe von Marek Baumgartner (27), der ebenfalls von D/A II zum SSV Hagen wechselt. Ribbe stellt klar, nichts damit zu tun zu haben. „Ich habe höchstens gescherzt: Komm doch mit nach Hagen, bevor du nichts zu tun hast“, sagt Ribbe. Baumgartner erklärt, dass er vor allem aufgrund seines Studiums neben dem Beruf kürzertreten wolle. „Das ist mit Landesliga-Fußball leider nicht mehr vereinbar“, sagt der defensive Mittelfeldspieler.

Für Baumgartner kamen nur zwei Optionen infrage: entweder aufhören oder zu einem Kreis- oder Bezirksligisten wechseln. Letztlich habe sich der Wechsel nach Hagen angeboten, sagt Baumgartner. Er wohne in der Nähe, könne auch mal ein Training ausfallen lassen und müsse nicht komplett auf Fußball verzichten. „Ich bin jetzt im besten Fußball-Alter, möchte es aber ruhiger angehen lassen“, sagt Baumgartner. Und fügt an: „Vielleicht können wir in der nächsten Saison mit einem Auge nach oben schielen.“

Hagen will den nächsten Schritt gehen

Was Ribbe und Baumgartner verbindet, ist ihre gemeinsame Vergangenheit bei D/A. Ribbe spielte seit 2008 bei den Kehdingern, Baumgartner seit der Jugend mit Unterbrechungen. Mit der zweiten Mannschaft stiegen die beiden 2015 von der Bezirks- in die Landesliga auf, sie gehörten zur Stammbesetzung und führten das Team: Baumgartner war seit der Saison 2019/20 Kapitän, Ribbe schon länger Stellvertreter.

Der SSV Hagen freut sich über die Verstärkung ab der kommenden Saison. „Die beiden werden sicherlich Stabilität in die Mannschaft bringen und sie mit ihrer Erfahrung führen“, sagt Stahn, Hagens künftiger Trainer. Er möchte mit Hagen weiterhin oben mitspielen in der Kreisliga. Und vielleicht, so die Hoffnung, werden die Neuzugänge den SSV Hagen in die Lage versetzen, den „nächsten Schritt“ zu gehen. Gemeint ist der Aufstieg in die Bezirksliga.

Auch Obmann Lutz Schlüter geht von einer „Qualitätssteigerung“ aus und hofft auf eine Sogwirkung: „Vielleicht entscheiden sich noch ein, zwei weitere starke Spieler für uns.“ Derzeit wird die Mannschaft von Carsten Junge trainiert. Stahn, noch Co-Trainer beim Landesligisten VfL Güldenstern Stade, übernimmt ab Juli. Abgänge zur kommenden Saison gebe es bislang keine, sagt er, nur die beiden Verstärkungen aus der Landesliga. „Die Mannschaft ist intakt.“

Quelle: Stader Tageblatt