Trainer Lars Uder verlässt die SV D/A

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel und Trainer Lars Uder gehen ab dem 30. Juni 2020 getrennte Wege. Der Coach wird den Vertrag bei D/A über die laufende Saison hinaus nicht verlängern. Ausschlaggebend dafür sind private Gründe.

Nach zwei Jahren bei der SV Drochtersen/Assel ist für Lars Uder Schluss. Die Nachricht kam am Montagabend durchaus überraschend. Der Trainer übernahm seinerzeit die Mannschaft von Enrico Maaßen und war erfolgreich. D/A gewann den Landespokal, qualifizierte sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals, belegte in der Saison 2018/19 Rang fünf und steht aktuell elf Spiele vor Ende der laufenden Saison auf Rang vier.

Uder könne nach eigenen Worten der Dreifachbelastung aus Familie, Beruf und Fußball aber nicht länger gerecht werden, sagt Rigo Gooßen. Die Entscheidung sei bereits im Dezember gefallen, sollte aber keinen Einfluss auf die Vorbereitung in der Winterpause haben. „Wir haben erste Gespräche mit potenziellen Nachfolgern geführt und werden uns jetzt in Ruhe und mit der gebotenen Sorgfalt um einen neuen Trainer kümmern“, sagt der Präsident. Uder sei der richtige Trainer gewesen. Fußballerisch habe sich die Mannschaft weiterentwickelt und erfolgreich gespielt, so der Präsident.

„Es tut mir brutal leid“

Nach dem Training am Montagabend saß Lars Uder durchgeweicht vom Kehdinger Dauerregen in seiner Umkleidekabine. „Es war ein ganz normales Montagstraining“, sagt er über die eineinhalbstündige Übungseinheit zuvor. Er wisse nicht, was in den Köpfen der Spieler nach der Verkündigung der Nachricht über sein Ausscheiden vorginge. Er habe noch keine Gelegenheit gehabt, mit den Spielern zu sprechen. Kapitän Sören Behrmann steckte in dem Moment den Kopf durch den Türspalt. Die beiden wollen am Dienstag telefonieren. „Es tut mir brutal leid“, sagt Uder. Was er bei der SV Drochtersen/Assel ab Sommer zurücklasse, sei „einfach nur Gänsehaut“. Tolle Charaktere, alle „malochen“ im Umfeld. Menschlich, sagt Uder, habe er so etwas noch nie erlebt. „Andere predigen das. Hier steckt wirklich Herzblut drin“, so der scheidende Coach.

D/A-Trainer Lars Uder. Archivfoto: TAGEBLATT

Die Entscheidung über seinen Rückzug bei D/A hat sich Lars Uder offensichtlich nicht leicht gemacht. „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht darüber nachdenke, ob es nicht ein Riesenfehler war und ob ich das alles hergeschenkt habe“, sagt Uder. Finanzielle Interessen habe er nie gehabt, nur Spaß an der Arbeit auf dem Fußballplatz.

Aber Uder hat Gespräche geführt. Mit seiner Familie, seiner Frau, seinen Kollegen an der Schule in Otterndorf. „Ich könnte das alles so weitermachen, müsste aber irgendwo Abstriche machen“, sagt Uder. Es sei schwierig, überall 100 Prozent zu geben. Und er habe den Anspruch, gerade im Privatleben und im Berufsleben eben diese 100 Prozent zu geben. „Ich möchte mehr Zeit für die Familie haben“, sagt Uder, der über seine fußballerische Zukunft nach der Zeit bei D/A noch nicht nachgedacht hat. „Es gibt weder Angebote noch Pläne“, sagt er.

Letzter Einsatz als D/A-Trainer im Mai

Am 17. Mai 2020 bestreitet Lars Uder an der Seitenlinie sein letztes Pflichtspiel als Trainer für die SV Drochtersen/Assel. Es geht zum Saisonfinale an die Lohmühle zum VfB Lübeck. Elf Partien bestreitet D/A noch in dieser Spielzeit. Die Verkündigung seines Abganges habe keine Auswirkungen auf den Rest der Saison, sagt Uder. Die Mannschaft habe einen starken Charakter und lasse sich von der Entscheidung nicht beeinflussen. „Die Spieler spielen ja nicht für mich. Sie haben als Team und persönlich ihre Ziele“, so der Coach. Uder meint, dass der Rückzug auch keinen Einfluss auf seine Arbeit haben werde.

Ähnlich sieht es Rigo Gooßen. Sein erster Eindruck nach dem Training am Montag sei, dass eine erfolgreiche Saison im Vordergrund stehe. Die Trainerfrage bringe D/A nicht ins Wanken. Wer Uder im Sommer nachfolgt, sei zu diesem Zeitpunkt völlig unklar. Es werde eine neue Lösung geben, ein bis zwei Gedanken habe der Präsident im Kopf. „Es gibt viele Trainer, die D/A gern trainieren würden“, sagt Gooßen.

Die Reaktion des Kapitäns

Mannschaftskapitän Sören Behrmann (30) sagte am Montagabend, dass die Mannschaft die Entscheidung verstehen und akzeptieren könne.„Es ist schade und traurig“, sagt Behrmann. Trainer Lars Uder habe sehr gute Arbeit geleistet. Die Mannschaft sei so gefestigt, dass sie das wegstecken könne. Fußballerisch habe Uder das Team weiterentwickelt. D/A wolle Lars Uder jetzt einen guten Abschied ermöglichen. „Wichtig ist, dass wir die Saison erfolgreich zu Ende spielen. Wir wollen noch unsere Ziele erreichen“, sagt Behrmann. Die SV Drochtersen/Assel wolle besser abschneiden, als auf Platz fünf in der Vorsaison.

Quelle: Stader Tageblatt