D/A-Sieg in einem dreckigen Spiel

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel ist mit einem Sieg aus der Winterpause gekommen. Am Freitag bezwang D/A den Tabellenletzten Heider SV vor 792 Zuschauern mit 1:0 und klettert auf Rang vier der Tabelle.

Der Heider SV lässt den Favoriten vor eigenem Publikum das Spiel machen. Nach einer Ecke von Florian Nagel in der zweiten Minute verpasst Nico von der Reith per Kopfball die frühe Führung. Die Gastgeber beginnen wie gewohnt mit Patrick Siefkes im Tor. Überraschend verweigert D/A-Trainer Lars Uder Neuzugang Dren Feka und dem nach einem Kreuzbandriss wieder genesenen Till Hermandung einen Platz in der Startelf.

Vor Siefkes agieren Daniel Owusu, Kapitän Sören Behrmann, Laurens Rogowski und Finn Zeugner in der Vierer-Abwehrkette. Von der Reith und Marcel Andrijanic ziehen im Mittelfeld die Fäden. Auf den Außenbahnen spielen Jannes Elfers und Nagel. In der Spitze sollen Alexander Neumann und Jannes Wulff für Gefahr sorgen.

Partie mit Boxkampf verglichen

Vor allem Behrmann ist motiviert. Am Donnerstag wurde der Innenverteidiger 30 Jahre alt. Am Sonnabend soll die Party steigen. Da kann Behrmann einen zähen Auftritt gegen den Tabellenletzten für die Stimmung nicht gebrauchen. Mit dem bildhaften Vergleich, den Behrmann während seiner Motivationsrede vor dem Anpfiff bedient, sollte er Recht behalten. Der Kapitän vergleicht die Partie mit einem Boxkampf. In der zwölften und letzten Runde kämpft D/A gegen einen taumelnden Gegner, der alles gegen die Niederlage in die Waagschale wirft. „Wir haben den Kampf angenommen“, sagt Behrmann nach dem Abpfiff. Den Kampf in einem „dreckigen Spiel“.

Ball im Tor, Jannes Elfers jubelt. Der Linksaußen vollendet nach einer Flanke von Nico von der Reith in der 30. Minute zum einzigen Treffer des Abends.

D/A wirkt bemüht im Kehdinger Dauerregen. Das Wetter präsentiert sich unwirtlich bei nasskalten sechs Grad. Kein schöner Abend zum Kicken. Ein Flachschuss von Neumann geht nach einer Viertelstunde rechts am Tor von Tom Pachulski vorbei. Noch ist die Begegnung weit davon entfernt, wenigstens die Gemüter der frierenden Zuschauer ein wenig zu erhitzen. Bis in der 30. Minute eine Flanke von Nico von der Reith von der rechten Seite mit viel Glück durchkommt und auf dem Fuß von Elfers landet. Der drischt den Ball per Vollspann in die lange Ecke. 1:0. Verdient. Heide war bis dahin nur durch einen Schuss von Calvin Ehlert in der Offensive positiv aufgefallen. Zwei Minuten später verpasst Neumann das 2:0. Rogowski hatte sich ins Angriffsspiel eingeschaltet, als Innerverteidiger den Schuss aber im letzten Moment verweigert und den Abschluss doch lieber dem Spezialisten überlassen.

Behrmann muss pausieren

Schiedsrichter Mario Birnstiel pfeift pünktlich zur Pause. Seine Bilanz: drei Gelbe Karten, eine für den Gast, jeweils eine für Behrmann und Zeugner. Für Behrmann ist das bitter, es ist die fünfte. Beim nächsten Spiel am 1. März beim FC St. Pauli II muss er gesperrt zwangspausieren.

In der Halbzeitpause wechselt Uder Till Hermandung für Owusu ein. Das Publikum begrüßt den 22-Jährigen mit viel Applaus. In seinem ersten Spiel seit dem 24. März 2019 reiht sich Hermandung neben Neumann in der Offensive ein. Wulff geht für Owusu auf Linksaußen.

Der Eckball von Nagel als erste Offensivaktion der zweiten Halbzeit dient als Blaupause der ersten. Erneut steht von der Reith im Zentrum als Abnehmer bereit. Seit Kopfball geht weit drüber. Und erneut vergibt Neumann die zweite Chance. Nach einem Pass von Wulff läuft er auf der linken Seite allein auf den Schlussmann zu. Beim Schuss ist der Winkel zum Tor zu spitz.

Durch die Schlussphase gequält

Nach 62 Minuten hat D/A Glück. Nach einer Ecke kann Drochtersen nicht klären. Eine Vielzahl von Heider Spielern rutscht auf dem längst seifigen Rasen am Ball vorbei. Die Gäste schöpfen Kraft aus dieser Aktion und werden mutiger, bissiger. D/A übersteht diese Phase. Gefährliche Offensivkreationen werden aber immer mehr zum raren Gut. Als Neumann am langen Pfosten in der 78. Minute an einem langen Ball von Zeugner vorbeirutscht, geht ein Raunen durchs Publikum. Ebenso, als ein Freistoß von Hermandung einen halben Meter über dem Tor gegen den Fangzaun klatscht.

D/A quält sich durch die Schlussphase. Die Gäste geben sich nicht auf. Aber der erste Sieg im neuen Jahr ist eingefahren. „Wir haben es spannend gemacht“, sagt Uder, zeigt sich mit dem Ergebnis aber zufrieden. Vieles habe gut funktioniert. Seine Mannschaft habe es versäumt, das zweite Tor zu schießen. Oder, um den bildhaften Vergleich von Sören Behrmann wieder aufzunehmen. D/A hat den taumelnden Gegner nicht k.o. geschlagen, aber knapp nach Punkten gewonnen.

Die Statistik des Spiels

Tor: 1:0 (30.) Elfers

SV D/A: Siefkes, Zeugner, Behrmann, Rogowski, Owusu (46. Hermandung), von der Reith, Andrijanic, Nagel (66. Edeling), Elfers, Wulff, Neumann (90.+1 Giwah)

Heider SV: Pachulski, Onwuzu, Quade, Vinberg, Greve (46. Neelsen), Hahn (63. Vojtenko, 79. Kieselbach), C. Ehlert, M. Ehlert, Selcuk, Peters, Gieseler

Schiedsrichter: Mario Birnstiel – Assistenten: Maurice Milczewski, Ben-Erik Salb

Zuschauer: 792

Nächstes Spiel: FC St. Pauli II – SV Drochtersen/Assel (So., 1. März, 14 Uhr, Norderstedt)

Quelle: Stader Tageblatt