D/A-Kapitänin Celina Stock mit kleinem Makel

STADE. Die SV Drochtersen/Assel hat Platz fünf bei der Hallenmeisterschaft der Kreise Stade und Harburg belegt. Kapitänin Celina Stock gilt als die gute Seele der Mannschaft. Nur ein Makel belastet die Laufbahn der 23-Jährigen.

Celina Stock steht am Mittelkreis in der Sporthalle am Hohenwedel in Stade. Sie kickt für die SV Drochtersen/Assel. Sie ist Kapitänin der Mannschaft. In der vorletzten Minute der letzten Begegnung schießt ihre Kollegin das 1:0 gegen den FSV Bliedersdorf/Nottensdorf. Celina Stock ballt die Fäuste und springt hoch. Der Jubel muss raus. Der Sieg beschert Rang fünf bei der Endrunde der Hallenmeisterschaft. Gar nicht schlecht für ein Team, das überhaupt erst dreieinhalb Jahre in der Fußballszene unterwegs ist. Aber die Top Drei der Liga sind noch meilenweit entfernt für den Aufsteiger aus Kehdingen.

In drei Vorrundenturnieren haben 18 Mannschaften 45 Spiele gegeneinander bestritten. Eine gute Quote: Denn auf Kreisebene sind in den Kreisen Stade und Harburg 25 Frauenteams unterwegs. Die jeweils besten zwei und der beste Dritte haben sich für das Finale am Sonntag qualifiziert. Die Hallenmeisterschaft der Frauen hat ihre 31. Auflage erfahren. Scharmbeck-Pattensen löste den TSV Apensen als Kreismeister ab. Die Mannschaft aus dem Kreis Harburg stellte mit Jule Gurkasch auch die beste Torschützin des Turniers. Gurkasch traf sechs Mal. Die Veranstalter und Trainer haben Vanessa Draack vom VfL Güldenstern Stade zur besten Spielerin gewählt. Janine Thielpape von der SV Drochtersen/Assel erhielt den Titel der besten Torhüterin.

Die SV D/A gilt nicht gerade als Tormaschine der Fußball-Kreisliga Stade/Harburg. In acht Begegnungen haben die Kehdingerinnen als Aufsteiger erst neun Tore erzielt. Und auch in der Halle erzwingen sie ihre beiden Siege mit zwei Treffern eher minimalistisch. Zum Vergleich: Der Sieger traf 14 Mal. Dafür stellte D/A in der Halle die zweitbeste Abwehr.

Kaum ein Spiel verpasst

Das ist auch ein Verdienst von Celina Stock. In der Halle agiert die 23-Jährige vornehmlich in der Defensive, im Feld spielt sie im defensiven Mittelfeld. Geboxt hat sie, bevor sie sich vor drei Jahren für den Mannschaftssport Fußball entschied. Schwimmen gehörte zu ihren früheren Leidenschaften, ehe sie merkte, dass Sport ihr in der Gemeinschaft mehr lag. Schnell erarbeitete sich Celina Stock bei D/A den Ruf als gute Seele der Mannschaft. Sie richtet Schicht- und Urlaubsplan nach den Spielen aus und hat kaum eines verpasst. „Sie hat vorher nie gegen einen Ball getreten“, sagt ihr Trainer Oliver Bethke (28). Sie habe sich fußballerisch aber enorm entwickelt.

Was Bethke aber noch mehr fasziniert: „Sie ist der Inbegriff einer Kapitänin. Sie ist ein Leader-Typ.“ So schrieb es der Coach auch in der Laudatio, die D/A-Präsident Rigo Gooßen vor einigen Wochen bei der vereinsinternen Blau-Roten-Nacht vorlas. D/A ehrte mit Celina Stock erstmals eine Frau als Teamplayerin des Jahres. Eigentlich lag Celina Stock an diesem Abend mit Fieber im Bett. Sie schleppte sich zu dieser Ballnacht, weil ihre Spielkameradinnen es ihr ans Herz legten. Entsprechend groß war für sie die Überraschung, als bei der Ehrung ihr Name fiel und sie auf die Bühne musste.

27 Ligaspiele ohne Tor

Nur ein Makel belastet die noch junge fußballerische Laufbahn der 23-Jährigen. Ihr gelang es in 27 Ligaspielen ihrer Karriere bislang noch nicht, ein Tor zu schießen. Und auch in der Halle hat es noch nicht geklappt. Gegen den FSV Bliedersdorf/Nottensdorf schaltet sich Celina Stock immer wieder in die Offensive ein. Nach zwei Minuten verpasst sie eine gute Gelegenheit und sprintet sofort in die eigene Hälfte zurück, um den Konter zu verhindern.

Nach einem weiteren schnellen Antritt über das gesamte Spielfeld ist erst mal die Puste weg. Auf der Reservebank findet sie ihre Stimme wieder. Celina Stock motiviert ihre Mitspielerinnen und feiert jede gelungene Aktion. Und die Sache mit dem eigenen Tor kann auch noch ein paar Tage warten.

Stader Tageblatt