D/A: Der Regionalligist schwitzt an

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel ist nach der Winterpause am Montagabend wieder ins Training eingestiegen. Dabei begrüßte der Coach viele Spieler zurück auf dem Platz, die verletzungsbedingt lange ausfielen.

Trainer Lars Uder ließ „anschwitzen“ und gleich spielerische Akzente setzen, anstatt Kondition zu bolzen.

Stürmer Jasper Gooßen stand am Montagabend erstmals wieder an der Seite seiner Kollegen auf dem Fußballplatz. Zuvor hatte sich Dr. Wolfram Körner im Elbe-Klinikum das genesene Knie Gooßens angeschaut und endgültig grünes Licht für das Mannschaftstraining gegeben. Daniel Owusu und Till Hermandung stiegen ebenfalls wieder vorsichtig ins Mannschaftstraining ein. Dimitri Fiks musste passen. Er darf wegen einer hartnäckigen Fußverletzung frühestens im März wieder laufen. Marco Schuhmann wartet auf seine zweite Hüftoperation, Alexander Neumann war aus privaten Gründen verhindert. Oliver Ioannou ist am Montag Vater geworden und verpasste deshalb die erste Trainingseinheit des Jahres. Seine Frau Marie brachte ihren Sohn Theo zur Welt.

Jasper Gooßen hatte sich im März 2019 während des Heimspiels gegen den VfL Oldenburg das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen. Körner operierte den 24-Jährigen im April. Sechs Wochen lang ging Gooßen kurz danach täglich in die Reha nach Hamburg. Danach trainierte er allein im Fitnessstudio. „Vier Monate lang war kaum eine Entwicklung zu erkennen“, sagt Gooßen heute. Er sei oft nachdenklich gewesen. Er habe sich oft gefragt, ob er überhaupt wieder zurück auf den Rasen komme. Letztendlich habe sich aber der Ehrgeiz gegen den inneren Schweinehund durchgesetzt.

Jasper Gooßen: Countdown für Comeback läuft

Am Montag gab sich Gooßen schon viel optimistischer. Er sei wieder gesprintet und habe die abrupten Abstopbewegungen gut überstanden. Ein wenig mehr Kraft wolle er noch aufbauen. Die Spritzigkeit fehle natürlich noch nach so vielen Monaten fußballloser Zeit. Aus den Zweikämpfen werde er sich zunächst heraushalten. „Das warten wir noch ein bis zwei Wochen ab“, sagt Gooßen. So ganz ist das Vertrauen in die Stabilität des Knies offenbar nicht zurückgekehrt. Gooßen sagt, das sei Kopfsache. Er horcht viel in seinen Körper hinein und merkt jeden falschen Schritt. „Früher habe ich das einfach ausgeschaltet“, sagt er.

Seit seinem Kreuzbandriss im März 2019 hatte Jasper Gooßen nicht mehr mit der Mannschaft trainiert. Am Montag war er beim Auftakt dabei. Fotos: Berlin

Jasper Gooßen hat einen Plan. Als er nach der Operation das Krankenhaus verließ, rechnete er sich aus, wann er wieder auf dem Platz stehen könnte. Neun bis zehn Monate würden schon vergehen, bevor er das erste Mal gegen den Ball treten könnte nach solch einer schweren Verletzung. Er fand eine App für sein Smartphone, die einen Countdown bis zu seinem Comeback anzeigt. Als Hintergrundbild wählte Gooßen eine Zweikampfszene mit Bayern-Profi Thiago aus dem DFB-Pokalspiel gegen die Münchener im Sommer 2018. Seither zählt Gooßen die Tage herunter. Heute sind es noch 38 bis zum ersten Spiel nach der Winterpause.

Am 21. Februar empfängt D/A im Kehdinger Stadion den Heider SV. Der Countdown setze ihn aber nicht unter Druck, er sei lediglich Motivation. Letztlich könne er, Gooßen, nur selbst entscheiden, wann er auf dem Rasen wieder zu allem bereit ist. Denn wenn er nicht mit hundertprozentiger Fitness und vor allem Überzeugung in die Zweikämpfe gehe, sei das Verletzungsrisiko viel zu groß.

Testspiel

D/A wird am Sonnabend, 18. Januar, ab 14 Uhr ein Testspiel beim Oberligisten Heeslinger SC bestreiten. Vom 30. Januar bis zum 2. Februar absolviert die Mannschaft ein Trainingslager in Barcelona in Spanien. Dort misst sich D/A im Test mit dem Spitzenreiter der Regionalliga Bayern, Türkücü München, einem Verein, der langfristig in den Profifußball will.

Quelle: Stader Tageblatt