Serie gerissen: SV D/A stolpert über Aufsteiger Altona 93

DROCHTERSEN. Die Erfolgsserie ist nach sechs Siegen in Folge gerissen. Gegen Aufsteiger Altona 93. Vor 912 Zuschauern hat der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel 0:2 gegen die Hamburger verloren. Nach einem uninspirierten Auftritt.

Die ersten zehn Minuten gehören dem Gastgeber. Stürmer Alexander Neumann verpasst nach einem Tempodribbling in den Strafraum den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss. Jan-Ove Edeling kann D/A früh in Führung bringen, lässt sich nach einem starken Pass von Florian Nagel aber zu weit abdrängen und scheitert aus spitzem Winkel an Altonas Torwart Tobias Grubba. Nach einer Ecke versucht es Edeling erneut. Diesmal aus der Distanz. Wieder steht Grubba richtig und lenkt den Ball ins Toraus.

Es ist nicht der Abend von D/A-Außenverteidiger Liam Giwah. Der sonst so sichere 19-jährige Defensivspieler spielt Fehlpässe, rutscht aus und setzt einen Einwurf ins Aus. Ein Giwah-Fehlpass führt schließlich zum 1:0 für die Gäste. In der 19. Minute nickt Marcel Vuyo Lück nach einer Flanke den Ball mit dem Kopf völlig freistehend ein. D/A-Trainer Lars Uder erlöst den glücklosen Giwah nach einer halben Stunde. Hassan El-Saleh übernimmt seine Position. Der eingewechselte Hilkiah Voigt agiert fortan im linken Mittelfeld. Aber der Spielfluss ist dahin. Erst in der 36. Minute erarbeiten sich die Hausherren die nächste hochkarätige Chance. Aus der Drehung trifft Neumann nur den Pfosten.

Scouts aus dem Profibereich auf der Tribüne

Zwei Scouts aus dem Profifußball sitzen auf der Tribüne. Erstligist Paderborn schaut sich die Akteure an. Für den Zweitligisten Greuther Fürth ist Benno Möhlmann da. Möhlmann bestritt in den 1970er und 80er Jahren Profispiele für Münster, Werder Bremen und den Hamburger SV. Nach mehreren Trainerstationen landete er schließlich als Berater und Scout bei Greuther Fürth und grast den Norden Deutschlands nach Talenten ab. D/A und Altona sieht er zum ersten Mal. Ob er spezielle Spieler im Auge hat, verrät er nicht. „Ich werde mir heute keinen rauspicken, keine Angst“, sagt Möhlmann. In der ersten Halbzeit drängt sich auch niemand auf.

D/A muss in der Pause wechseln. Uder schickt für Sören Behrmann Justin Heinbockel auf den Platz. Der Kapitän greift sich in Halbzeit eins mehrfach an den Oberschenkel. Nach 45 Minuten ist für ihn Schluss.

D/A ideenlos im Angriff

Viel läuft bei D/A nicht zusammen kurz nach der Pause. Im Angriff fehlen die Ideen. Die Gastgeber agieren zu kompliziert vor dem Strafraum. Altona verteidigt geschickt. Auch die Standards verpuffen. Ein harmloser Schuss von Neumann geht als erster Abschluss der zweiten Hälfte nach einer Stunde in die Statistik ein. Das Publikum wird nach der Siegesserie von sechs Spielen ungeduldig. Die Zuschauer sehen Stückwerk und eine D/A-Mannschaft ohne jegliche Inspiration. Einen Freistoß von Nagel pariert Tobias Grubba.

In der Schlussviertelstunde hat D/A zwar mehr Ballbesitz und agiert ständig vor dem gegnerischen Strafraum. Aber Chancen sind Mangelware. Laurens Rogowski schaltet sich auf der rechten Seite ins Angriffsspiel ein. Sein strammer Schuss mutiert zur Flanke, an der Neumann knapp vorbeirauscht. Altona 93 setzt auf Konter und spielt dabei durchaus gefährlich. D/A erwischt gegen den Aufsteiger einen gebrauchten Tag. Am Ende wird es peinlich. Altonas William Wachowski schießt die Hamburger in der 90. Minute endgültig ins Glück.

D/A-Trainer Lars Uder findet keine Erklärung. „Enttäuschend“ nennt er die 90 Minuten. „Heute war der Wurm drin“, sagt er. „Ein Spiel zum Vergessen“, meint Vereinspräsident Rigo Gooßen. Mehr könne D/A gar nicht tun, damit Altona die Klasse halte. Die Hamburger holen sechs Punkte gegen seinen Club. Bereits das Hinspiel ging verloren. D/A bleibt über Nacht erst mal Vierter. Aber die Konkurrenz kann am Wochenende vorbeiziehen.

Die Statistik

Tore: 0:1 (19.) Lück, 0:2 (90.) Büyükdemir

SV D/A: Siefkes, Rogowski, Behrmann (46. Heinbockel), Giwah (30. Voigt), Zeugner, Andrijanic, Nagel, El-Saleh (81. Shehada), Edeling, Wulff, Neumann

Altona 93: Grubba, Mundhenk, Wachowski, Aminzadeh, Monteiro, Sejdija, Büyükdemir (90.+1. Yilmaz), Siebert, Gohoua, Pini (81. Rohweder), Lück (76. Janowsky)

Schiedsrichter: Rene-Alexander Rose – Assistenten: Tobias Geismann, Lenard Stichnoth

Zuschauer: 912

Nächstes Spiel: Lüneburger SK Hansa – SV D/A (Sbd., 7. Dezember, 14 Uhr, Jahn-Stadion, Neetze)

Quelle: Stader Tageblatt