Von der Reith beschert D/A das späte Glück

DROCHTERSEN. Die Siegesserie des Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel hat sich am Freitagabend gegen die zweite Mannschaft von Hannover 96 fortgesetzt. 755 Zuschauer erlebten zwar eine schwache Begegnung, aber einen 2:1 Sieg der Kehdinger.

Schiedsrichter Hendrik Duschner zeigt noch vier Minuten Nachspielzeit an. Die Hausherren starten die letzte Offensive, setzen sich im Hannoveraner Strafraum fest. Der eingewechselte Marco Schuhmann scheitert aus der Drehung an Torwart Marlon Sündermann und schreit seinen Frust heraus. Ecke. Zweikämpfe um den Ball an der Strafraumkante. Drochtersens Verteidiger Liam Giwah fällt. Duschner zeigt auf den Punkt. Und Nico von der Reith lässt die Drochterser Fans jubeln.

„Wir wollten uns auf die Standards verlassen“, sagt D/A-Trainer Lars Uder. Elfmeter seien auch Standards. Uder lächelt. Beim vierten Drochterser Sieg spielt das Glück eine Schlüsselrolle. „Dass das kein Leckerbissen wird, haben wir nach dieser Woche erwartet“, sagt der Coach. Eine Woche zum Abgewöhnen. Eine Trainingseinheit platzt wegen des schlechten Wetters. Leistungsträger müssen passen, krankheitsbedingt und aus beruflichen Gründen.

Schleppender Spielstart

Die Partie beginnt zäh. Die Kontrahenten belauern sich, warten auf Fehler. Kein Augenschmaus an diesem feucht-kalten Freitagabend. Nach acht Minuten steckt von der Reith auf der linken Seite den Ball für Jan-Ove Edeling durch. Seinen Querpass von der Torauslinie verpassen Daniel Owusu und Finn Zeugner. Sekunden später sucht Alexander Shehada aus 20 Metern mit links den Abschluss. Sein Schuss ist für Hannovers Torwart Sündermann kein Problem.

Lars Uder muss im zentralen Mittelfeld und im Sturm improvisieren. Marcel Andrijanic und Alexander Neumann fehlen krankheitsbedingt. Uder schickt Daniel Owusu und Alexander Shehada in der Offensive in die erste Reihe und lässt Nico von der Reith und Florian Nagel im Mittelfeld die Fäden ziehen. D/A ist defensiv eingestellt. In der Fünferkette verteidigen Finn Zeugner, Laurens Rogowski, Sören Behrmann, Liam Giwah und seit seiner schweren Knieverletzung das erste Mal von Anfang an, Hassan El-Saleh.

Das Spiel erwärmt bei 5 Grad über null nicht gerade die Zuschauer, die von drei D/A-Siegen in Folge verwöhnt sind. Die heimstarken Hausherren, die auf eigenem Platz in dieser Saison in neun Spielen 19 Punkte holten, wollen vor allem eins: den Gegner kontrollieren und kompakt stehen. Viele Offensivaktionen kommen dabei nicht rum. Und wenn es mal schnell in Richtung 96-Tor geht, fehlt den finalen Pässen die Präzision.

Von der Reith verwandelt Strafstoß

In der 33. Minute jubeln die Drochterser Zuschauer zunächst einmal leise, aber erwartungsfroh. Zeugner fällt nach einem Dribbling Strafraum. Schiedsrichter Duschner entscheidet nach einem kurzen Blick zu seinem Assistenten auf Strafstoß. Von der Reith lässt sich die hundertprozentige Gelegenheit nicht nehmen und drischt den Ball in die rechte Ecke. Stadionsprecher Dirk Ludewig fährt den passenden Song ab: „Jetzt ist der Teufel los, bei uns in Drochtersen.“

Hannover benötigt nur eine echte Chance, um sieben Minuten später auszugleichen. Die linke Kehdinger Abwehrseite schläft, als sich Daniel Eidtner durchsetzt und den Torschützen Valdrin Mustafa in Szene setzt. Der Ball trudelt ins lange Eck. Torwart Patrick Siefkes hat keine Chance. Der Unparteiische pfeift kurz danach pünktlich zur Pause. D/A fehlen ohne Neumann und Andrijanic in der Offensive die genialen Momente.

Schiedsrichterentscheidungen sorgen für Aufregung

Nach dem Seitenwechsel sorgen einige Schiedsrichterentscheidungen für Aufregung. Das Spiel hingegen bleibt Magerkost. Duschner entscheidet auf Freistoß für Hannover zentral vor dem D/A-Tor nach einem Zweikampf von Giwah und einem 96er. Das Publikum tobt. Den Freistoß blockt Rogowski mit dem Kopf und ist kurz benommen. Die Zuschauer arbeiten sich verbal am Unparteiischen ab. Vielleicht auch, weil D/A spielerisch kaum etwas bietet. Bis der eingewechselte Jannes Wulff in der 64. Minute zum Abschluss kommt.

In der 68. Minute hätte sich D/A über einen Rückstand nicht beschweren dürfen. Mustafa scheitert freistehend vor dem überragend parierenden Siefkes. Der Nachschuss von Martin Wagner streift knapp am Pfosten vorbei. Die Gäste erspielen sich mehr und mehr Gelegenheiten. D/A agiert zu kompliziert am gegnerischen Strafraum. Ein Schuss von Nagel geht sechs Minuten vor Schluss knapp vorbei.

Dann folgt die Szene, die D/A noch spät triumphieren lässt und das Team wenigstens bis heute Nachmittag Tabellenplatz fünf beschert. „Fußball ist manchmal brutal“, sagt der frustrierte Trainer der Gäste, Christoph Dabrowski.

Die Statistik des Spiels

Tore: 1:0 (34. FE) von der Reith, 1:1 (41.) Mustafa, 2:1 (90.+4. FE) von der Reith

Die 3 Tore, sowie weitere Highlights des Spiels kann man sich auf FuPa nochmal anschauen: https://www.fupa.net/tv/match/sv-drochtersenassel-hannover-96-7745208-169074/

SV D/A: Siefkes, Rogowski, Behrmann, Giwah, El-Saleh, Zeugner, von der Reith, Nagel, Owusu (69. Kovacic), Edeling (85. Schuhmann), Shehada (58. Wulff)

Hannover 96 II: Sündermann, Wolf, Walbrecht, Schulz, Aytun, Tarnat, Eidtner (69. Hadzic), Marusenko, Wagner, Drawz (88. Stefandl), Mustafa

Schiedsrichter: Hendrik Duschner – Assistenten: Cedric Philipp, Jannik Weibrecht

Zuschauer: 755

Nächstes Spiel: TSV Havelse – SV Drochtersen/Assel (So., 17. November, 14 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt