D/A erkämpft ein 1:0 in Norderstedt

NORDERSTEDT. Nach einem sehr mäßigen Spiel kletterte die SV Drochtersen/Assel durch ein 1:0 bei Eintracht Norderstedt in der Tabelle der Fußball-Regionalliga weiter nach oben. D/A hatte das Momentum auf seiner Seite.

D/A kam mit einer schlechten Auswärtsbilanz von nur vier Punkten angereist, die Gastgeber hatten hingegen einen großen Umbruch im Sommer, weshalb sie noch in einem Findungsprozess stecken. „Wir sind glücklich, dass wir das Spiel für uns entscheiden konnten“, sagte ein gelöster D/A-Coach Lars Uder nach der Partie.

Hektisches Geplänkel, kaum Torraumszenen, dafür viel Klein-Klein und immer wieder Steckenbleiben in gegnerischen Defensivaktionen auf beiden Seiten, bestimmten zunächst die Partie. Dabei waren beide Teams nach Siegen gegen Hannover II (Norderstedt) und Werder Bremen II (Drochtersen) im Aufwind gewesen, wollten nun nachlegen, um am oberen Tabellendrittel anzudocken. Der Kampf um die Deutungshoheit im Mittelfeld, mit viel Hektik und Kampf, war dabei wenig zielführend. Das rutschige Geläuf tat sein Übriges.

In der 15. Minute gab es immerhin einen Weckruf, als Eintrachts Evans Owusu Nyarko aus 18 Metern abzog und der Ball an die Latte krachte. Ansonsten lief bei beiden Teams aber nicht viel zusammen. Die Hauherren hatten im Sturmzentrum den schnellen Michael Kobert für das zwar immer noch gefährliche, aber zu statische Urgestein Jan Lüneburg aufgeboten, der die ebenfalls nicht sehr schnelle, eher robuste SV-Abwehr beschäftigen sollte.

Hausherren in zweiter Halbzeit am Drücker

In der 37. Minute dann immerhin die nächste Chance für Norderstedt. Alexandre Rajao da Cunhas Flanke erreichte den Kopf von Mitspieler Nathaniel Amamoo, doch D/A-Keeper Patrick Siefkes parierte. Zwei Minuten später dann die erste Chance für Drochtersen, doch der Schuss von Goalgetter Alexander Neumanns im Strafraum landete nur am Außennetz. Wie harmlos das Uder-Team im ersten Durchgang war, bewies auch eine eigentlich gut gedachte Ballstafette im Mittelfeld über Neumann und Marcel Andrijanic, die Angreifer Daniel Asante Owusu erreichen sollte, aber im Seitenaus landete.

In der zweiten Halbzeit waren dann zunächst die Hausherren am Drücker, die zumindest einige Schüsse aufs Tor abgaben, die beste Möglichkeit hatte abermals Nyarko, dessen Versuch aber neben dem Gehäuse landete. Alles roch abermals nach einem torlosen Remis, wie in der Vorsaison an selber Wirkungsstätte. Das Hinspiel hatte D/A hingegen hoch mit 5:1 gewonnen. „Wir haben gut verteidigt, über das Zentrum wenig zugelassen“, sagte Uder diesmal.

In einem nach wie vor höchstens durchwachsenen Regionalligaspiel tankte sich dann Eintrachts Amamoo auf rechts nach einem Patzer von Jannes Elfers durch, umkurvte an der Grundlinie den heraus eilenden Siefkes und passte in den Rückraum auf Doeberitz von Knebel. Doch Norderstedts Spieler schoss ungenau weit über das Tor (50.). Als alles nach einem 0:0 aussah, erlöste D/A-Verteidiger Nico von der Reith sein Team, indem er mit einem strammen Rechtsschuss aus 18 Metern ein schönes Freistoßtor erzielte, das 1:0 (70.).

Rasante zweite Habzeit

Die zweite Halbzeit war insgesamt rasanter, nach der Führung häuften sich die Torraumszenen, die Lücken im zuvor hart umkämpften Mittelfeld wurden größer. Drochtersens nächste Chance hatte abermals Neumann (78.), dessen abgewehrten Schuss Andrijanic nur ins Tor hätte stochern müssen, er stand aber im Abseits. Als Norderstedt immer mehr aufmachte, platzierte Florian Nagel noch einen herrlichen Außenristschuss von der Strafraumgrenze knapp über das gegnerische Tor (85.). Auch Norderstedt hatte noch Möglichkeiten, allerdings nicht wirklich zwingende. „Unser Manko momentan ist, dass wir unsere Chancen nicht nutzen“, kritisierte Norderstedts Trainer Jens Martens. „als wir dem Rückstand hinterherrennen mussten, ist unser Spiel unstrukturiert geworden.“

Alles in allem hätte das Spiel nicht wirklich einen Sieger verdient gehabt, doch das Momentum nach dem dritten Sieg im vierten Spiel ist gerade auf der Seite von Drochtersen. „Wenn wir noch ein Gegentor kassieren, können wir uns nicht beschweren, können aber auch noch eins schießen“, bilanzierte Uder, „wir nehmen die Punkte gerne mit.“ Gefragt, ob das Momentum aufseiten der Drochtersener sei, nach nun drei Siegen in vier Spielen, antwortete er: „Wir hatten auch Glück, nachdem wir im September nur einen Punkt geholt hatten.“ Er gab auch Verletzungspech als Ursache dafür damals an. „Mit den Routiniers, die zurückgekommen sind, haben wir den Bock umgestoßen“, so Uder. „Ich bin froh, dass wir 23 Punkte haben.“ Kommenden Sonntag empfängt sein Team Tabellenführer Lübeck. Uder: „Wir wollen auch das Spiel gewinnen.“

Die Statistik

Tor: 0:1 (70.) von der Reith
Eintracht Norderstedt: Huxsohl, Marxen, Nuxoll, Bojadgian, Rajao da Cunha, Nyarko, Amamoo, Brisevac (68. Lüneburg), von Knebel, Brüning (88. Akyol), Kobert
SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Rogowski, Behrmann, von der Reith (71. Giwah), Zeugner, Elfers, Owusu (64. Wulff), Nagel, Andrijanic, Shehada (81. El-Saleh), Neumann
Schiedsrichter: Max Rosenthal, Assistenten: Eike-Robert Kawen, Marcel Colmorgen
Nächstes Spiel: D/A – VfB Lübeck (So., 3. November, 15 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt