2:1 gegen Werder Bremen II: D/A zeigt beste Saisonleistung

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat vor 755 Zuschauern 2:1 gegen Werder Bremen II gewonnen. Es war in der erste Saison-Sieg gegen eine Bundesliga-Reserve. D/A hat Werder zermürbt und einen bärenstarken Eindruck hinterlassen.

D/A setzt Werder früh unter Druck. Alexander Neumann, Daniel Owusu und Jan-Ove Edeling stören den Spielaufbau der Bremer. Die ersten zehn Minuten könnten für einen Lehrfilm in Sachen Pressing herhalten. Nur wirklich gefährliche Strafraumszenen sind Mangelware.

Der Drochterser Trainer Lars Uder vertraut im Tor auf Patrick Siefkes, der zuletzt bei der 0:1-Niederlage beim HSV II überragend parierte. In der Innenverteidigung stehen Kapitän Sören Behrmann, Nico von der Reith und Laurens Rogowski. Auf den Außenbahnen agieren Finn Zeugner und Jannes Elfers. Im Mittelfeld ziehen Marcel Andrijanic und Florian Nagel die Fäden.

Plogmann gilt als Riesentalent

Vor allem Elfers wirbelt auf der linken Seite. Der 24-Jährige ist nach 20 Minuten der meist gefoulte Spieler auf dem Platz. Sieben Mal zündet Elfers den Turbo. Fünf Mal holen die Bremer ihn von den Beinen. Die Freistöße schlägt von der Reith gefährlich, mit Schnitt und Tempo Richtung Tor. Werder-Torwart Luca Plogmann hat viel zu tun. Einmal rettet er vor dem heranrauschenden Andrijanic mit den Fingerspitzen. Plogmann gilt als Riesentalent. Der 19-Jährige spielt in der Jugend-Nationalmannschaft. Sein Marktwert beträgt laut Transfermarkt.de eine halbe Million Euro. Experten halten das für realistisch. Zum Vergleich: Das gleiche Internetportal beziffert den Wert des gesamten Drochterser Kaders mit knapp 1,9 Millionen Euro.

Bremen muss nach knapp einer halben Stunde in Führung gehen. Werder fährt einen Konter. Vier Spieler laufen auf das Tor von Siefkes zu. Nur Zeugner können sie nicht abschütteln. Der Rechtsverteidiger holt im Zentrum gut 25 Meter vor dem Tor eine sensationelle Grätsche raus. Ein paar Meter rutscht der 20-Jährige über die Grasnarbe und trifft den Ball. Alles fair. Schiedsrichter Luca Jürgensen hat nichts zu beanstanden. „Das war alles oder nichts“, sagt Zeugner später. Der Drochterser Neuzugang geht in jeden Zweikampf, als gebe es kein Morgen. „Das gehört sich so für D/A“, sagt er. Wenig später hat seine Mannschaft Glück. Nach einem schnellen Angriff über die linke Seite setzt Ilia Gruev den Ball knapp über die Latte.

D/A bleibt seiner Taktik treu

Die Zuschauer im Kehdinger Stadion sehen auch nach dem Seitenwechsel ein gutes Regionalligaspiel. D/A bleibt seiner Taktik treu und stört früh. Bleibt aber anfällig für Konter. Die Bremer spielen schnell, aber im letzten Drittel zu unpräzise. In der 55. Minute hat Florian Nagel das 1:0 auf dem Fuß. Neumann legt ihm auf. Aus zentraler Position, zehn Meter vor dem Tor, zieht Nagel ab. Seinen Schuss pariert Plogmann mit einem überragenden Reflex. Aber oft agiert D/A in der gefährlichen Zone zu kompliziert. Statt den Abschluss zu suchen, legen Neumann & Co noch mal quer. So verpuffen die Chancen. Zunächst. Die zündende Idee hat Neumann in der 67. Minute. Drei Gegenspieler und Torwart Plogmann lässt der Drochterser Torschütze vom Dienst im Strafraum aussteigen und schiebt den Ball zum 1:0 über die Linie.

Der erste Sieg der Saison gegen eine zweite Mannschaft eines Bundesligisten ist greifbar nahe. D/A bleibt engagiert und konzentriert. Vor allem Zeugner spielt in der Defensive überragend. Siefkes pariert die Bälle, die auf sein Tor kommen. Einmal rettet der Außenpfosten. Mit überfallartigem Pressing stehlen die Drochterser den Bremern in der 81. Minute den Ball weit in deren Hälfte. Dann zaubern Owusu und Neumann mit einem Doppelpass. Neumann darf schließlich zum 2:0 vollenden. „Ich hatte endlich die Ruhe beim Abschluss, die ich zuletzt nicht hatte“, sagt Neumann. Aber, für ihn viel entscheidender: „Heute standen elf Mann auf dem Platz, die den Sieg unbedingt wollten.“

Eine „Mega-Mannschaftsleistung“ 

Bis zum Schlusspfiff fressen die Gastgeber sprichwörtlich Gras. Sie legen Aggressivität, Laufbereitschaft und starkes Zweikampfverhalten an den Tag. Das zermürbt die Bremer Talente. Der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit von Bennet van den Berg ist für die Statistik. D/A klettert auf den achten Platz.

„Mutig pressen, die Flügel besetzen, das Spiel breit machen“, erklärt Lars Uder den einfachen und zugleich genialen Plan. Eine „Mega-Mannschaftsleistung“ attestiert er seinen Spielern. Werder-Coach Konrad Fünfstück gratuliert artig. Seine jungen Wilden lernen viel in dieser Saison. Aus Drochtersen haben sie am Freitag mitgenommen, wie robuster und zweikampfbetonter Fußball geht.

Die Statistik zum Spiel

  • Tore:1:0 (67.) Neumann, 2:0 (81.) Neumann, 2:1 (90.+2) van den Berg.
  • SV D/A: Siefkes, Behrmann, von der Reith, Rogowski, Zeugner, Elfers (90.+1. Kleine), Andrijanic, Nagel, Edeling (72. Shehada), Owusu (88. El-Saleh), Neumann
  • Werder Bremen II: Plogmann, Rorig, Becker, Fionouke, Hackethal, Gruev, Rieckmann (72. van den Berg), Straudi, Philipp, Ihorst, Badije
  • Schiedsrichter: Luca Jürgensen – Assistenten: Henry Wagner, Dominik Kopmann
  • Zuschauer: 755
  • Nächstes Spiel: Eintracht Norderstedt – SV D/A (So., 27. Oktober, 14 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt