D/A verliert „unnötig“ beim HSV II

HAMBURG. Die Bilanz gegen die Nachwuchsmannschaften der Bundesligisten ist desaströs. Am Sonnabend versucht SV Drochtersen/Assel auswärts beim Hamburger SV II diese spezielle Negativserie zu durchbrechen. Das klappt bei der 0:1-Niederlage nicht, weil D/A erst in der zweiten Halbzeit Fußball spielt.

Die Bilanz gegen die Nachwuchsmannschaften der Bundesligisten ist in der bisherigen Fußballsaison desaströs. Gegen Hannover 96 II missglückte mit dem 0:2 gleich der Saisonauftakt. Gegen die U 23 von St. Pauli führte D/A schon 3:0 und musste dann noch ein 3:3 verdauen. Es folgten die 0:3-Niederlage gegen Holstein Kiel II und die 0:5-Klatsche gegen VfL Wolfsburg II. Und nun klappt es auch nicht gegen den HSV II. Mal wieder nicht. „Das war eine ganz unnötige Niederlage“, sagt D/A-Präsident nach dem Spiel, einmal mehr, wie er feststellt, denn auch in den beiden vorangegangenen Saisons habe D/A hier beim HSV II unnötig verloren.

D/A-Trainer Lars Uder vertraut in der Startelf auf Torhüter Patrick Siefkes, Kapitän Sören Behrmann, Nico von der Reith, Liam Giwah, Finn Zeugner, Jan-Ove Edeling, Marcel Andrijanic, Florian Nagel, Daniel Owusu, Jannes Wulff und Stürmer Alexander Neumann.

Konterversuche schlagen fehl

D/A überlässt dem Gastgeber im Wolfgang-Meyer-Stadion vor 450 Zuschauern den Ball. Der HSV II darf sich den Ball in der ersten Halbzeit fast bis zum gegnerischen Strafraum gemütlich zuschieben, dort lauern die Drochterser geballt. Nur: Das sporadische Umschaltspiel von D/A klappt nur wenig bis gar nicht, die Konterversuche schlagen meistens fehl, weil Neumann allein gelassen wird oder die Präzision im Passspiel fehlt. Die eigenen wenigen Versuche, ein eigenes Spiel aufzuziehen, scheitern ebenso aufgrund zu vieler Fehler. Dem HSV II fällt allerdings auch nur wenig ein gegen das D/A-Bollwerk.

Es gibt aber drei 100-prozentige Chancen im ersten Durchgang. Die erste gehört D/A: Neumann und Edeling hebeln die HSV-Abwehr mit einem Doppelpass aus und Edeling scheitert am hervorragend parierenden HSV-Torwart Kevin Harr. Der Nachschuss von Nagel wird von der Linie geköpft. Da sind erst sechs Minuten gespielt. Ein Ausrufezeichen, auf das D/A dann aber nichts folgen lässt.

Zwei Glanzparaden

Dann ist D/A-Torhüter Siefkes zwei Mal Sieger gegen Patrice Kabuya, der zwei Mal per langen Ball geschickt wird und beide Male frei im Strafraum zum Abschluss kommt. Beim ersten Mal kann Siefkes den Ball im Eins-gegen-eins sogar festhalten. Beim zweiten Mal lenkt er den Ball mit den Fingerspitzen zur Ecke. Zwei Glanzparaden. Ein Mal noch ist D/A gefährlich im HSV-Strafraum. In der 20. Minute will Wulff auf Neumann zurücklegen, dem Pass fehlt es aber an Genauigkeit. Danach behindern sich Behrmann und Nagel aus bester Distanz beim Abschluss.

Das Spiel plätschert dahin. Dann trifft Sebastian Haut kurz vor der Pause nach einem Standard zum 1:0 für den HSV II. Die Drochterser reklamieren, wollen eine Abseitsstellung bei der zweiten Hereingabe gesehen haben. Das Tor zählt. Im Gegenzug verfehlt ein Freistoß von Nico von der Reith nur knapp das HSV-Tor. Mit 0:1 geht es in die Pause.

In der zweiten Halbzeit ist D/A wesentlich bemühter. Stört den HSV II früher und setzt verstärkt aufs eigene Spiel. Rund läuft es aber nicht, weil noch immer zu viele leichte Fehler im Spielaufbau sind. Dennoch hat Wulff in der 60. Minute die Riesenchance auf den Ausgleich, nachdem er von Neumann perfekt freigespielt worden ist. Doch Harr pariert per Riesenreflex. D/A hat nun Feldvorteile, gibt den Takt vor, muss bei schnell vorgetragenen HSV-Kontern aber immer höllisch aufpassen, und hat dann in der 69. Minute ganz viel Glück, als Kabuya nur den Pfosten trifft. Es soll die letzte erwähnenswerte Chance für den HSV II bleiben.

Owusu schreit seinen Frust heraus

Der eingewechselte Marcus Borgmann hat dann in der 80. Minute die nächste Großchance auf den Ausgleich, agiert aber zu zaghaft und verliert frei im Strafraum so die entscheidenden Sekunden. Sein Schuss geht aus kurzer Distanz weit übers Tor, weil er gestört wird. Nur fünf Minuten später dribbeln sich die Drochterser über Edeling und Neumann in den HSV-Strafraum und Borgmann hat Pech mit einem Lattentreffer. D/A läuft an. Innenverteidiger Behrmann ist nach der Einwechslung von Laurens Rogowski nur noch als Stürmer unterwegs.

Noch mal Ecke für D/A und Owusus Kopfball wird von einem Rücken geblockt. Die Drochterser Bemühungen werden nicht belohnt. Owusu schreit seinen Frust heraus. D/A verliert wieder gegen eine Zweite. Dieses Mal unnötig, wie Gooßen feststellt. „Wir hatten genügend Großchancen“, sagt er. Am kommenden Freitag hat D/A die nächste U 23 eines Bundesligisten vor der Brust, dann kommt Werder Bremen II nach Kehdingen.

Die Statistik

  • Tor: 1:0 (44.) Haut
  • Hamburger SV II: Harr, Pinckert, Ambrosius, Giese, Kwame, Haut, Mohssen (85. Storb), Geißen, Kabuya (78. Sousa), Heil (59. Suhonen), Hein
  • SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Zeugner, Giwah (83 Rogowski), Behrmann, von der Reith,l Owusu, Nagel (72. Borgmann), Andrijanic, Wulff (72. Elfers), Edeling, Neumann
  • Schiedsrichter: Tim Skorczyk; Assistenten: Kevin Behrens, Ridvan Ceylen
  • Zuschauer: 450
  • Nächstes Spiel: D/A – Werder Bremen II (Fr., 18. Oktober, 19.30 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt