D/A auf der Suche nach dem Glück

DROCHTERSEN. Der Begriff Spielglück ist derzeit das meist strapazierte Wort beim Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel. D/A ist auf der Suche nach dem Glück erfolgreicherer Tage. Auch bei der 1:3-Pokalniederlage gegen Drittligist Braunschweig.

Nach drei Pokalsiegen in vier Jahren scheitert D/A in dieser Saison bereits im Viertelfinale. Gegen einen Top-Drittligisten. Keine Schande also. Aber diese Partie könnte exemplarisch dienen für die Was-wäre-wenn-Frage, die in Drochtersen derzeit vermehrt gestellt wird.

Der Hader mit den Entscheidungen der Schiedsrichter währt in der Liga schon seit Wochen. Beim Aus im Landespokalwettbewerb setzt er sich fort. Diesmal steht der Unparteiische Marius Schlüwe im Mittelpunkt, weil er D/A Anfang der zweiten Hälfte einen Handelfmeter verweigert. D/A-Trainer Lars Uder, Präsident Rigo Gooßen und Kapitän Sören Behrmann steigen in die Schiri-Schelte ein.

So erhält der Außenseiter keine hundertprozentige Chance zur 2:1-Führung. Schlüwe pfeift allerdings wenig später, als ein Braunschweiger auf der rechten Seite an der Torauslinie auf Liam Giwah aufläuft, ihn umläuft und dafür einen Freistoß erhält. „Beim Basketball wäre das ein Stürmerfoul“, sagt Uder. Braunschweig nutzt die Standardsituation und erzielt das 2:1. Was sagte einst der Ex-Bundesligastürmer Jürgen „Kobra“ Wegmann? „Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.“

Auch nach dem Abpfiff gegen die klassenhöhere Eintracht stehen die D/A-Spieler gemeinsam im Kreis und lassen die Partie Revue passieren. Sie können sich wenig vorwerfen.

D/A macht gegen die Eintracht sportlich vieles richtig. Behrmann bringt seine Mannschaft nach einer Ecke von Nico von der Reith per Kopfball in Führung. Die Hausherren parken überraschend nicht den sprichwörtlichen Bus vor dem eigenen Tor. Sie halten die Braunschweiger vom eigenen Kasten fern. Sie spielen mit. Und als das Publikum sich gemütlich zurücklehnt und sich schon freut, dass diesmal nichts anbrennen wird, holt Martin Kobylanski diesen Schuss aus 30 Metern heraus. Im Stadion herrscht gespenstische Stille.

Dieses Traumtor hätte mehr Applaus verdient. D/A hat Pech, weil Kobylanski nach seiner kurzzeitigen Suspendierung ausgerechnet im Landespokal wieder im Kader steht. Weil Torwart Patrick Siefkes in seinem Fünfmeterraum bis zu den Knöcheln im Schlamm versinkt und ein paar Zentimeter seiner Sprungkraft einbüßt.

Und dann schießt Jan-Ove Edling den Ball in einer Drochterser Drangphase wenig später auch noch an die Latte. „Wir müssen uns das Spielglück wieder erarbeiten“, sagt Uder. Drecksarbeit verrichten, die zweiten Bälle erkämpfen, Meter machen, die wehtun. Nach der Regenschlacht gegen Braunschweig sehen Uders Spieler genauso aus, als hätten sie 90 Minuten lang nichts anderes getan. Das Glück lässt noch ein wenig auf sich warten.

Quelle: Stader Tageblatt