D/A: Die Zweite genießt den Moment

DROCHTERSEN. Die zweite Mannschaft der SV Drochtersen/Assel schwimmt in der Fußball-Landesliga derzeit auf einer Erfolgswelle. Nach sieben Spielen erspielte sich das Team von Trainer Lars Jagemann doppelt so viele Punkte wie zunächst einkalkuliert und belegt Rang drei der Tabelle.

Am Sonntag kommt der Tabellenzwölfte VfL Güldenstern Stade um 15 Uhr ins Kehdinger Stadion. „Das wird kein Selbstgänger“, sagt Jagemann.

Als Trainer hat Lars Jagemann schon einiges erlebt. Deshalb räumt er zwar ein, dass derzeit in Drochtersen „Friede Freude Eierkuchen“ herrsche. Aber vom eigentlichen Saisonziel, mit dem Abstieg aus der Landesliga so früh wie möglich nichts zu tun haben zu wollen, rückt er kein Stück ab. Warum auch?

„Mit 15 Punkten hat noch keine Mannschaft die Klasse gehalten“, sagt Jagemann. So viele stehen nach sieben Spielen, fünf Siegen und zwei Niederlagen, auf dem Konto von D/A II. Aber zehn Zähler Vorsprung auf den ersten von vier Abstiegsplätzen sei schon ein Brett. „Der dritte Platz ist eine Super-Momentaufnahme“, sagt Jagemann. Mehr nicht.

Jagemann erkennt durchaus noch Baustellen im Drochterser Spiel. „Hinten sind wir zu anfällig“, sagt er. Elf Gegentore in sieben Spielen zeugen davon. Seine Offensivabteilung gefalle ihm schon ganz gut. „Das Umschaltspiel nach vorne ist oft sensationell“, sagt Jagemann. Mit Tempo geht es in die gefährliche Zone, viele D/A-Angreifer strahlen Torgefahr aus.

Halbes Dutzend Glanzparaden vom Torwart

Neuzugang Michael Stern traf in sieben Spielen bislang vier Mal. Der 21-Jährige, der im Sommer vom VfL Güldenstern Stade nach Kehdingen wechselte, trifft am Sonntag auf seinen alten Verein. „Ich wusste, dass er gut ist. Aber, dass er so gut ist, habe ich nicht geahnt“, sagt Jagemann über seinen neuen Stürmer. Fast alle nominellen Angreifer im Kader der zweiten Mannschaft haben in dieser Saison bereits getroffen. „Wir sind in der Offensive schwer zu verteidigen. Wir sind schwer ausrechenbar“, sagt Jagemann.

Punkte gelassen hat D/A II bislang nur gegen Treubund Lüneburg und den Rotenburger SV. Gegen den Spitzenreiter aus Lüneburg war Drochtersen/Assel klar unterlegen. Gegen den aktuellen Zweiten aus Rotenburg hatte D/A in der Schlussphase Pech. Allerdings schwamm die Mannschaft zuletzt auch mächtig gegen den Vorletzten Teutonia Uelzen.

In diesem Spiel gab Torhüter Julian Quack sein Debüt. Mit einem halben Dutzend Glanzparaden verdiente sich Quack vom Trainer „eine Eins mit Sternchen“. Bis zum Spiel in Uelzen stand der Neuzugang aus Buxtehude Mark Osnowski zwischen den Pfosten. „Er hat uns auch schon ein, zwei Punkte gerettet und einen guten Job gemacht“, sagt Jagemann. Auf der Torhüterposition habe D/A ein Luxusproblem. Jagemann hat sich noch nicht entschieden, wer die Nummer Eins zwischen den Pfosten wird. Er sagt, er sei kein Freund von ständigen Wechseln auf dieser Schlüsselposition.

D/A verpflichtete im Sommer eine ganze Reihe von Perspektivspielern, die auf lange Sicht fit werden sollen für die Regionalligamannschaft. Spieler wie Stig Hartig, Justin Heinbockel, Marcus Borgmann, Alexander Shehada und Jannes Wulff seien „total engagiert“, sagt Jagemann.

In Drochtersen entwickeln sie sich

Von Innenverteidiger Heinbockel schwärmt der Coach. „Er macht intelligente Sachen im Spielaufbau, dribbelt in die freien Räume und setzt das Mittelfeld in Szene.“ Wulff, so Jagemann, könne in engen Partien den Unterschied machen. Er werde seinen Weg machen.

Bei Shehada hatte Jagemann im Vorfeld einige Bedenken. „Aber der ist überragend. Gegen A/O brannte Shehada lichterloh.“ Beim 4:2-Sieg gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf traf der Neuzugang doppelt. Aber selbst Schwankungen in ihren Leistungen müsse der Verein den Perspektivspielern zugestehen, sagt Jagemann. Sie seien schließlich in Drochtersen, um sich zu entwickeln.

Am Sonntag will D/A II seinen Lauf fortsetzen. Der VfL Güldenstern Stade hat auswärts noch kein Spiel verloren. „Die sind motiviert bis in die Haarspitzen“, sagt Jagemann. Gerade vor einem Derby. Stades Trainer Matthias Quadt setzt auf die Auswärtskarte. „Vielleicht ist das Kopfsache“, sagt er. Der VfL Güldenstern steht nach zwei Siegen und einem Unentschieden auf Platz zwei der Auswärtstabelle. „Wir wollen das Spiel auf jeden Fall nicht herschenken. Unser Anspruch muss es sein zu punkten“, sagt Quadt. Betont aber auch, dass D/A II sensationell in die Saison gestartet sei: „Damit hat niemand gerechnet.“

Gerade das Umschaltspiel sei der Trumpf der Kehdinger, sagt Quadt. Die Mannschaft stehe kompakt, sei sehr variabel und zeige phasenweise ein sehr gutes Angriffspressing. „Da sind wir gefordert, Lösungen zu finden“, sagt der VfL-Trainer. Erschwerend könnte hinzukommen, dass D/A II möglicherweise Spieler aus der ersten Mannschaft aufbietet. Aufgrund der Verletztenmisere im Regionalliga-Team rechnet Quadt für das Derby am Sonntag jedoch weniger damit.

Quelle: Stader Tageblatt