0:1- Niegerlage gegen HSC Hannover: D/A steuert in die Krise

HANNOVER. Die SV Drochtersen/Assel befindet sich in einer handfesten Krise. Nach der 0:1-Niederlage bei Aufsteiger HSC Hannover rutscht D/A auf Platz zehn ab. D/A präsentierte sich vor allem in der Offensive erschreckend schwach.

D/A will beim Tabellenletzten in Hannover das Unternehmen Wiedergutmachung starten. Bei zuletzt elf Gegentoren in drei Spielen holten die Kehdinger nur einen Punkt und rutschten in der Tabelle ins Niemandsland ab.

Beim HSC zeigt die Mannschaft von Trainer Lars Uder in der ersten Halbzeit, dass sie zurzeit nicht dazu in der Lage ist, einem Gegner ihr Spiel aufzudrücken, die Konkurrenz zu beherrschen, eine Partie zu dominieren. Nicht einmal gegen einen bislang sieglosen Aufsteiger. Offensiv gelingt D/A in den ersten 45 Minuten nichts.

Uder vertraut auf Patrick Siefkes im Drochterser Tor. Vor ihm stehen Jan-Ove Edeling, Liam Giwah, Laurens Rogowski und Eyke Kleine in der Viererkette. Nach einer Verletzung kehrt Nico von der Reith ins Mittelfeld zurück. Florian Nagel, Neuzugang Daniel Owusu und Marco Schuhmann sollen für die kreativen Momente sorgen. Kreativität gehört derzeit allerdings nicht zu den Kehdinger Tugenden. Dario Kovacic und der wiedergenesene Torjäger Alexander Neumann verhungern in der Sturmspitze, weil sie niemand mit klugen Pässen füttert.

„Brauchen nichts zu beschönigen“

D/A präsentiert sich als Team angeschlagen nach den erfolgsarmen vergangenen Wochen, nach der Generalkritik von Präsident Rigo Gooßen, der Kampfgeist, Zweikampfhärte und Mentalität vermisste. Gooßen wollte noch vor sieben Tagen seine Kritik als Weckruf im Vorfeld einer möglichen Krise verstanden wissen. Eine Krise, in der D/A jetzt schließlich steckt. „Wir brauchen nichts zu beschönigen. Das war ein schwaches Auswärtsspiel“, sagt Gooßen. D/A müsse jetzt auf den nächsten Gegner schauen. Das ist mit Flensburg eine Mannschaft, die immer zu den besten der Liga gehört.

„Muss ich mir Sorgen machen? Das tue ich auch“, sagt Gooßen. Natürlich sorge auch die Länge der Verletztenliste für die Unordnung vor allem in der Defensive. Dennoch müsse D/A schnell eine Formation finden, die mal wieder ein Spiel ohne Gegentor übersteht. Trainer Lars Uder steht offenbar nicht zur Debatte. Diese Diskussion führt Gooßen nicht. „Es geht darum, schnell wieder in die Spur zu finden“, sagt der Präsident.

Dem Gastgeber gehört in Hannover die erste Hälfte. Almir Kasumovic eröffnet nach einer Viertelstunde den Reigen der Hannoveraner Torgelegenheiten mit einem Flachschuss. Drei Minuten später kann Niklas Kiene den HSC in Führung bringen, scheitert aber an Siefkes. Die Hausherren agieren bei Standards und beim Konterspiel gefährlich. Direkt nach dem ersten Abschlussversuch von D/A in der 34. Minute durch Eyke Kleine, der am Sonntag seinen 24. Geburtstag feierte, legt Kiene bei einem schnellen Gegenangriff einen Heber knapp rechts an Siefkes’ Tor vorbei.

Gehemmt und ideenlos

D/A spielt schwach, gehemmt, ideenlos und ist mit dem Remis zur Halbzeit gut bedient. Nach Wiederanpfiff soll sich die handfeste Krise der Drochterser manifestieren. In der 57. Minute schießt Hannovers Kapitän Herhat Bikmaz D/A in langsam besorgniserregende Sphären im Gesamtklassement der Regionalliga Nord. Drochtersen rutscht nach dem zehnten Spieltag auf Tabellenplatz zehn ab.

Coach Uder zieht Mitte der zweiten Halbzeit seine letzten Optionen. Er nimmt Kleine, Schuhmann, der am Sonntag 26 Jahre alt wurde, und Dario Kovacic vom Platz. Hilkiah Voigt, Alexander Shehada und Sören Behrmann nach seiner Verletzungspause sollen fortan für Schwung sorgen. Die Wechsel verpuffen. Und mit ihnen die Chance auf Wiedergutmachung. „Offensiv war das zu wenig“, sagt der Trainer. Passqualität, individuelle Fehler, Konsequenz in der Defensive: All das sind die Baustellen bei D/A.

Die Statistik

  • Tor: 1:0 (57.) Bikmaz
  • HSC:Algermissen, Bahls, Tayar, Vilches-Bermudez, Öney, Kiene, Bartels (83. Masur), Lambach, Bikmaz (71. Deppe), Hezo (53. Weigel), Kasumovic
  • D/A: Siefkes, Kleine (60. Behrmann), Rogowski, Giwah, Edeling, Schuhmann (70. Shehada), von der Reith, Owusu, Nagel, Kovacic (60. Voigt), Neumann
  • Schiedsrichter: Fabian Porsch – Assistenten: Marco Kulawiak, Florian Schwarze
  • Zuschauer: 325
  • Nächstes Spiel: D/A – SC Weiche Flensburg (So., 22. September, 15 Uhr, Kehdinger Stadion

Quelle: Stader Tageblatt